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Weingarten (Baden): Impressionen vom Wahlabend

Pressemeldung vom 26. Mai 2014, 14:05 Uhr

Gegen 20.30 Uhr ist es im Turmzimmer des Weingartener Rathauses noch ruhig. „Wahlservice ab 18.30 Uhr“
bietet die Gemeinde an, aber nur die vorläufigen Ergebnisse der Europawahl laufen über den Beamer. In allen
Amtsstuben sind die Wahlhelfer noch mit der Auszählung der Gemeinderatswahl beschäftigt. Und das wird
noch dauern. Die Auszähler sind zu viert, einer tippt in den Rechner, einer sagt an, der dritte kontrolliert, der
vierte hat Pause, regelmäßig wird gewechselt. „Das ist eine Konzentrationsfrage“, ist zu hören, „denn jede
einzelne Stimme muss in den Rechner eingetippt werden.“ Langsam füllt sich das Turmzimmer, nach und
nach treffen auch Kandidaten ein, gedämpfte Unterhaltung, gespanntes Warten. Die Europawahlergebnisse
sind immer noch zu sehen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Drei-Prozent-Hürde
aufgehoben hat, wird allgemein eher negativ beurteilt. Es zeichnet sich ab, dass bei den Europawahlen in
Weingarten die CDU die stärkste Partei wird, es gibt kaum Unterschiede in den einzelnen Wahlbezirken.
Lediglich bei der SPD, stellt Gerhard Fritscher fest, ist erkennbar, dass die Waldbrücke traditionell ein starker
SPD-Wählerstandort ist. Helfried Mieden kommt dazu. Er erzählt Anekdötchen von der Auszählung vor 20, 30
Jahren, als die ersten Computer noch keine Wahlerfassungsprogramme hatten. „Die Stimmzettel wurden mit
Strichlisten gezählt“, erinnert er sich, „und die fertigen Listen dann an Pinnbrettern ausgehängt. Es war
mühsam und fehlerträchtig.“ Um 21.15 treffen endlich die ersten Zwischenergebnisse der Gemeinderatswahl
ein. „Vorsicht“, mahnt Bürgermeister Eric Bänziger, „das ist noch lange nicht endgültig“. Weiter Warten.
„Vielleicht gegen 23 Uhr“ meint Hauptamtsleiter Oliver Russel, „könnte das Ergebnis feststehen.“ „Ich habe
schon eine Weile gebraucht, bis ich mich eingearbeitet hatte“, gibt Gemeinderätin Friederike Schmid
unumwunden zu, die als Nachrückerin für Claus Günther an den Ratstisch kam. Das große Spektrum der
Arbeitsgebiete und die bürokratischen Schritte waren zu Anfang beeindruckend viel und gewöhnungsbedürftig.
Heute habe sie sich gut eingearbeitet und empfinde die Tätigkeit als persönliche Bereicherung. Sicherlich sei
der Zeitaufwand hoch, aber sie habe gerne erneut kandidiert, um sich einzubringen. Sie würde aber die
Bevölkerung gern bitten, mit den Neulingen Geduld zu haben und ihnen mindestens ein Jahr Zeit zur
Einarbeitung zuzubilligen. Die Vielschichtigkeit des Amtes hatte auch Karlernst Hamsen zu Anfang
unterschätzt, der bereits in 2009 gewählt wurde. Aber er habe von den älteren Ratsmitgliedern und denen, die
schon länger im Amt seien, gute Tipps und viel Hintergrundwissen bekommen. Roland Felleisen, Vorsitzender
des Bürger- und Heimatvereins, Redakteur einer Weingartener Wochenzeitung und ebenfalls Kandidat, habe
sich „in den Dienst der Partei gestellt“. In welchem Umfang er diese Ämter im Falle seiner Wahl noch ausüben
könne, habe er sich „noch keine Gedanken gemacht“. Er wolle erst das Ergebnis abwarten, dann entscheiden.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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