Energiewechsel

Weingarten (Baden): Forstbetriebsplan 2015 genehmigt

Pressemeldung vom 2. Dezember 2014, 14:09 Uhr

Das größte Problem im Weingartner Wald ist nach wie vor das Eschentriebsterben. Es gebe keine Hoffnung auf baldige Besserung, berichtete Gemeindeförster Michael Schmitt dem Gemeinderat im Rahmen seines Vortrags zum Forstbetriebsplan 2015. Immer wieder müssten für die Verkehrssicherung an verschiedenen Stellen Eschen gefällt werden, deren Holz auch nicht mehr den gewünschten Verkaufswert erziele. Dennoch sei das Spannungsfeld Holzwirtschaft, Natur und Erholungswert relativ ausgeglichen. Der Winter 2013/14 war sehr feucht: nachteilig für die Holzrückearbeiten, günstig für die Entwicklung der Gelbbauchunken, deren Bestand so groß sei wie nie zuvor. Wegen der schweren Böden im Niederwald waren dort kaum Arbeiten möglich. Darum wurden die für 2015/16 geplanten Buchenhiebe im Bergwald vorgezogen mit der Folge, dass in 2014 zwar Mehrerlöse erzielt wurden, die aber in den Planungsjahren 2015/16 zumindest teilweise fehlen werden. Andererseits konnten durch diese außerplanmäßigen Mehreinnahmen mehr Forstwege instand gesetzt werden, deren Kosten in 2015 nicht mehr anfallen. Außerdem wurde eine systematische Sanierung der Grillhütten begonnen und der Freizeitwert erheblich aufgewertet. Im Frühjahr 2014 sei in starken Mengen Bärlauch vorhanden gewesen. Er habe mehrere Firmen, die diesen Bärlauch von Hand ernten und frisch auf den Markt bringen, insgesamt seien es elf Tonnen gewesen. Ein großes Aufgabenfeld liege im Bereich Neuanpflanzung, denn die durch das Eschentriebsterben entblößten Waldflächen müssten möglichst schnell wieder bepflanzt werden. In den vergangenen Jahren wurden jährlich 20.000 junge Bäume angepflanzt, zusätzlich seien die Naturverjüngungsflächen zu pflegen. Für 2015 seien 35000 Pflanzungen vorgesehen. Das erfordert einen deutlichen höheren Betrag im Bereich der Kulturkosten. Insgesamt liegen die zu erwartenden Einnahmen in 2015 bei 342.000 Euro, die Ausgaben bei 412.000 Euro, was ein Defizit von 70.000 Euro erwarten lässt. Bürgermeister Eric Bänziger erklärte, Weingarten sei bereit, einen Teil der Kiespacht in den Wald zu reinvestieren und den Wald für künftige Generationen zu kultivieren. Zum Thema Engerlinge meinte er, in 2015 werde es ein Flugjahr geben und es sei mit abgefressenen Bäumen zu rechnen, aber dauerhafte Schäden seien nicht zu befürchten. Da kein zugelassenes Insektizid auf dem Markt sei, stimme er mit dem Leiter des Forstbezirks Ost, Bernd Schneble, überein, keine Bekämpfungsmaßnahmen zu starten. Die Gemeinderäte stimmten dem Forstbetriebsplan 2015 einstimmig zu, Wolfgang Wehowsky (SPD) nannte den Wald eine „Vorzeigeeinrichtung“. Wasserpreis wird teurer Seit 2008 konnte die Gemeinde Weingarten die Wassergebühren für die Verbraucher konstant bei 1,40 € halten. Doch seit 2012 waren deutlich erhöhte Kosten für Reparaturen von Wasserrohrbrüchen zu tragen. Die Kosten – bis dahin jährlich bei rund 60.000 Euro – stiegen in 2012 auf 174.000 Euro, in 2013 auf 86.000 Euro und im laufenden Jahr 2014 auf bereits 155.000 Euro. Ein zweiter Faktor sind höhere Kosten für die Unterhaltung und für die Stromkosten bei der Wassergewinnung und die Anhebung des sogenannten „Wasserpfennigs“. Ein dritter Faktor ist der Neubau des Hochbehälters Katzenberg sowie die Investitionen in neue Baugebiete und in neue Versorgungsleitungen in der Burgstraße, Kirchstraße, Paulus- und Schillerstraße. Diese drei Faktoren, berichtete Bürgermeister Eric Bänziger, machen eine Neukalkulation der12/137 Wassergebühren erforderlich. Rechnungsamtsleiter Norbert Bittner hat dem Gemeinderat nun eine Kalkulation für die Jahre 2015 bis 2018 vorgelegt. Die Wasserversorgungsgebühren bestehen aus einer Grund- und einer Verbrauchsgebühr. Die Grundgebühr diene dazu, erklärte er, die Fixkosten abzudecken, aber aus rechtlichen Gründen nur zu 25 Prozent. Die Grundgebühr richtet sich nach der Zählergröße. Beim kleineren Zähler soll sie von 60 Euro jährlich (fünf Euro monatlich) auf 72 Euro jährlich angehoben werden und die Verbrauchsgebühr von 1,40 € pro Kubikmeter auf 1,74 € pro Kubikmeter. Zu beiden Gebühren kommt jeweils sieben Prozent Mehrwertsteuer dazu. Auf die Frage von Fritz Küntzle (CDU), warum trotz des milden Winters so viele Rohrbrüche stattgefunden hätten, hieß die Erklärung, dass der Boden problematisch sei. Die neuen Leitungen bestehen aus Materialien, die bei Bodenbewegungen nicht so leicht brechen. Der Gemeinderat stimmte dieser Satzungsänderung einstimmig zu.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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