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Weingarten (Baden): Robin Hood – Begeisternde Premiere vor ausverkauftem Haus

Pressemeldung vom 11. März 2014, 15:05 Uhr

So macht Geschichte Spaß! Mag auch Robin Hood nur eine Legende sein, so war der „Weingartener
Theaterkiste“ die Geschichte vom „tapfersten Feind der Obrigkeit und dem besten Freund der Armen“ doch
eine Darstellung wert. In einem vordergründig witzigen und turbulenten, hintergründig aber sozialgeschichtlich
interessanten und anspruchsvollen Kindertheater-Stück haben über 30 Akteure unter der Regie von Petra
Frankrone und Fritz Haiber den Stoff aus dem mittelalterlichen England aufgearbeitet und großartig
umgesetzt. In einer Zeit, „als die Wälder noch wirklich Wälder waren“ herrscht in Nottingham bittere Armut.
König Richard Löwenherz (Harald Wagner) ist auf Kreuzzug und sein Beamter, der unglaublich gemeine und
gehässige Vogt (Fritz Haiber), treibt erbarmungslos die Steuern ein. Robin von Locksley (Christian Kleefeld)
kommt von diesem Kreuzzug zurück und sieht sich um sein Erbe betrogen. Er flieht in den Sherwood Forest
und wird zum Anführer einer Bande, die „den Reichen nimmt und den Armen gibt, um der Gerechtigkeit
willen.“ So sind „gut“ und „böse“ klar definiert und werden im Stück profiliert herausgestellt. Der Sheriff – eine
Paraderolle für Michael Ziegelmeyer – will Robin Hood an den Galgen bringen, aber dieser ist zu schlau für
ihn. Immer wieder schafft es der große Held, Geld zu rauben und den Armen zu geben. Der Sheriff wird
zunehmend nervös und Ziegelmeyer zeigt das hervorragend durch einen „Tick“. Und weil er nicht mehr weiter
weiß, fragt er seine Mutter, die Hexe Scharlatana um Rat. Und was macht diese? Sie wendet die Mittel der
modernen Psychologie an und legt ihn auf die Couch, um „sein Problem“ zu ergründen. Hervorragend
gespielt von Klara Knecht!
Lady Marian (Lara Spohrer) ist eine etwas naive, aber liebenswürdige Adlige, die es „nett“ findet, „dass die
Leute ihr Geld spenden, damit die Adligen reich bleiben“. Sie langweilt sich in ihrem Schloss und geht darum
auf den Markt. Sie begegnet dem großen Helden und das Band ist geknüpft. Es ist die große Stärke der
„Weingartener Theaterkiste“ atmosphärisch dichte Stücke zu schneidern, die Kinder wie Erwachsene
gleichermaßen in Bann ziehen. Dazu tragen in dieser Produktion nicht nur das bekannt gekonnte Bühnenbild
bei, sondern eine Meisterleistung der Kostümschneider und Maskenbildner. Details, angefangen von den
schlechten Zähnen des Will Scarlett bis zum protzigen Ring des Vogt, von den sehr realistisch gestalteten
mittelalterlichen Gewändern bis zu exakt passenden Geräuscheinspielungen ist das Stück ein
Gesamtkunstwerk. Besonders freut sich Regisseur Haiber über den Nachwuchs: 15 Jugendliche zwischen
neun und 16 Jahren wirken in dem Ensemble „aufmerksam und mit großer Disziplin“ vollwertig mit. Weitere
Aufführungen sind am 15. und 22. März, die Sonntags-Aufführung am 16. ist leider schon ausverkauft.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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