Energiewechsel

Weingarten (Baden): Holger Knebel erneut Deutscher Vizemeister

Pressemeldung vom 15. Dezember 2015, 15:21 Uhr

Bei den in Seligenstadt (Hessen) ausgetragenen Deutschen Amateurmeisterschaften im Tischtennis belegte der in Weingarten wohnende und für die TG Söllingen startende Holger Knebel im Einzel wie im Vorjahr den zweiten Platz. Zum Schluss war die Freude groß, allerdings strapazierte Holger Knebel die Nerven des Baden Württembergischen Betreuerteams im Turnierverlauf wieder in einigen Situationen unnötig. Gestartet wurde mit 32 Teilnehmern in 8 Vierergruppen, wobei sich die beiden Gruppenersten für das Achtelfinale qualifizierten. Traditionell hatte Holger Knebel kein Losglück und erwischte mit Vertretern aus den spielstarken Verbänden Bayern und Hessen laut Experten eine der schwersten Vorrundengruppen. Gleich im ersten Einzel gab es gegen den Pfälzer Meister Sebastian Stumpner eine nicht erwartete Niederlage. Holger Knebel lag bereits mit 2:1 Sätzen in Führung, verlor dann allerdings knapp Satz 4 trotz eigenem Aufschlag beim Stande von 9:9 durch zwei vermeidbare Fehler mit 9:11. Der fünfte Satz hatte dann für die Zuschauer hohen Unterhaltungswert. Holger Knebel führte bereits 6:2. Dann folgte eine beispiellose Negativserie, Sebastian Stumpner machte Punkt um Punkt, so dass er 10:7 in Führung ging. Auf der Baden Württembergischen Trainerbank herrschte Fassungslosigkeit und blankes Entsetzen. Es gelang Holger Knebel zwar noch, zwei Matchbälle abzuwehren und auf 9:10 zu verkürzen, den letzten Matchball konnte der Pfälzer Meister allerdings zum vielumjubelten 11:9 Satzgewinn und somit knappen 3:2 Sieg nutzen. Somit hatte die nächste Partie gegen den Hessischen Meister Julian Ruppel vom TTC Fulda Marberzell schon vorentscheidenden Charakter. Hier gab es für Holger Knebel ein freudiges Wiedersehen mit einem alten Weggefährten aus gemeinsamen Zeiten in der Regionalliga (heute 3. Liga) beim FV Wiesental: Quing Yu Meng, jahrelang erfolgreicher Bundesligaspieler, heute mit 41 Jahren immer noch in der Deutschen Rangliste die Nummer 13 und Trainer der Bundesligamannschaft des TTC Fulda Marberzell und von Julian Ruppel. Als Meng aus China nach Deutschland kam, war Wiesental seine erste Station als Spieler. Obwohl Quing Yu Meng die Stärken und Schwächen von Holger Knebel sehr gut kennt, konnte dieser die Begegnung gegen Julian Ruppel ohne große Mühe mit 3:0 gewinnen. Im letzten Spiel der Vorrunde kam es gegen den Bayerischen Meister Thomas Klein zu einem echten Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale, da auch dieser gegen Stumpner verloren und gegen Ruppel gewonnen hatte. Nachdem Holger Knebel den ersten Satz mit 10:12 verloren hatte und es schon wieder erste Sorgenfalten beim Betreuerteam gab, konnte er sich entscheidend steigern und die nächsten beiden Sätze mit 11.6 und 11:4 für sich entscheiden. Im 4. Satz wurde es noch einmal spannend, aber beim Stand von 9:9 bewies Holger Knebel Nervenstärke und konnte den Satz durch zwei hervorragend herausgespielte Punkte mit 11:9 und somit das Spiel mit 3:1 für sich entscheiden. Die Finalrunde wurde dann am zweiten Turniertag ausgetragen. Im Achtelfinale kam es zu einer Partie, die für die Zuschauer einen hohen Unterhaltungswert hatte und wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Gegner war der Westdeutsche Meister Michael Jöbkes. Bis zum Stand von 10:10 konnte sich keiner der Kontrahenten entscheidend absetzen, sodass die Verlängerung die Entscheidung bringen musste. Jöbkes hatte den Vorteil, dass er zuerst aufschlagen durfte und auch mit 11:10 in Führung ging. Holger Knebel konnte jedoch9/153 ausgleichen. Dieses Spektakel wiederholte sich zur Freude der Zuschauer bis zum Stand von 18:18. Michael Jöbkes konnte also insgesamt 8 Satzbälle nicht nutzen. Als Holger Knebel dann den Punkt zum 19:18 erzielte, ging ein Raunen durch die Zuschauermenge, da nun er zum ersten Mal die Chance auf den Satzgewinn hatte. Zum Entsetzen der Baden Württembergischen Trainerbank konnte Holger Knebel allerdings diese Chance nicht nutzen. Bis zum 23:23 vergab wiederum Michael Jöbkes vier weitere Satzbälle. Da auch Holger Knebel seine zweite Chance zum Satzgewinn beim Stand von 24:23 nicht nutzen konnte, ging die Partie unter den gespannten Blicken der Zuschauer weiter. Holger Knebel ließ sich trotz der vergebenen Chance und den immer blasser werdenden Gesichtern auf der Trainerbank nicht aus der Ruhe bringen, wehrte einen weiteren Satzball ab und konnte schließlich diesen denkwürdigen Satz mit 27:25 für sich entscheiden. Von diesem Trauma erholte sich der Westdeutsche Meister nicht mehr, so dass Holger Knebel die beiden folgenden Sätze mühelos mit 11:4 und 11:8 gewinnen konnte. Auch der Rheinländische Meister Dennis Böckler war im Viertelfinale von den vorherigen Ereignissen sichtlich beeindruckt und fand nur selten zu seinem Spiel, so dass Holger Knebel zu einem deutlichen und ungefährdeten 3:0 Erfolg kam. Im Halbfinale kam es dann zu einem verbandsinternen Baden-Württembergischen Duell mit Cedrik Wyrich. Den ersten Satz konnte Holger Knebel etwas glücklich mit 11:9 gewinnen. Im zweiten Satz hatte er beim 11:5 wenig Mühe. Völlig unverständlich verlor Holger Knebel im folgenden Satz dann allerdings seine spielerische Linie und war mit 6:11 unterlegen. Im 4. Satz konnte er sich dann deutlich steigern, diesen mit 11:6 gewinnen und in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einziehen. Hier musste Holger Knebel dann allerdings die spielerische Überlegenheit des Berliners Oliver Goihl anerkennen und sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Quelle: Gemeinde Weingarten (Baden)

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