Energiewechsel

Weingarten (Baden): Flurneuordnung am Petersberg

Pressemeldung vom 30. September 2014, 15:05 Uhr

„Wir haben die Ampel auf Grün geschaltet, fahren müssen die Teilnehmer selbst“, sagte Gerhard Fritscher. Der Vergleich des CDU-Gemeinderates galt dem Flurneuordnungsverfahren im Gewann „Petersberg“, das nach Jahren des Stillstands wieder angestoßen werden soll. Bürgermeister Eric Bänziger und der leitende Ingenieur der Flurneuordnungsbehörde, Johannes-Georg Stritt, erläuterten die Ziele und die einzelnen Verfahrensschritte. Erstes Ziel sei eine Entflechtung zwischen den Nutzungen Weinbau, Erholung und Naturschutz. Zweites Ziel sei die Erschließung der einzelnen Grundstücke und der Ausbau – wenn nötig, die Verbreiterung – des Wegenetzes, wobei die Bauart der Wege erhalten bleiben soll. Es sei angestrebt, eines Tages alle Flächen maschinenbewirtschaftbar zu machen, mit Ausnahme der Steillage. Eine Zusammenlegung von Flächen erfolge nur, soweit es gewünscht oder durch freiwillige Verlegungen möglich sei. Sinn der Sache sei, machte Bänziger deutlich, „den Weinbau am Petersberg auf Dauer zu sichern“. Die nach Aussage Stritt „ungefähr abgegrenzte Fläche“, in die auch das Mauertal teilweise einbezogen wurde, betrage 25 Hektar, bei der ersten Verfahrensaufnahme in 2009 waren es noch neun. Das jetzige Verfahren soll in den Arbeitsplan 2016 des Landes aufgenommen werden. Dazu müssen verschiedene vorbereitende Arbeitsschritte erledigt werden. Die Gemeinde muss sich per Gemeinderatsbeschluss grundsätzlich verpflichten, ein Prozent der Verfahrensfläche aus ihrer Einlage zur Verfügung zu stellen um einen ökologischen Mehrwert sicherzustellen. Diesen Beschluss haben die Gemeinderäte in jüngster Sitzung gefasst. Nun gilt es, eine Teilnehmergemeinschaft aufzubauen. Dazu sollen zwei Bürgerversammlungen stattfinden. In der ersten werden die Bürger grundsätzlich über die beabsichtigte Flurneuordnung informiert. In der zweiten haben sie die Möglichkeit, Ideen und Anregungen einzubringen. Parallel bedarf es zahlreicher Gespräche mit größtem Fingerspitzengefühl. Denn, erklärte Gerald Lopp, das Thema sei hoch emotional. Der eigene Weinberg sei eine Herzenssache. Es müsse klar gemacht werden, dass niemandem sein Grundstück „weggenommen“, sondern das ganze Gebiet vorwärts gebracht werden soll. Darum müsse Vertrauen geschaffen werden, damit sich keiner „über den Tisch gezogen“ fühle. Nur auf Vertrauensbasis können die Menschen dazu gebracht werden, sich daran zu beteiligen, stimmte Bänziger zu. Wer seinen Weinberg behalten wolle, dürfe das auch, aber er betrachte es als einen „Arbeitsauftrag, die älteste Weinbaulage Weingartens nicht aufzugeben“. „Wenn 80 Prozent der Grundstückseigentümern zustimmen“, stimme er auch zu, erklärte Erich Höllmüller (SPD). Carolin Holzmüller (FDP) gab den Hinweis, dass dort von Experten bereits die Reblaus wieder gesichtet worden sei. Klaus Holzmüller (FDP) meinte, „Am Petersberg ist die Zeit vor 100 Jahren stehengeblieben. Nur eine Flurneuordnung kann den Weinbau erhalten.“ – „Diese Rebanlage ist Weingartens Aushängeschild und muss darum erhalten bleiben. Die Gemeinde hat viele nicht monetäre Gründe dafür“, argumentierte Matthias Görner. Gerhard Fritscher (CDU)sagte, das Verfahren müsse für alle Beteiligten fair und gerecht ablaufen. Es brauche Transparenz und offene Information, um die Ängste abzubauen. Der Weinbau müsse Weingarten unbedingt erhalten bleiben, aber es dürfe niemand benachteiligt werden. Einstimmig beschloss das Gremium, das Verfahren wieder aufzugreifen. Änderung BP „Waldbrücke Neuer Teil“

Vom 24. Juli bis 5. September war die dritte Änderung des Bebauungsplan der Innenentwicklung „Waldbrücke Neuer Teil“ öffentlich ausgelegen. Da es sich lediglich um Änderungen der Innenentwicklung handelt, wurden seitens der Behörden und Träger der öffentlichen Belange keine Einwendungen erhoben. Die Planung soll den Bewohnern ermöglichen, Dachgauben einzubauen, die bisher nicht erlaubt waren, sowie Terrassen und Überdachungen zu errichten, was allgemein zeitgemäßem Standard entspricht. Der Gemeinderat fasste einstimmig den Satzungsbeschluss. Eschentriebsterben im Moor Ein „Kahlschlag“ im Weingartner Moor sei darauf zurückzuführen, dass aufgrund fortschreitenden Eschentriebsterbens im Bereich des Stegs etliche Bäume gefällt werden mussten, teilte Förster Michael Schmitt dem Gemeinderat mit. Der Grillplatz am Höheforst wurde instand gesetzt und an der August-Russel-Hütte das Dach neu eingedeckt.

Quelle: Gemeinde Weingarten (Baden)

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