Energiewechsel

Weingarten: Weingarten beantragt die Gemeinschaftsschule

Pressemeldung vom 25. Juli 2012, 10:52 Uhr

Bereits im Herbst 2011 hatte die Gemeinde Weingarten beim Kultusministerium den Antrag auf Errichtung
einer Gemeinschaftsschule gestellt, um die Turmbergschule qualitativ auf eine neue Ebene zu stellen, wurde
jedoch erst für das Schuljahr 2013/14 vorgemerkt. Mittlerweile hatten sich die Rahmenbedingungen geändert.
Die Rektorin der Turmbergschule Karin Sebold und Konrektor Jürgen Holderer erläuterten dem Gemeinderat
in jüngster Sitzung den aktuellen Sachverhalt. Die pädagogische Ausrichtung einer Gemeinschaftsschule soll
nun nicht mehr, wie bisher vorgesehen, Werkrealschule und Realschule zusammenführen, sondern alle drei
Bildungsstandards beinhalten. Das bedeutet, dass gute Schüler, die ein Abitur anstreben, nach der zehnten
Klasse auch in ein allgemeinbildendes Gymnasium wechseln können. Die großen Vorteile lägen in dem
heterogenen flexiblen System, erläuterten die beiden Schulleiter. Sie berichteten von einem Besuch in einer
Schule, in der dieses Modell schon gelebt werde und zeigten sich äußerst begeistert. Die
Gemeinschaftsschule entspreche in hohem Maß der heterogenen Gesellschaft. Anstelle einer frühen
Selektion werde lange Zeit gemeinsam gelernt. Es werde nicht mehr im Klassenverband unterrichtet, sondern
in Lerngruppen. An vielen einzelnen Arbeitsplätzen, vielfach mit PC ausgestattet, lernen Schüler einzeln nach
einem individuellen Wochenplan. Es gebe Lernpläne, Lerntagebücher und Kompetenzraster. Wesentlicher
Bestandteil des Unterrichts seien das selbständige Arbeiten und das Teamwork, was gegenseitige
Unterstützung der Schüler untereinander bedeutet. Das bedeute, dass jeder Schüler seine Fähigkeiten
einbringen könne und die Schüler Projekte und Problemstellungen gemeinsam erarbeiten. Lehrer halten
nicht mehr Frontalunterricht, sondern nehmen mehr beratende Funktion ein. Somit sei die
Gemeinschaftsschule eine echte Innovation und nicht nur eine Optimierung. Fester Bestandteil der
Gemeinschaftsschule sei die Inklusion und die Ganztagesschule, wobei Letztere ja in Weingarten schon
vorhanden sei.
Bürgermeister Eric Bänziger war angetan von dem Willen der Lehrerschaft, dieses Modell anzugehen. Nicht
Gemeinderat und Verwaltung hätten es angeregt, sondern der Wunsch sei aus dem Kollegium gekommen.
Voraussetzung für eine Verwirklichung sind jedoch andere räumliche Beschaffenheiten. Um ein erstes
„Lernatelier“ einzurichten, soll nun im Obergeschoss der Turmbergschule ein Klassenzimmer mit Nebenraum
und einem Teil des Flurs zusammengefasst werden. Dass in Weingarten nun alle Abschlüsse außer Abitur
möglich seien, werte den Schulstandort qualitativ stark auf, und das sei wichtig, betonte Erich Völker (CDU).
Bänziger könnte sich – wie ein von Sachbearbeiter Mario Illmann ausgearbeitetes Schaubild zeigte – sogar
Zuströme nach Weingarten vorstellen. Bettina Lichter (WBB) sah die Entscheidung als mindestens
gleichbedeutend an wie seinerzeit das Pilotprojekt „Werkrealschule“. Erich Höllmüller (SPD) begrüßte das
Vorhaben ebenso wie Monika Lauber (Grüne) und Stefan Kleiber (FDP). Mit Ausnahme der Gegenstimme von
Volker Barth (FW), der dem Konzept kritisch gegenüber stand, stimmte das Gremium für die neue
pädagogische Konzeption und erklärte, dass die Voraussetzungen der räumlichen und sächlichen Ausstattung
zum jeweils erforderlichen Zeitpunkt geschaffen werden. „Wir machen die Schule fit für die Zukunft“ schloss
Bänziger.

Quelle: Gemeinde Weingarten

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis