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Weingarten: Gab es in Weingarten irgendwann einmal Kreuzottern?

Pressemeldung vom 11. Juli 2012, 09:27 Uhr

Am Rande einer Gemeinderatssitzung kam das Thema auf und es war Dr. Claus Günther, der sagte: „Früher
haben sich die alten Weingartner damit gebrüstet, sie hätten Kreuzottern totgeschlagen. Stimmt gar nicht, das
waren alles Schlingnattern“. Hat er recht? Oder waren es tatsächlich Kreuzottern? Die Turmberg-Rundschau
ist der Frage nachgegangen.
Peter Lehmann, ein passionierter Jäger, der Weingartens Wälder wie seine Westentasche kennt und weiß,
wie Kreuzottern aussehen, berichtet aus eigener Anschauung vom Wald im Gewann „Effenstiel“ als
Aufenthaltsort dieser Schlangenart. Jedoch lediglich vom Hörensagen wisse er, es seien auch welche in den
Weinbergen auf dem Petersberg gesichtet worden. „Allerdings“, sagt Peter Lehmann, „habe ich die Letzten
Mitte der 50er Jahre gesehen.“ Seiner Aussage nach gibt es heute definitiv keine Kreuzottern mehr auf
Weingartener Gemarkung.
Völlig gegensätzlicher Ansicht ist Otto Hill. Er erinnert sich, dass er als Junge diesen Schlangen öfters
begegnet sei. Seine Mutter hätte ihn stets gewarnt, nicht mit kurzen Hosen in dichtem Gehölz
herumzustromern. Drei Plätze hat Otto Hill in Erinnerung an denen seiner Meinung nach auch heute noch
Kreuzottern zu finden seien: in den Gewannen „Streitacker“, „Bronnloch“ und „Breitheide“. Im Streitacker seien
noch Bombenlöcher aus dem Krieg vorhanden und diese feuchten Gebiete seien ein bevorzugter
Aufenthaltsort. Weiterhin benennt er das Waldgebiet zwischen der Autobahn und Untergrombach, nämlich in
der Nähe des Forsthauses.
Seit sechs Jahren ist Förster Michael Schmitt in Weingarten beschäftigt. Hat er in dieser Zeit einmal eine
Kreuzotter gesichtet? Schmitt sagt klipp und klar „nein“. Er habe noch nie eine gesehen. Schlingnattern und
Ringelnattern gebe es dagegen zuhauf, sagt er. Beispielsweise im Gewann „Dörnig“ oder in den
Tümpelanlagen, die er an mehreren Stellen gegraben habe.
Was steht im Internet?
Philipp Berg, ein privater Schlangenhalter aus Bad Homburg, skizziert die Kreuzotter auf seiner homepage als
ein Tier mit hohem Feuchtigkeitsbedarf. Darum meide die Kreuzotter trockene heiße Plätze und halte sich
häufig in Feuchtgebieten von Mooren bis zu Bergwiesen auf.
Auch das Internet-Lexikon Wikipedia bestätigt, Kreuzottern bevorzugen zwergstrauchreiche Waldränder,
Heiden, Moore und feuchte Niederungen.

Quelle: Gemeinde Weingarten

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