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Weingarten (Baden): Erkundungstour im Wald

Pressemeldung vom 20. August 2013, 14:09 Uhr

Wenn Förster Michael Schmitt sagt: „Leise sein, wir sehen gleich ein lebendiges Tier ganz aus der Nähe“,
dann finden das 27 Kinder so spannend, dass man eine Maus rascheln hören könnte. So war es beim
Ferienspaß „Ein Tag im Wald“ und der Förster hatte ihnen nicht zu viel versprochen. „Was könnte das sein?
Ist nachts aktiv und hat große Augen“. – „Eine Eule?“ – „Eine Fledermaus?“ – „Weder noch. Das Tierchen
sieht ähnlich aus wie ein Eichhörnchen, ist aber grau statt braun“, erklärte er vorweg. Ein Siebenschläfer hatte
sich in einem Nistkasten versteckt. Vorsichtig öffnete der Förster die Klappe. Das Tierchen sprang heraus und
sauste wie ein geölter Blitz den Baum hinauf. Gebannt starrten die Kinder hinterher. Am ersten Ast
angekommen, verharrte der Siebenschläfer, hob den buschigen Schwanz und Tropfen fielen zur Erde. Es sei
ein häufiges Verhalten von Tieren auf der Flucht, das eigene Körpergewicht dadurch leichter zu machen,
sagte Schmitt. Im Weitergehen begegneten sie vielen Dingen am Wegesrand, die auf den ersten Blick nichts
Besonderes waren, aber jedes Mal hatte der Förster eine erhellende Erklärung bereit. Ein frisch gesägter
Baumstumpf wies eine merkwürdige Zeichnung auf, fast wie ein Bild. Es war ein Pilz, der im Inneren des
Baumes diese Spuren hinterlässt und außen als Frucht sichtbar wird. „Warum liegen hier so viele dünne
Baumstämmchen?“ fragte eines der Kinder. „Weil diese schwachen aussortiert wurden, damit die kräftigen
besser wachsen können“, lautete die Antwort und führte zur weiteren Funktion des Waldes: der Nutzbarkeit.
Klar wussten die durchschnittlich Acht- bis Zehnjährigen, wozu Holz gebraucht wird: für Möbel, Papier wird
daraus gemacht, Bretter, Spielzeug und mehr. Dass auf dem Weg Zapfen lagen, fiel den Kindern zwar auf,
aber dass es Lärchenzapfen waren, wussten sie nicht. Und was enthalten die Zapfen? Samen, klar. Welche
Möglichkeiten hat eine Pflanze noch, ihre Samen zu verbreiten? So kam das Gespräch locker von einem zum
nächsten, interessant und lehrreich. Schnell lernten die Kinder, ihre Augen offen zu halten und dies und das
zu entdecken. Aber Schmitt hatte keineswegs alles dem Zufall überlassen, sondern seine Highlights waren
bestens vorbereitet. Als er auf Höhlen und Spechte zu sprechen kam, hatte er mehrere Präparate zur Hand,
zeigte den großen Schwarz- und den kleinen Buntspecht und den Pirol, der zwar schön zu hören sei – „er
klingt wie eine Flöte“ – aber fast gar nicht zu sehen, so hoch halte er sich in den Baumwipfeln auf. Eine gut
versteckte Trinkstation und zwei Geländespiele rundeten den Tag im Wald bestens ab.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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