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Weingarten (Baden): Wandern und genießen – Der 25. Weinwandertag

Pressemeldung vom 3. September 2013, 15:02 Uhr

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahrzehnten hat sich das Konzept des „Weinwandertags“ bewährt und weit in der
Region beliebt gemacht. Zwei Touren stehen zur Auswahl, natürlich mit mehreren Startzeiten. Die „lange“
Tour führt über beide Weinanbaugebiete, „Katzenberg“ und „Kirchberg“ und misst etwa sieben Kilometer, die
kurze geht nur zu einem von beiden und misst rund vier Kilometer. Das Prinzip ist bei allen gleich: Wandern,
Wissenswertes über Weinbau und Reben erfahren, und unterwegs Wein probieren. Nur dass die „kurze“ Tour
nur zwei Probierstände ansteuert. Auf dem Rathausplatz standen die Winzer beisammen und fachsimpelten.
„Ich habe den Refraktometer dabei“ sagte Andreas Reichert. „Brauchen wir den?“ fragte Hugo Hauswirth.
„Letztes Jahr haben wir um diese Zeit schon gelesen, dieses Jahr sind die Trauben noch gut vier Wochen
zurück.“ – „Da zeigt der Refraktometer noch nicht viel an“, warf Gerhard Holzmüller ein. Seit Jahr und Tag
führt er seine Gruppen auf der langen Tour. Vom Schulhof aus folgte ihm eine große Gruppe über eine lange
Treppe zum Fuß des Eisbergs. Viele hatten sich schon mit einem Probiergläschen bewaffnet, in freudiger
Erwartung der Köstlichkeiten. Aber da Weinberge naturgemäß in der Höhe liegen, hatte der liebe Gott vor die
Belohnung den Schweiß gesetzt. „Wir werden jetzt ein paar steile Anstiege haben“, sagte Holzmüller, „da
müsst Ihr halt durch“. Er hatte nicht zuviel versprochen. Über den nicht enden wollenden Anstieg des
Eisbergwegs überwanden die Wanderer etliche Höhenmeter. Immer wieder ging der Blick ins Tal und in die
Ferne. „Es ist diesig und das bedeutet, dass es morgen schönes Wetter gibt“ wusste einer. Ein anderer
bestätigte, es sei schon fast eine Bauernregel, dass bei klarer Sicht zu den Pfälzer Bergen Regen bevorstehe.
Unterwegs erklärte der Winzer, man befinde sich auf dem Petersberg. Dieser sei nach dem Apostel Petrus
benannt und dieser sei der Schutzpatron des Kloster Weißenburgs, dessen Mönche Weingarten bekanntlich
gegründet haben. Der Petersberg sei eine extreme Steillage und das bedeute Handarbeit. „Das ist das
Problem“, sagte er und wies kurz auf die Problematik der stillgelegten Weinberge hin, die im Weiteren noch zu
sehen sein sollten. Für die Älteren zu schwer, für die Jüngeren zu zeitaufwendig. Das sei auch mit ein Grund,
dass die Mitgliederzahl der Genossenschaft in den letzten Jahren zurückgegangen sei. Die Anbaufläche
betrage noch 113 Hektar, davon seien 42 Hektar auf Weingartener Gemarkung, die übrigen stammen aus den
angeschlossenen Gemeinden. Dann war der erste Stand erreicht. Roséweine waren hier zu verkosten, aus
der Spätburgundertraube gewonnen und in verschiedenen Ausbaustufen, trocken, halbtrocken oder als
Secco. „Jetzt gehen wir einen fast ebenen Weg zum Löwental“, versprach Holzmüller den Wanderern, „da
können Sie sich unterwegs gut erholen“. Am Ende winkten Spätburgunder und Schwarzriesling. Letzterer ein
körperreicher und sehr fruchtiger Wein. Hervorragend zum Probieren aber nichts gegen Durst. Dafür gab es
auch Wasser.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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