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Weingarten (Baden): Manfred Koch stellt im Rathaus aus

Pressemeldung vom 14. Mai 2014, 08:52 Uhr

Das großformatige Ölgemälde zeigt Weingartens Marktbrücke unter einer Schneedecke. Dem Walk’schen
Haus gegenüber steht noch das Gasthaus Lamm, das Auffälligste aber sind Kinder mit einem Schlitten, mitten
auf der Straße, kein einziges Auto ist zu sehen. „Das muss man sich heute auf der B 3 einmal vorstellen“,
kommentierte Bürgermeister Eric Bänziger. Das Bild zeigt eine heile Welt, wie sie der Maler Manfred Koch aus
seinen Kindertagen noch in Erinnerung hat. Unter dem Titel „Realistische Malerei“ stellt er bis 31. Oktober im
Weingartner Rathaus aus. Die Kunsthistorikerin Helene Seifert hat den Gästen der Vernissage seine Bilder
erläutert. „In mir klingt ein uraltes Lied aus längst vergangenen Zeiten“ begann sie ihre Ausführungen. Einige
der rund 40 Werke Manfred Kochs beschrieb die Expertin im Detail: der Bauer, der hinter dem Pflug geht, die
Gänseliesl, die Landschaft mit Kirche unter blauem Himmel, die Sonnenblumen. Allen sei gemeinsam, dass
sie einem Gefühl Ausdruck verliehen, nach dem wir uns alle zurücksehnten. Heimat, Friede, Geborgenheit.
Liebevolle Details und akribische Genauigkeit zeichneten die Bilder aus. Dabei komme es nicht auf die
geografische Örtlichkeit an als vielmehr auf die den Bildern innewohnende Stimmung. Die dargestellte Natur
stünde stellvertretend für den Wunsch nach einer intakten Natur fern aller heutigen Probleme – einer heilen
Welt. Auch Bürgermeister Bänziger sah das so. Die Darstellung der guten alten Zeit entspreche einer tiefen
Sehnsucht des Menschen. Waren bislang eher abstrakt malende Künstler vertreten, so sei er der erste
Weingartner Aussteller und der erste, der ganz realistisch darstelle. Seine Bilder kämen in dem alten Gebäude
des Rathauses zu besonderer Wirkung und veränderten die Stimmung im Haus. Die Bilder zeigten zwar eine
vergangene Zeit, aber auch in unseren Tagen seinen dörflichen Charakter zu erhalten, sei Weingarten immer
noch bestrebt, beispielsweise mit denkmalgeschützten Gebäuden. Mit Liedern vom Dorfschmied und vom
Tante-Emma-Laden rundete Manfred Koch – der nicht nur malt sondern in die gleiche Richtung auch musiziert
und sich selbst auf der Gitarre begleitete – den Blick in die Vergangenheit ab. Seine Frau Gisela, die seine
Arbeit seit vielen Jahren kritisch begleitet, rezitierte zwei eigene Gedichte über den Schaffensprozess des
Malens an sich.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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