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Weingarten (Baden): Wieviel Arbeit macht ein Weinberg?

Pressemeldung vom 11. Mai 2015, 14:39 Uhr

4. Folge: Mit dem Winzer durch das Jahr

„Macht ein Weinberg viel Arbeit?“ werde er oft gefragt, berichtete Michael Kromer, Winzer und Kursleiter des Volkshochschulkurses „Mit dem Winzer durch das Jahr“, seinen Kursteilnehmern. Das hänge aber von so vielen verschiedenen Faktoren ab, dass es schwer pauschal zu sagen sei. Dennoch versuche er, auf der Grundlage von einem Weinberg mit sechs Ar und 300 Stöcken eine ungefähre Angabe. Bereits gezeigt habe er ihnen Rebenschneiden sowie Nachschneiden und Anbinden, was jeweils sieben bis acht Stunden erfordere. Mähen, Spritzen, Hacken zur Unkrautbekämpfung seien Arbeiten, die beliebig gemacht werden könnten. Durchstecken und Ausgeizen erfordere drei Mal je drei Stunden, Spritzen sechs bis acht Mal je zwei Stunden, Gipfeln weitere zwei Stunden und schließlich die Ernte, die hoffentlich ein Vergnügen sei. Ein regelmäßiges „Grünschnittmanagement“ sei von Vorteil, denn eine kurz gehaltene Begrünung binde Feuchtigkeit und damit Nährstoffe im Boden und verhindere Erosion. Draußen standen die Reben in zartem Grün und vor dem Beginn der Blüte. Kromer wies auf einige rötliche Punkte auf den Blättern. Es handele sich um Pockenmilben, erklärte er. Er empfehle ein schwefelhaltiges Spritzmittel, denn Schwefel und Kupfer könnten im Handel auch ohne Sachkundenachweis bezogen werden. Allerdings sei es dafür jetzt höchste Zeit, denn die „Gescheine“ seien bereits sichtbar und Schwefel dürfe nicht während der Blüte angewendet werden. Eine weitere Gefahr sei der Pilz „Oidium“. Er zeige sich durch schwarz-rötliche Flecken am Holz. Ab dem „fünften Blattstadium“ könne erstmals gespritzt werden, dann wöchentlich bis zur Vorblüte. Von Oidium befallene Beeren werden in der Genossenschaft nicht angenommen, denn bereits fünf bis zehn Prozent der gesamten Menge verderben den Geschmack des Weines. Als weitere jetzt anfallende Arbeit zeigte Kromer, was „Stämmchen putzen“ bedeute. Alle Triebe, die am Stamm des Rebstocks heraustreiben, kosten letztendlich die Fruchtruten Kraft und müssten deshalb entfernt werden. Dasselbe gelte für die Doppeltriebe. Und wieder forderte er die Teilnehmer auf, sich auf das bisher Gelernte zurückzubesinnen und dann Entscheidungsfreudig zuzugreifen.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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