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Weingarten (Baden): Das Forstrevier Weingarten informiert

Pressemeldung vom 5. Mai 2015, 14:41 Uhr

Schon im letzten Jahr konnte im Gemeindewald Weingarten eine stärkere Fraßtätigkeit von Eichenwicklern festgestellt werden. In diesem Jahr kommt es neben dem Eichenwickler auch zu einer deutlich höheren Population des Frostspanners. Dazu kommt der bereits begonnene Maikäferflug der sich bei warmer Witterung in den Abendstunden beobachten lässt. Die Maikäfer legen Ihre Eier in den Waldboden. Die daraus schlüpfenden Maikäferlarven leben 3 Jahre als Engerlinge im Boden und befressen dort die Wurzeln der Waldbäume und Sträucher. Hier sind vorallem die jungen Bäume die noch keine großen Wurzeln ausgebildet haben gefährdet. In Weingarten wurden in den letzten Jahren Probegrabungen nach den Maikäfer-Engerlingen durchgeführt und an den meisten Probepunkten auch Engerlinge gefunden. Betreut wird das ganze durch die FVA (Forstliche Versuchsanstalt Freiburg), diese gibt auch Informationen ob eine Bekämpfung sinnvoll und möglich ist. Bei einer solchen Bekämpfung müsste ein ganzes Waldgebiet gesperrt und ein Breitbandinsektizit per Hubschrauber ausgebracht werden. Genau hier liegt das Problem, dieses Gift würde auch alle anderen Insektenarten töten. Ein zugelassenes selektives Gift das nur allein auf den Maikäfer wirkt und alle anderen Arten verschont, gibt es im Moment nicht. Wir verlassen uns hier auf die Forstwissenschaft die uns für eine solche Bekämpfung grünes Licht geben müsste und uns bei solch einer Aktion zur Seite stehen würde. Weiterhin darf nicht vergessen werden das in vielen Waldgebieten in der sich der Waldmaikäfer aufhält, der Weingartner Gemeindewald durch seine sehr Artenreiche Insekten- und Tierwelt als FFH (Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen ist. Im Weingartner Gemeindewald sind dies über 417 Hektar ! In den FFH Gebieten gilt ein Verschlechterungsverbot und eine Umweltprüfung müsste dem ganzen voraus gehen. Aufgrund der hohen Populationsdichte nicht nur der Maikäfer sondern auch anderer Frasgesellschaften wie den Schmetterlingsraupen Frostspanner und dem Eichenwickler wird es im Gemeindewald Weingarten durch abfressen der Blätter zu einer stärkeren Kronenverlichtung an unseren Laubbäumen kommen. Die Bäume sind auf solche Massenvermehrungen eingestellt und können wie unsere Eichen nochmals austreiben (Johannistrieb). Entscheidend für die Vitaltät unserer Bäume ist ein hoffentlich regenreicher Frühsommer, damit diese nicht noch zusätzlich einem Trockenstreß ausgesetzt werden.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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