Energiewechsel

Weingarten (Baden): Rasante Baufortschritte in der Waldbrücke

Pressemeldung vom 28. Juni 2016, 14:54 Uhr

Die Unterkünfte für Asylbewerber auf dem alten TSV-Gelände machen rasante Baufortschritte. Der Weingartner Unternehmer Holzbau Schulz erstellt dort als Generalübernehmer in Massivholzfertigbauweise zwei zweigeschossige Gebäude mit Wohnungen für jeweils 60 Personen. Die beiden spiegelverkehrten Grundrisse ergeben jeweils eine „Wagenburg“ mit einer großen Öffnung zu einem Innenhof. Das obere Stockwerk wird durch einen umlaufenden Stahlbalkon erschlossen. „Am 18. April war die Baueingabe, zwei Monate später beginnen wir bereits mit dem oberen Stockwerk“ berichtet Dietmar Schulz, bevor er die einzelnen Arbeitsschritte näher erläutert: Am Anfang steht die Planung. Das bedeutet, dass für das gesamte Gebäude sämtliche Fenster- und Türöffnungen, Ausfräsungen für Elektroleitungen, Steckdosen, Sanitäranschlüsse, Durchbrüche und dergleichen von Anfang an festgelegt werden müssen. Dazu bediene er sich der Unterstützung eines CAD-Programms. Der zweite Schritt ist die Abstimmung mit dem Statiker, danach gehen die fertigen Pläne – per E-Mail – in die Produktion. Hier werden die Planangaben umgesetzt, wobei für die Größe der einzelnen Platten auch die Transportfähigkeit auf dem Lkw eine Rolle spielt. Die fertigen zugeschnittenen Platten kommen per Lkw just in time auf die Baustelle in der Waldbrücke. Dort werden sie aufgestellt und montiert. Es handelt sich um massive Holzbauelemente mit einer umlaufenden Wärmedämmung aus Holzwollweichfaserplatten. Durch diese komplette Umhüllung entstehen keine Wärmebrücken und dringt keine Feuchtigkeit ein. Innen werden die Holzelemente mit Gipskartonplatten (Trockenbau) F 30 zum Brandschutz verkleidet. Durch diese „Kapselung“ besteht keine Brandgefahr der Holzbauweise. Die Gipskartonplatte wird tapeziert und gestrichen, nur an der Holzdecke bleibt die Holzmaserung sichtbar. Ein weiterer Vorteil dieser ökologischen Bauweise ist einer sehr geringer Primärenergieaufwand, ein angenehmes Raumklima, ein Gewinn an Wohnfläche zwischen 10 bis 15 Prozent durch schlankere Wandquerschnitte gegenüber Ziegelwänden. Und nicht zuletzt die kurze Bauzeit. Die Balken des Dachstuhls liegen schon bereit. Der Zeitplan ist sportlich: Stehen die Wände erst einmal, so kommen die Gewerke Estrich, Trockenbau, Sanitär, Heizung und Elektro zum Einsatz. Bis Dezember dieses Jahres soll der Standort „altes TSV-Gelände“ bezugsfertig sein.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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