Energiewechsel

Weingarten (Baden): Neubau von 19 Reihenhäusern „Am Gipfelsberg“

Pressemeldung vom 14. Mai 2014, 08:47 Uhr

Nachdem sich an den Grundstücken am östlichen Ortsrand von Weingarten „Am Gipfelsberg“ seit dem
Spatenstich für die Erschließung in 2008 nur ein einziges Haus gebaut wurde und weiter bislang nichts mehr
bewegt hat, tritt nun ein neuer Bauherr auf den Plan. Die Mautner Hausbau GmbH aus Bad Wildbad
beabsichtigt den Bau von 19 Reihenhäusern. Die Grundmaße der Zweiergruppen betragen 11 x 10,70 Meter,
der beiden Dereiergruppen 11,30 x 15,70 Meter und die einer Fünfergruppe liegen bei 11,30 x 26,30 Meter.
Die Firsthöhen sind einheitlich bei 9,10 Meter, nur der Fünferkomplex bei 12 Meter. Alle Dächer sind
Pultdächer mit einer geringen Neigung. Die Fünfergruppe wurde von einigen Räten als sehr massiv
empfunden, aber Bürgermeister Eric Bänziger wies darauf hin, dass die Gemeinde auf die Gestaltung keinen
Einfluss habe. Er erwarte jedoch, dass der Bauherr mittels Farbgebung oder anderen gestalterischen Mitteln
das Ganze etwas strukturiere, um den Baukörper weniger massig erscheinen zu lassen. Alle Festsetzungen
des Bebauungsplans – Grundflächenzahl und Stellplätze – seien eingehalten, die geplanten Terrassen,
Eingangsüberdachungen und Balkone seien als untergeordnete Gebäudeteile außerhalb des Baufensters
zulässig. Das Gremium nahm den geplanten Neubau von 19 Reihenhäusern somit lediglich zur Kenntnis.
Dachgauben und Balkon im Lessingweg.
Der Bauantrag umfasst die Errichtung von je einer Schleppgaube auf der östlichen und der westlichen
Dachhälfte sowie die Errichtung eines Balkons an der westlichen Hauswand. Dazu soll im rückwärtigen Teil
das Dach angehoben werden, so dass die Traufhöhe überschritten wird und ein Kniestock entsteht. Das
ganze Vorhaben beruht auf Befreiungsanträgen, die aber in der Vergangenheit in vergleichbaren Fällen
bereits erteilt wurden. Nun sollen diese aber noch einmal überschritten werden. Allerdings betreffen sie nur
eine straßenabgewandte Seite, sind also nicht einsehbar. „Die Befreiungen gehen immer weiter, es wird
immer noch mehr aufgesattelt“, monierte Hans-Martin Flinspach (WBB). Erich Höllmüller (SPD) pflichtete ihm
bei, „jede Befreiung holt uns irgendwann wieder ein“. Gerhard Fritscher (CDU) vertrat die Meinung, so lange
diese Befreiungen den Nachbarn keine Nachteile brächten, könnten sie auch genehmigt werden. Fritz Küntzle
(CDU) schlug als Kompromiss vor, die bislang gegebenen Befreiungen – vor allem betreffend der
Dachneigung – nicht weiter zu unterschreiten. Aufgrund der rückwärtigen, nicht einsehbaren Lage hatte die
Verwaltung den weitergehenden Vorschlag gemacht, den Befreiungen wie beantragt zuzustimmen. Dem
stimmten sieben Mitglieder des Gremiums zu, drei waren dagegen.
Neubau Einfamilienwohnhaus Ernst-Vögele-Straße.
Der Bauantrag war nur zur Kenntnis zu nehmen, da alle Festsetzungen des Bebauungsplans eingehalten
werden.
Bauvoranfrage Einfamilienhaus „Am Graben“5/163
Die Bauherren planen, ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung auf einer Grundfläche von 265 m² zu
errichten. Die Begründung lautete, dass Wohnraum für eine sechsköpfige Familie sowie eine
Einliegerwohnung zur Aufnahme eines weiteren Familienmitglieds geschaffen werden soll. Die Wohnfläche
soll nicht über drei Geschosse verteilt werden. Weitere Befreiungsanträge betrafen die Überschreitung des
Baufensters durch Garagen, die Überschreitung der talseitigen Wandhöhe und die abweichende Dachform.
Nach einem Beschluss des Gemeinderates aus dem Jahr 2006 wurde die maximale Grundfläche eines
Wohnhauses auf 150 m² pro Grundstück festgelegt. Unter diesen Umständen müsste die Bauvoranfrage
abgelehnt werden, denn eine Befreiung in diesem Ausmaß sei nicht möglich und habe es in der
Vergangenheit noch nie gegeben, erklärte Bürgermeister Eric Bänziger. Um den Wünschen der Bauherren
nachzukommen, müsste der Bebauungsplan geändert werden. Erich Höllmüller schlug als Kompromiss vor,
der Bauherr solle den Bauantrag zurückziehen und noch einmal mit der Verwaltung Rücksprache nehmen.
Friederike Schmidt (SPD) war der Meinung, eine Änderung des Bebauungsplans wäre die beste Lösung.
Gerhard Fritscher (CDU) stellte die Frage, ob das nicht auch anderen Anliegern zugute komme.
Schlussendlich stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik einstimmig dafür, dass der
Bauherr den Bauantrag zurückziehen und eine Änderung des Bebauungsplans vorgenommen werden soll.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis