Energiewechsel

Weingarten (Baden): Fasnacht bei der katholischen Frauengemeinschaft

Pressemeldung vom 10. Februar 2015, 13:12 Uhr

Wäre am Eingang ein Kassenautomat für ein Plastikkärtchen gestanden, so hätte der Besuch dieses Abends garantiert Pluspunkte aufgebucht. Denn wer an einer kirchlichen Veranstaltung teilnimmt, zum Gottesdienst geht oder sogar ein Ehrenamt ausübt – und sei es nur, das Heftchen „Frau und Mutter“ auszutragen -, bekommt Punkte auf das neue Bonussystem der Kirche gutgeschrieben, die ihm irgendwann eine Vergünstigung bescheren. Wie im weltlichen Leben. So bissig, humorvoll und geistreich war der Sketch „Die Churchcard“, den Traudel Eberle und Traudel Hambsch am katholischen Frauenfasching zum Besten gaben. Es gab noch mehr von dieser Sorte. Peter Altenstetter, Pfarrer i.R. aus Stutensee präsentierte die Seelsorgeeinheit Stutensee-Weingarten, die Busfahrt der Gemeindemitglieder und nicht zuletzt seine eigene Situation in einem 20minütigen Rap. „Ich bin der Altenstetter, Peter. Bin ein echter Rapper. Stutensee unternahm eine Invasion! Pensionäre, an die Altäre!“ rief er und die Frauen im Saal lachten Tränen und zollten riesigen Beifall für diesen humorvollen und gut gepfefferten Beitrag. Einen augenzwinkernden Blick auf das, was vielen irgendwann bevorsteht, gaben Erika Laturnus, die beiden Traudel, Bronja Rodich und Brigitte Hill in dem Sketch „Sparmaßnahmen im Altersheim“. „Alle im Saal gehören mir“ – „Nein, mir“: Um die Seelen des Publikums stritten trefflich Brigitta und Manfred Bohr als „Engelchen und Teufelchen“. Brigitta Bohr war außerdem die Moderatorin des Abends, die aus diesen wohlschmeckenden und wirkungsvollen Zutaten „einen Kessel Buntes“ zusammengerührt hatte. Damit auch die Bewegung nicht zu kurz kam, wurden von Gerhard Kern am Piano Schunkelrunde und Mitmachspiel eingestreut und das Lachen kam in gar keinem Fall zu kurz. Erika Laturnus, bekannt als „Erika aus der Waldbrigg“, gestaltete Auftakt und Ende des süffisanten Abends in Form zweier bemerkenswerter Gestalten: „Die Schönheitskönigin“ und „die Karnevalsprinzessin“. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands versteht sich als Interessenvertretung von Frauen, aber auch als Gemeinschaft für Frauen und eine von vielen Veranstaltungsformen ist eben Fasching, von Frauen für Frauen gemacht. Männer sind allenfalls als Akteure auf der Bühne zugelassen. Fernab von derb und anzüglich gestalten katholische Frauen in Weingarten ihre Fasnacht mit Geist und Esprit, viel Maskerade und spitzer Feder: „Sankt Michael, Helau!“

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis