Energiewechsel

Weingarten (Baden): Forsteinrichtungserneuerung 2015 – 2024 beschlossen

Pressemeldung vom 3. November 2015, 14:39 Uhr

Alle zehn Jahre ist nach dem Landeswaldgesetz ein Inventurverfahren im Wald vorgesehen, damit eine geregelte, nachhaltige und zukunftsweisende Waldnutzung gesichert ist. Der Leiter des Forstbezirks Ost, Bernd Schneble, und Gemeindeförster Michael Schmitt haben die Planungen bis 2024 aufgestellt und berichteten dem Gemeinderat. Die Ziele der Waldbewirtschaftung sind der Erhalt der Klimaschutz- und Erholungsfunktion des Waldes, seiner Bedeutung für den Naturschutz und die Umsetzung des Konzepts der „Naturnahen Waldwirtschaft“. „Alle zwei Sekunden wächst dem Weingartner Wald ein Kubikdezimeter Holz zu“ veranschaulichte Schneble an einem mitgebrachten Würfel. Insgesamt seien das sieben Festmeter pro Hektar und Jahr. Dennoch betrage der geplante Hiebssatz nur gut sechs Festmeter, um den Holzvorrat für kommende Generationen aufzustocken. Somit sei der immer wieder von Bürgern geäußerte Vorwurf, „den Wald leerzuräumen“ völlig falsch. Sodann erläuterte Schneble den Zustandsbericht im Einzelnen: 87 Prozent des Baumbestandes sei Laubholz, häufigste Baumarten seien Buche, Eiche, Esche und Roterle, häufigste Nadelbäume Kiefer und Douglasie. Das Altersspektrum sei ausgeglichen. Der Verjüngungszugang lag bei knapp 58 Prozent. Die Waldfläche betrage insgesamt 906 Hektar, 502 davon liegen innerhalb von FFH-Gebieten. Das Eschentriebsterben habe drastisch zugenommen. Noch betrage der Eschenanteil zwölf Prozent, soll aber durch Roterle und Pappel sukzessive ersetzt werden. Pappel tauge zwar wenig als Brennholz, sei aber in der Spankorb- und Verpackungsindustrie ein „Geldbringer“. Besondere Herausforderungen stellen viele kleine, örtlich voneinander getrennte Hiebe dar, die zeitaufwendig seien und gute Ortskenntnisse erfordern. Da viele Straßen und Leitungstrassen den Wald durchziehen, müssen Verkehrssicherungsmaßnahmen stets kurzfristig erledigt werden. Die Einnahmen aus Holzverkäufen erzielten im Durchschnitt über elf Jahre aufgrund diverser Schwierigkeiten, die auch auf schlechten Böden und topografischen Gegebenheiten beruhen, ein Defizit von knapp 60 000 Euro jährlich. Erst ab 2012 konnten positive Deckungsbeiträge bis zu 67 000 Euro erwirtschaftet werden. Hans-Martin Flinspach (WBB) zollte Michael Schmitt ein großes Lob für seine Arbeit. Der Vorratszuwachs sei eine „Sparbüchse“. Der Wald habe eine große Wohlfahrtswirkung für die Bevölkerung. Fritz Küntzle (CDU) sprach von einer „schwarzen Null“. Das Gremium stimmt den Planungen einstimmig zu.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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