Energiewechsel

Weingarten (Baden): „Vitamin F“ spendet für „Menschen für Frauen“

Pressemeldung vom 2. Dezember 2014, 14:01 Uhr

Seit über 22 Jahren veranstaltet das Team „Vitamin F“ in Weingarten Frauenfrühstücke und Frauenkreativmärkte. Aus den damit erwirtschafteten Überschüssen spendet es immer wieder an caritative und wohltätige Einrichtungen. Eine davon ist das das Projekt „Menschen für Frauen“, das von Prof. Dr. Jürgen Wacker, Chefarzt der Bruchsaler Frauenklinik am Fürst-Stirum-Klinikum Bruchsal, ins Leben gerufen wurde. Am vergangenen Freitag haben einige Damen von „Vitamin F“ Professor Wacker in der Bruchsaler Klinik besucht und einen Betrag von 1.000 Euro überbracht. Sie wurden sehr freundlich empfangen und erfuhren viel über das vielseitige Engagement des Chefarztes der Bruchsaler Gynäkologie. Sein medizinisches Wissen bringt Prof. Dr. Jürgen Wacker nicht nur in Baden, sondern seit Mitte der der 80er Jahre auch in Westafrika an die Frau. Wacker lebte viele Jahre mit seiner Familie in Dori im Sahel von Burkina Faso. Dort arbeitete er von 1986 bis 1988 als Entwicklungshelfer des Deutschen Entwicklungsdienstes und war Leiter des Bloc opératoire und der Maternité des Centre Hospitalier Régionale. Nach Deutschland zurückgekehrt, hielt er dem ehemaligen Ober-Volta die Treue und besuchte Dori weiterhin im jährlichen Turnus, um dort die Dorfhebammen fortzubilden und Workshops zur Behandlung von bleibenden Geburtsverletzungen anzubieten und komplizierte Fälle vor Ort auch selbst zu behandeln. Zur Unterstützung eines neuen Zentrums zur Behandlung von Geburtsverletzungen und von Folgen der Beschneidung der Frau in der Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou gründete Wacker 2008 den Verein „Menschen für Frauen“. Am 29. Oktober 2010 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Die Mitglieder des Vereines „Menschen für Frauen“ beteiligen sich aktiv an der praktischen, klinischen Arbeit in Burkina Faso. Dabei halten sich einige Ärzte länger in Burkina Faso auf um dort vor Ort zu mit ihrem medizinischen Wissen Frauen zu helfen. Am Ende des Treffens überreichte Prof. Wacker den Vitamin F-Damen zwei Exemplare seines Buches „Isaaks Schwestern“ das im Oktober 2011 im Berliner Westkreuz-Verlag erschien. Darin greift Wacker auf seine Erfahrungen aus Burkina Faso zurück. Es geht um Fatimata, die sechs Jahre alt ist, als ihre Großmutter sie beschneiden lässt. Während das Kind ihr für kurze Zeit in Obhut gegeben wird, unterzieht sie es in einer geheimen, nächtlichen Aktion diesem grausamen Ritual. Die Großmutter folgt der uralten Tradition der Beschneidung – in der festen Überzeugung, das Richtige für ihre Enkelin und die Familienehre zu tun. Im weiteren Verlauf der Erzählung spannt sich der Bogen von Burkina Faso nach Deutschland. Fatimatas Cousine Djamila entkommt aufgrund von deutschen Adoptiv-Eltern der Beschneidung. Jedoch erfährt sie in einem Reformschulinternat falsch verstandene moderne Pädagogik und die Folgen der Missachtung kindlicher sexueller Unversehrtheit. Doch hier wie dort gibt es auch Menschen, die sich immer wieder für die Rechte von Frauen und Kindern auf Selbstbestimmung und für den Schutz der Familie der Familie einsetzen. Vitamin F plant für das kommende Frühjahr eine Lesung mit Prof. Dr. Wacker in Weingarten. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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