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Weingarten (Baden): Für Weingarten wichtige Ziele erreicht

Pressemeldung vom 18. Februar 2015, 09:32 Uhr

Bürger- und Heimatverein kann auf sein 50-jähriges Bestehen zurück blicken

Der Bürger- und Heimatverein wurde am 6. Februar 1965 gegründet und kann daher heuer auf sein 50-jähriges Bestehen zurück blicken. Er kann das Jubiläum mit einer gewissen Genugtuung feiern, denn in dem halben Jahrhundert kontinuierlicher Arbeit haben viele engagierte Mitglieder doch einige sichtbare Erfolge für das „fröhliche Weindorf“ erreicht. Er war, wenn man so will, die erste erfolgreiche Bürgerinitiative in Weingarten. Aktueller Anlass für seine Gründung war der damalige Beschluss des Gemeinderats, den Walzbach vom Bahnhof bis zur Brunnenstraße im Oberdorf zu verdolen, die Marktbrücke abzureißen und den Verkehr auf der Landesstraße 559 zwischen den beiden Kirchen und dem katholischen Pfarrhaus auf dem verdolten Bach vorbei zu führen. Das hätte den historischen Ortskern mit dem Marktplatz und der Tullabrücke als Mittelpunkt unwiederbringlich zerstört und damit auch Weingartens unverwechselbaren Charakter dem Moloch Verkehr geopfert. Dass es nicht so weit kam, ist in erster Linie dem damaligen CDU-Gemeinderat und Landtagsabgeordneten Ernst Kühnle und seinen engagierten Mitstreitern zu verdanken. Ihnen gelang es, ein Vorbereitungsteam zur Gründung eines Bürger- und Heimatvereins zu gewinnen. Bei der ersten Zusammenkunft wurden Erwin Holler, Otto Langendörfer und Wilhelm Stoll an die Spitze dieses Komitees berufen. Die Gründungsversammlung wurde für Samstag, 6. Februar 1965, ins Gasthaus „Goldene Krone“ einberufen. Dabei wählten die 24 Gründungsmitglieder Ernst Kühnle zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins. Dieses Amt hatte er neben seinem Gemeinderats- und Landtagsmandat zehn Jahre lang inne, bevor Helmut Hartmann 1975 sein erster Nachfolger wurde. Wegen dessen starken beruflichen Belastung übergab er den Vorsitz jedoch bereits 1976 an Klaus Geggus, der den Verein dann 17 Jahre lang erfolgreich führte, bevor er ebenfalls aus beruflichen Gründen das anspruchsvolle Ehrenamt 1993 an Ernst Wolf übergab. An dessen Stelle trat 1999 Dieter Rauch, und seit 2001 hat Roland Felleisen den Vorsitz inne. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sah der Verein von Anfang an in der Pflege und Förderung des Bürgersinns, in der Erforschung und Sammlung heimatgeschichtlicher Schriften und Gegenstände zur Herausgabe einer Ortschronik und in der Schaffung eines Heimatmuseums, in der Mitsprache und Mitwirkung bei der Gestaltung und Erhaltung von Plätzen, Straßen, Anlagen, Denkmälern, Bauwerken und in sonstigen heimatgeschichtlichen Projekten und schließlich in der Förderung, dem Ausbau und Pflege von Spazier- und Wanderwegen sowie des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Viele dieser Ziele sind in der Satzung verankert und wurden auch erreicht. Dementsprechend engagierte sich der Verein auf vielen Feldern wie Gemarkungsputz, Blumenschmuckwettbewerbe, Fassadengestaltung, Kunst- und Hobbyausstellungen, Museumsbesuche,7/123 Wanderungen, Fachvorträge, kulturelle Feste, Ausflüge, Orts- und Museumsführungen und in jüngerer Zeit auch in der Museumspädagogik. Zu diesen Zwecken suchte der Verein auch immer die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie dem Hausfrauenbund, dem Obst- und Rebbauverein, der AGNUS, den Moorfreunden, den Kindergärten sowie der Turmbergschule und der Volkshochschule. Besonders erfolgreich ist der Verein auch auf dem Sektor der Veröffentlichung heimatkundlichen Schrifttums. Seit 1976 hat er 18 interessante Publikationen verantwortlich herausgegeben. Darunter sind zum Beispiel Broschüren mit ausgewählten Gedichten von Christian Schaufelberger und Josef Wolf sowie heitere Mundart von Otto Langendörfer oder die Geschichte der Juden in Weingarten von Hayo Büsing und Robert Hill sowie der Bildband „Weingarten in Baden“ von Roland Felleisen und zwei Bildmappen mit historischen Fotos und farbigen Aquarellen mit Weingartener Motiven. Das umfangreichste Werk war 2000 das „Heimatbuch Weingarten (Baden)“ von Heimatforscher und Pfarrer Albert Nikolaus. Die Nachfrage nach dem 566 Seiten starken Band der Heimatgeschichte war so groß, dass die über 1100 Exemplare innerhalb kurzer Zeit ausverkauft waren. Außer den genannten Schriften veröffentlicht der Verein seit 1984 jährlich die „Weingartener Heimatblätter“ mit einem breiten Spektrum interessanter heimatkundlicher Artikel. Von den vielfältigen Aktivitäten, die hier nicht alle genannt werden können, sind die Pflege des Volkstanzes und die Planung und Realisierung des Wasserrads am „Gailbumber“ ebenso erwähnenswert wie die Museumsarbeit. In diesem Jahr konnten der Verein und die Gemeinde bereits das 25-jährige Bestehen des Museums im Wartturm mit einem Festakt im Rathaus feiern, und seit 2012 ist im eigenen Haus das neue Heimatmuseum mit der Präsentation der Ur- und Frühgeschichte und der Naturkunde Weingartens eine besondere Attraktion. Doch auch für die Zukunft bleibt noch vieles zu tun, um in der renovierten Museumsscheune die größeren Exponate aus der Landwirtschaft und dem Weinbau sowie dem Gewerbe zeigen zu können. Das 50. Vereinsjubiläum wird am Samstag, 25. April, mit einem Festabend im historischen Löwensaal besonders gefeiert.

Quelle: Gemeinde Weingarten (Baden)

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