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Weingarten (Baden): Weinwandertag bei schönstem Spätsommerwetter

Pressemeldung vom 9. September 2014, 12:56 Uhr

Gelungener zweiter Teil von „Musik und Wein“

Nach dem grandiosen Auftakt mit der „Hitparade“ am Samstagabend folgte am Sonntag der zweite Teil von „Musik und Wein“ des Musikvereins. Wer den Wein nicht nur im Glas kennenlernen wollte, konnte den geführten Wanderungen durch die Weinberge folgen, aber zeitgleich fand für Freunde abwechslungsreicher Blasmusik ein Musikfest mit Bewirtung auf dem Rathausplatz statt, bei dem befreundete Kapellen aus der Region zu hören waren. Um elf Uhr startete Bernd Lörz, Winzer und Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft, mit rund 50 Teilnehmern die „lange Tour“. Sie führte über beide Weinbaulagen „Katzenberg“ und „Petersberg“ und Lörz erklärte einige aktuelle Fakten zum Weinbau. Der Strukturwandel sei in Weingarten in vollem Gange, war zu hören, großes Thema waren die brachliegenden Rebflächen am Petersberg. Eine Konsequenz daraus sei die vor kurzem begonnene vorläufige Kooperation mit der Winzergenossenschaft Schliengen-Mühlheim, um den Standort Weingarten zu erhalten. Hier in Weingarten sei „die Kaderschmiede der edlen Tropfen“, der Premiumweine, geplant. Am ersten Halt auf dem steilen Aufstieg zum Schulweinberg erfuhren die Teilnehmer den Unterschied von Müller-Thurgau und Rivaner, der aus derselben Traube kommt, aber anders ausgebaut wird. Den Schulweinberg gibt es seit vielen Jahren, um Weingartner Schülern Weinbau nahe zu bringen. Ein neuer Schädling sei die Kirschessigfliege, die in Massen auftrete und zum Problem werde. Das weckte die Frage nach Pflanzenschutz und führte zum Stichwort Pheromonfallen gegen den Traubenwickler. An einem Spätburgunderhang kam Lörz auf den sortenreinen Weißherbst aus der Spätburgundertraube im Unterschied zum Rosé und auf Selektionsweine zu sprechen. Letztere seien sehr eingegrenzt definierte Sorten, die bis zu 30 Kilogramm Trauben pro ar weniger Ertrag als der Durchschnitt, dafür aber zehn Grad mehr Öchsle erzielten. Der Winzer müsse sich also bereits bei der Pflanzung entscheiden, welchen Wein er erzeugen wolle. Bräunliche, eingetrocknete Flecken auf den Beeren seien „Sonnenbrand“, eine Folge von extremer Hitze, die den Saft im Inneren der Beere zum Kochen bringt, wodurch die Haut beschädigt wird. Die Wanderer erreichten den ersten Probierstand. In einer rund 20minütigen Pause labten sie sich an einer Auswahl Weingartner Tropfen im Probierglas, und wanderten weiter, als die nächste Gruppe eintraf.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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