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Weingarten (Baden): Volkstrauertag – seine Bedeutung in neuem Licht

Pressemeldung vom 18. November 2015, 09:42 Uhr

„Wie jedes Jahr gedenken wir an diesem Morgen den Millionen von Menschen, die durch Krieg und Terror ums Leben gekommen sind“, eröffnete Bürgermeister Eric Bänziger seine Ansprache zum Volkstrauertag, die durch seinen Stellvertreter Gerhard Fritscher verlesen wurde. Und dann fügte er hinzu: „Wer hätte gedacht, dass der Terror uns so nah kommt wie jetzt in Paris mit über 120 Toten und vielen Verletzten? Lassen Sie uns die betroffenen Menschen in unsere Gedanken mit einschließen.“ Die vielen Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen, seien die Auswirkungen der Kriege im Nahen Osten. Darum sei der Volkstrauertag ein Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. „Volkstrauertag. Jedes Jahr dasselbe oder heute etwas anderes?“ fragte der Vorsitzende des Ortsseniorenrates Willi Reichert. Neu sei das Gedenken der Opfer der Kriege in Afghanistan. Hier seien Soldaten gefallen, die in friedlicher Mission gekommen waren. Die Toten und Verletzten der terroristischen Anschläge in Paris sollten ebenfalls in das Gedenken einbezogen werden. Eine Reihe bedeutsamer Gedenktage kennzeichne dieses Jahr: 76 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs, 66 Jahre Grundgesetz, 25 Jahre Wiedervereinigung, 26 Jahre Fall der Mauer. Dieses letzte Ereignis sei das besondere Zeichen einer friedlichen Revolution, die von den Kirchen ausgegangen war. Die Kirchen wurden zu Orten des gewaltlosen Widerstands. Der Volkstrauertag solle als Mahnung verstanden werden, sich nicht mit der Übermacht von Hass und Gewalt abzufinden, sondern Toleranz und Entgegenkommen zu üben. Der Posaunenchor und der Gesangverein „Liederkranz“ hatten mit einer Ballade von Traugott Fünfgeld und einem vierstimmigen Kanon sowie zwei Liedbeiträgen die Gedenkfeier in der Kapelle gestaltet, Siegfried Blattner blies auf der Trompete das Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ im Angesicht der Kriegsgräber. Dort und am Wartturm wurden Kränze angebracht, am Denkmal für die Menschen, die auf Weingartener Gemarkung umgekommen waren, Kerzen entzündet.

Quelle: Gemeinde Weingarten (Baden)

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