Energiewechsel

Weingarten: Wie entsteht ein Manga?

Pressemeldung vom 15. August 2012, 10:51 Uhr

Asterix und Obelix sind einfach unverwechselbar. Warum? Weil sie typisch gezeichnet sind. Immer. In jedem
Band, in jeder Situation tauchen der Flügelhelm und der riesige Bauch in der Streifenhose auf. Wer schon mal
versucht hat, eine Comic-Figur zu zeichnen, merkt schnell, dass es ohne gewisse Regeln nicht geht. Das
merkten auch die Ferienspaßkinder der Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe. Manga-Zeichnen war
angeboten und elf Jungen und Mädchen hatten sich für das Geheimnis der japanischen Comic-Figuren
interessiert. Weiße Zeichenblätter und Stifte lagen parat, Mangalehrerin war die freischaffende Künstlerin
Birgit Spahlinger.
Am Anfang stand ein Strichmännchen. Schritt für Schritt kam was dazu. Zunächst ein Eierkopf. Dann ein
viereckiger Kasten, das war der Brustkorb. Arme und Beine, nur als Striche, aber mit Gelenken. Denn keine
Comic-Figur steht steif da, sondern jede ist irgendwie in Bewegung und dazu gehören nun mal Gelenke.
Behutsam führte Birgit Spahlinger die Kinder zum Begriff „Körpersprache“: „Wie hältst Du Deine Arme, wenn
Du Angst hast? – Was machst Du, wenn Du dich freust?“ Ganz von selbst war plötzlich klar, dass zu diesem
Gefühl eine zusammengekauerte Haltung gehört, ganz im Gegensatz zu den hochgerissenen Armen bei
Freude und Jubel. Nach all diesen Vorübungen wandelten sich die Zeichnungen immer mehr von
„Comic-Figur allgemein“ zu „typisch Manga“: übergroße Augen, eine dreieckige Kopfform und eine Frisur als
Umrisszeichnung. Denn Manga Zeichnen lebt von Vereinfachung wie auch von Übertreibung, um gewisse
Schemata herauszustellen, in diesem Fall – auch der Begriff aus der Psychologie wurde erklärt – das
„Kindchenschema“.
Die jungen Künstler strichelten und radierten und strichelten wieder und gebrauchten Bleistifte und die feinen
Filzstifte und ein Trick nach dem anderen ließ ihre Bilder lebendig werden: Sprünge entstehen durch
Bewegungslinien und das Lächeln können auch die Augen dank feiner Striche an den richtigen Stellen. Ein
anspruchsvoller Vier-Stunden-Kurs, der durchaus Geduld und Konzentration erforderte, aber an dessen Ende
auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis stand.

Quelle: Gemeinde Weingarten

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