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Weingarten (Baden): Im Vogelpark Waldbrücke tut sich viel

Pressemeldung vom 9. September 2014, 13:06 Uhr

„Mittlerweile haben wir rund 40 Abgabevögel“, berichten der Vorsitzende des Vogelvereins Waldbrücke, Bernd Kurzenhäuser, und die Zuchtwartin Ursula Blum. Was mit zwei Graupapageien angefangen hatte, zog immer weitere Kreise. Ursula Blum musste die beiden dem Verein überlassen und bot als Gegenleistung Mithilfe bei der Pflege an. Aus Gelegenheit wurde Regelmäßigkeit, mittlerweile ist sie ständiges Mitglied im Vogelverein und sachkundige Ansprechpartnerin für Vögel aller Art. Dafür nimmt sie sich nicht nur viel Zeit, sondern hat ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen. Der Verein legt strenge Kriterien an die Aufnahme fremder Vögel. Es müssen seitens des Besitzers zwingende Gründe vorliegen, die die Haltung des Tiers einfach nicht mehr zulassen. Der Besitzer verstirbt oder er muss seine Zucht auflösen oder er entwickelt eine Allergie oder ähnliches. Lediglich ein plötzlicher Sinneswandel ist nicht ausreichend. „Es gibt aber auch noch andere Gründe“, sagt Ursula Blum und erklärt das am Beispiel der beiden Gelbbrustaras. Diese sind keine Abgabevögel, der Verein hat sie jung gekauft. „Viele Leute kaufen Papageien als Jungvögel“, erklärt sie, „aber der Züchter sagt ihnen nicht, dass Aras erst mit fünf, sechs Jahren geschlechtsreif werden und danach manchmal einen völlig anderen Charakter entwickeln und häufig aggressiv werden.“ Damit kämen viele nicht klar und geben das Tier dann wieder ab. Papageien müssten auch ständig beschäftigt werden. Ihre Lernwilligkeit sei anfangs noch possierlich, wenn sie „hallo“ rufen oder eine Telefonklingel nachahmen können. Lasse die menschliche Zuwendung allerdings nach, nähmen sie das übel. Oder die Besitzer unterschätzen den Zeitaufwand. „Wenn Papageien langweilig wird, können sie die Einrichtung kaputt machen“, sagt Ursula Blum. Darum hat sie das „Training“, das sie den beiden Aras angedeihen lässt, in die Wintermonate verlegt, wenn sie der Kälte wegen im Haus sein müssen. Sie „dressiert“ sie nicht, sondern macht sie mit tierpsychologischem Geschick handzahm, damit sie sich wenigstens soweit anfassen lassen, damit Ursula Blum kleinere Verletzungen selbst behandeln oder sie nach Milben absuchen oder ähnliches kann. „Mehr Vögel können wir kaum noch aufnehmen“, sagt Kurzenhäuser, „sonst kommen wir an unsere Kapazitätsgrenzen“. Das weitläufige Hirschgehege hat der Verein mittlerweile abgeschafft. „Wir konzentrieren uns jetzt nur noch auf Vögel“, ist zu hören, „und wollen den Park unter diesem Aspekt wieder richtig auf Vordermann bringen.“ Auch dazu dienen die neuen Volieren, die Kurzenhäuser, Erich Blum, Peter Fanz und Andreas Fanz mit Vierkanthölzern, Spanplatte und Maschendraht selber bauen. Für das Futter, das „Vögel in Not“ jetzt brauchen, macht der Verein gelegentlich einen Spendenaufruf.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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