Energiewechsel

Weingarten (Baden): Der Weg des Abwassers

Pressemeldung vom 6. August 2013, 14:38 Uhr

Was geschieht, wenn ich die Toilettenspülung drücke? Wohin verschwindet das Wasser, das in den Abfluss
gurgelt? Was ist überhaupt „Abwasser“? Drei Ferienspaßkinder, Felix, Julia und Marcel, zeigten Interesse an
diesen spannenden Fragen und bekamen eine Exklusiv-Führung durch die Kläranlage. Betriebsleiter Harald
Schumacher holte sie am Werkstor ab und begann „den Weg des Abwassers“ beim Hebewerk. 700 Liter pro
Sekunde schaffen die vier Schnecken, die das ankommende Abwasser der drei Gemeinden Weingarten,
Jöhlingen und Wössingen – insgesamt 2,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr – in den Umlauf heben:
Schmutzwasser und Regenwasser getrennt. Das Schmutzwasser wird zunächst mechanisch gereinigt. Beim
Anblick des Rechens, der die festen Teile aus der ankommenden Brühe abgreift, wurde den Jugendlichen
zum ersten Mal an diesem Vormittag klar, was korrekte Müllentsorgung bedeutet, denn „das alles gehört nicht
ins Klo“, erklärte Schumacher. Der Weg des Abwassers setzte sich über den Sandfang und den Fettfang fort
ins Belebungsbecken. Von Minute zu Minute wurden die Fragen lebhafter. Die Arbeit der Bakterien, die der
Betriebsleiter den Jugendlichen später noch als mikroskopisches Bild auf dem Rechner zeigte, interessierte
besonders, und natürlich Zwischenfälle und Störungen. „Was passiert, wenn“ begannen viele Fragen. „Gab es
schon einmal einen Ölunfall?“ – „Müssen Sie ständig ein Handy tragen?“ – „Was blinkt auf dem Bildschirm?“ –
„Eine Störung im RÜB 12, da muss ich jetzt gleich hinfahren“ war die Antwort. Die drei jungen Besucher
erhielten einen nachdrücklichen Eindruck von dem verantwortungsvollen Beruf des Abwassermeisters.
Sauberes Wasser rückte als nicht hoch genug einzuschätzender Faktor für die Gesunderhaltung von Mensch
und Umwelt ins Bewusstsein. Schritt für Schritt ging die Führung weiter über die einzelnen Stationen
„Nachklärbecken“ und „Phosphatfällung“ bis zum sauberen Wasser, das in den Bach zurückgeführt wird. Vor
diesem Hintergrund schien auch der entwässerte und gepresste Schlamm im Container nicht mehr eklig,
sondern eigentlich „wie Erde“. Aber das Bild eines Tauchers, der ins schlammgefüllte Belebungsbecken
hinabstieg, um eine Störung zu beheben? Na ja.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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