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Weingarten (Baden): Verwaiste Familien – Schnelle und unkomplizierte Hilfe nach Verlust eines Kindes

Pressemeldung vom 13. August 2013, 14:26 Uhr

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg setzt sich gemeinsam mit der AOK
Baden-Württemberg dafür ein, Familien zu helfen, die ein Kind durch eine schwere chronische Krankheit
verloren haben. Gemeinsam mit der Nachsorgeklinik Tannheim haben die beiden Unternehmen ein Konzept
für die familienorientierte Rehabilitation verwaister Familien etabliert, das nun umgesetzt wird. Was steht
dahinter?
Es gibt Kinder, die an schweren chronischen Erkrankungen, an Krebs, Herzkrankheiten oder Mukoviszidose
leiden. Für diese Kinder ist die familienorientierte Rehabilitation gedacht: Eine Leistung zur medizinischen
Rehabilitation, bei der das schwerst kranke Kind von seinen Eltern, die selbst Reha-Leistungen erhalten,
begleitet wird. Die Einbeziehung von Eltern und Geschwistern ist nicht nur für das kranke Kind sinnvoll. Sie ist
ebenfalls nötig, da die Erkrankung des Kindes auch gesundheitliche Auswirkungen auf die übrigen
Familienangehörigen hat.
Was wird nun aber mit der Familie, wenn das kranke Kind stirbt? Hier haben die DRV Baden-Württemberg, die
AOK und die Nachsorgeklinik Tannheim die Möglichkeit einer familienorientierten Rehabilitation für verwaiste
Familien geschaffen und kommen somit sowohl dem Versorgungsbedarf als auch dem Wunsch vieler Familien
zur gemeinsamen Rehabilitation nach: „Während dieser Rehabilitation erhalten verwaiste Familien eine
individuelle psychosoziale, psychotherapeutische und medizinische Behandlung, die alle Familienmitglieder
mit einschließt. Dabei steht die Auseinandersetzung mit der neuen Lebenssituation nach dem Tod des Kindes
im Mittelpunkt. Insbesondere geht es um die Trauerreaktion und die bessere Bewältigung der damit
zusammenhängenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Belastungen für einzelne Familienmitglieder“,
so AOK-Vorstandsvorsitzender Dr. Christopher Hermann.
Denn verliert man ein Kind nach einer schweren chronischen Erkrankung, hat die Familie meist eine lange und
belastende Zeit erlebt. Es entwickeln sich überdurchschnittlich oft psychosomatische Symptome und
psychische Belastungen häufen sich bei den einzelnen Familienmitgliedern. Diese haben erhebliche
Auswirkungen auf deren Lebens- und Berufsalltag. „Ziel einer familienorientierten Rehabilitation für verwaiste
Familien ist es, den Familienverbund, also Eltern und Geschwisterkinder, in der neuen Lebenssituation zu
stabilisieren und die Handlungsfähigkeit aller Familienmitglieder sowohl im Lebensalltag als auch im
Berufsalltag wiederherzustellen“, erklärt Hubert Seiter, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung
Baden-Württemberg.
In einem unbürokratischen Verfahren teilen sich DRV und AOK die Kosten für die Rehabilitation der46/101
verwaisten Familien. Das ist bundesweit einmalig. „In Baden-Württemberg haben wir versucht, eine Lösung zu
finden und zwar so, dass es der Familie als solcher hilft“, so Seiter. Sein Wunsch wäre, dies flächendeckend
einzuführen. „Wenn man will, klappt’s“, sagt der Chef der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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