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Weingarten (Baden): Neubürger erkunden Weingarten

Pressemeldung vom 1. Oktober 2013, 09:07 Uhr

Auf großes Interesse stieß die Einladung, die Bürgermeister Eric Bänziger an alle Neubürger ausgesprochen
hatte, unter der kundigen Führung von Klaus Geggus, ihren neuen Heimatort Weingarten historisch und
kulturell kennenzulernen. Rund 40 Personen hatten sich am späten Donnerstag Nachmittag auf dem
Rathausplatz eingefunden. „Willkommen im fröhlichen Weindorf“ rief Bänziger ihnen zu. Er sei selbst erst gut
drei Jahre hier und habe Weingarten vor seiner Zeit als Bürgermeister nicht gekannt, bekannte er freimütig.
Aber er habe den Ort lieben und schätzen gelernt. Die Menschen hier seien noch ländlich geprägt, aber in den
Köpfen schon städtisch. Eines der wichtigsten Merkmale sei der Weinbau, der vor über 1000 Jahren durch die
Weißenburger Mönche in „Wingarten ultra renum“ schon begonnen habe. Aufmerksam lauschten die Bürger
seinen Ausführungen über das Wetter, das hier immer ein klein wenig besser sei als woanders.
Beispielsweise habe das große Unwetter im Juni dieses Jahres in der ganzen Umgebung große Schäden
angerichtet, nur in Weingarten nicht. Als Vorstandsmitglied der Winzergenossenschaft berichtete Bänziger
über die Weinlese, die mittlerweile begonnen hatte, kam über den Einzelhandel zur Gastronomie und schlug
den Bogen zu den Vereinen. Genau 10069 Einwohner habe Weingarten jetzt, darunter seien seit Januar 280
Neuanmeldungen. Darum sei ihm die Idee gekommen, die neuen Bürgerinnen und Bürger auf diese Weise zu
begrüßen und er heiße sie noch einmal „herzlich willkommen“. Der Ortsrundgang führe durch die
geschichtsträchtige Ortsmitte und ende im Winzerkeller bei einer kleinen Weinprobe. Nun ergriff Klaus Geggus
das Wort und gab einen kleinen Einblick in die frühgeschichtlichen Ursprünge Weingartens. Im Zeitraffer
beleuchtete er die Entwicklung von den steinzeitlichen Siedlungen, nachgewiesen am Höheforst und im
Dörnig bis zur ersten urkundlichen Erwähnung in 991. Die wechselvolle Geschichte begann mit der Kurpfalz
1349, im Mittelalter hatte der Weinbau Hochkonjunktur. Um 1617 war Weingarten ein reicher Marktflecken mit
2000 Einwohnern, Fachwerkhäusern, Kirche und Wartturm. Dann kam der 30jährige Krieg, Pest, Hungersnot
und im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde Weingarten total niedergebrannt. Am Ende überlebten 28 Einwohner.
Dann siedelten Schweizer Einwohner an und brachten den Ort wieder vorwärts. Bürgermeister Bänziger
schmunzelte, sein Name sei ebenfalls schweizerischen Ursprungs, darum dürfe er sich dazu zählen. Die
Gruppe brach auf, überquerte den Bach, wanderte durch die Lepp-Passage und stieg als erstes in den
Amtskeller unter der Grundschule hinunter. Die weiteren Stationen waren das Gasthaus „Löwen“, die
evangelische Kirche, die Simultankirche, der Gailbumber, die Synagoge, die Keltergasse als Standort der
ehemaligen Weinkelter und das ehemalige Schulhaus, heute Anwesen Krumes. Hier gilt ein herzliches Dank
an Frau Birk und Herrn Krumes für die „offene Tür“ und die ausführlichen Erläuterungen zu der Restaurierung
der hisorischen Gebäude.
In der Winzergenossenschaft wurde die Gruppe mit einem Glas Sekt begrüßt und von Frank Gauss in die
Geheimnisse des Weinbaus eingeweiht. Im Winzerkeller wurden den Neubürgern, bei einigen Kostproben aus
dem Weinkeller, Weingartens großartige Events ans Herz gelegt und Bürgermeister Bänziger berichtet über
die vielfältige Vereinsarbeit sowie die Gemeinderatstätigkeit bei der Gemeinde. Damit fand die Tour einen
ebenso wohlschmeckenden wie passenden Abschluss.7/136

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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