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Weingarten: Fronleichnamsgottesdienst und Prozession

Pressemeldung vom 13. Juni 2012, 09:39 Uhr

„Nehmet hin“ sprach Christus zu seinen Aposteln. Er brach das Brot und reichte es ihnen, „denn das ist mein
Leib. Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Die Worte des letzten Abendmahls am Gründonnerstag erneuern die
Christen beim Fest Fronleichnam.
Die Pfarrgemeinde Sankt Michael feiert den Gottesdienst am Fronleichnamsfest seit Jahren auf dem
Rathausplatz. „Kein zweiter Gottesdienst im Jahr wird mit solchem Aufwand gestaltet“, begann Pfarrer Jürgen
Olf seine Predigt. Der Kirchenchor und der Musikverein verliehen ihm „mit Pauken und Trompeten“
festlich-musikalischen Glanz. Bereits in den frühen Morgenstunden wurde ein Blumenteppich gelegt, bunt,
prachtvoll und üppig erstreckte er sich für einen Tag durch die ganze Kirchstraße von der Bundesstraße bis
zum Kirchenportal. „Eingeladen von Christus“ lautete das Motto diesen Jahres. „Wer ist eingeladen?“ fragte
Olf. Zunächst die Apostel, dann die Jünger, dann „viele“. „Viele“ sei eine offene Zahl, da könne sich jeder
angesprochen fühlen, meinte der Pfarrer. In kraftvollen und einleuchtenden Worten ging er auf die
Realpräsenz Christi im Brot ein, an den Glauben daran und endete in der Mahnung, diese Gottesbegegnung
ernst zu nehmen. Die Kommunion sei die Vereinigung Christi mit dem Menschen, sie gebiete, Ehrfurcht vor
dem Leib des Herrn zu empfinden. Fronleichnam sei dem Altarsakrament der Wandlung des Brotes in den
Leib Christi gewidmet.
Das Wort „Fron“, weiß Roland Felleisen, bedeute soviel wie „Herr“ und „Leichnam“ habe den
Bedeutungswandel zum toten Körper nicht mitgemacht, sondern bedeute schlicht immer noch „Leib“. Der Leib
des Herrn werde durch die Straße getragen. Papst Urban IV. hatte 1264 per Dekret das Fronleichnamsfest in
die katholische Kirche eingeführt, heute ist Fronleichnam in Baden-Württemberg und mehreren anderen
Bundesländern gesetzlicher Feiertag.
Die Prozession sei innerhalb der katholischen Kirche zwar umstritten, räumte Pfarrer Olf den Badischen
Neuesten Nachrichten gegenüber ein. Aber er sehe in ihr eine sehr positive Form gelebten Glaubens. Die
Kirche gehe damit hinaus in die Welt und zeige auf schöne Weise ihren Glauben. In festgelegter Ordnung
marschieren die Gläubigen unter Gebet und Gesang hinter dem „Allerheiligsten“. Die Kinder der religiösen
Kinderstunde waren bereits am Gottesdienst beteiligt und brachten dem Pfarrer die Monstranz. In diese
Monstranz wurde das Brot eingelegt. Nur dem Pfarrer, der die Monstranz unter einem Baldachin trägt, ist es
gestattet, den Blumenteppich zu betreten. Unter Musikbegleitung, mit den Kommunionkindern in ihren
Festgewändern, Weihrauch, Kreuz und Christusfahne zog die Prozession in die Kirche ein, wo der
Gottesdienst seinen Abschluss fand.
Der ansonsten übliche Kirchplatzhock, den die Weingartener Kolpingsfamilie organisiert, wurde in diesem Jahr
aufgrund der unsicheren Wetterlage abgesagt.

Quelle: Gemeinde Weingarten

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