Energiewechsel

Weingarten (Baden): „Tag der Städtebauförderung“

Pressemeldung vom 11. Mai 2015, 14:33 Uhr

Bürger durften Wünsche äußern: Was macht mein Wohnquartier besonders attraktiv? Das Bild einer riesigen Baggerschaufel und das Lied der Kinder „Hallo Du im Nachbarhaus“ versinnbildlichten den Zweck dieses Tages: Bauen und Sanieren mit einem gemeinsamen Ziel: Energie zu sparen, um das Klima zu schützen. Nichts verändert eine Gemeinde so sehr und erhitzt manchmal die Gemüter wie Bautätigkeiten. Darum lädt das Bundesbauministerium jetzt vor allem die Kommunen, die Fördergelder bekommen, ein, mit ihren Bürgern bereits im Vorfeld ins Gespräch zu kommen und sponsert derartige „Kommunikationsveranstaltungen“. Die Gemeinde Weingarten hat diese Gelegenheit wahrgenommen, sich am „Tag der Städtebauförderung“ beteiligt und ist auf gute Resonanz gestoßen. Im Vordergrund stand, der Bevölkerung Informationen zu geben, aber auch Wünsche und Vorschläge anzuhören. Die Gemeinde saniert im Sanierungsgebiet „Ortskern“ die Leitungen für Wasser und Abwasser, wobei Letzteres von einem Misch- in ein Trennsystem umgestellt wird, und verlegt Glasfaserkabel für schnelles Internet. Dabei werden zugleich Straßendecken erneuert und Straßenräume umgestaltet. Den privaten Hauseigentümern bieten Bund und Land Zuschüsse als Anreiz zur energetischen Sanierung. Denn, so die Geschäftsführerin der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe, Birgit Schwegle, es sei „erklärtes Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren“ und der Löwenanteil dieser Menge stamme aus privaten Heizungen. Um diesen Themenkomplex zu erläutern, waren die Besucher zu einem Rundgang durch das Sanierungsgebiet mit vier Stationen eingeladen. Die erste Schautafel stand an der Ecke Luisenstraße /Burgstraße und zeigte Bilder und Planskizzen von der Infrastruktur und von der Gestaltungsmöglichkeit der Straßenoberfläche. Ortsbaumeister Oliver Leucht und Hauptamtsleiter Oliver Russel erläuterten die jeweiligen Inhalte. Die zweite Tafel galt dem Thema „Förderrichtlinien“ und „Abbruch“, denn, so Russel, grundsätzlich gelte zwar, Sanierung komme vor Abbruch, aber sei eine Sanierung völlig unwirtschaftlich, so werde auch ein Abbruch gefördert. Die dritte Tafel präsentierte ein Nahwärmekonzept, ein Pilotprojekt für Weingarten. Bürgermeister Eric Bänziger erklärte, die Heizzentrale befinde sich an der Turmbergschule. Der Energieträger seien die Holzhackschnitzel. Wasser werde auf 80° erwärmt und über ein Leitungsnetz in die Häuser transportiert, die Hauseigentümer brauchten nur noch einen Warmwasserspeicher einzubauen. „Klimaschutz geht nur gemeinsam“, appellierte Birgit Schwegle an die Teilnehmer. Bereits über 60 Haushalte hätten sich energetisch beraten lassen. Die vierte und letzte Tafel zeigte die Sanierung eines Fachwerkhauses, denn es gehe auch darum, das Ortsbild zu erhalten, sagte Bänziger. Zurück beim Kindergarten füllten die Besucher „Wunschzettel“ aus, um die Frage zu beantworten, was sie sich in ihrem Wohnviertel wünschen würden und was für sie Wohnqualität bedeute. Zahlreiche Vorschläge wurden genannt: Parkplätze, Bäume und Blumen, ein Zebrastreifen über die Burgstraße, weniger Hundekot, nahegelegene Einkaufsmöglichkeiten und Wege für Rollatoren freihalten, aber auch die Möglichkeit für gemeinsames Grillen und Nachbarfeste. Eine Fotodokumentation des Bürger- und Heimatvereins über die Entwicklung des Sanierungsgebiets im Lauf der Jahrzehnte und ein Malwettbewerb, in dem Kinder ihre Vorstellungen über „ihr15/117 Weingarten“ auf Papier brachten, rundeten den informativen und kurzweiligen Vormittag ab.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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