Energiewechsel

Weingarten (Baden): Clean durch gezieltes Reha-Angebot

Pressemeldung vom 3. September 2013, 15:06 Uhr

Dem aktuellen Fehlzeiten-Report der AOK (WIdO) zufolgenahmen in den vergangenen zehn Jahren
suchtbedingte Krankheitstage in Betrieben deutlich zu. 2012 gingen 2,42 Millionen Fehltage von
Arbeitnehmern zu Lasten von Alkohol-, Tabak- oder Medikamentenmissbrauch. Dagegen möchte die
Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg mit ihrem Angebot zur Suchtrehabilitation
verstärkt vorgehen.
„Wir bieten seit Jahren erfolgreich Entwöhnungsmaßnahmen an. Weit über die Hälfte der behandelten
Patienten sind danach dauerhaft von ihrer Sucht befreit und steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung“, verkündet
Hubert Seiter, Chef der DRV Baden-Württemberg. 7.500 Entwöhnungsbehandlungen hat der gesetzliche
Rentenversicherungsträger 2012 durchgeführt und dafür fast 50 Millionen Euro ausgegeben.
Die Entwöhnungstherapien können stationär oder ambulant durchgeführt werden, auch
Kombinationsangebote gibt es. Stationär und damit wohnortfern dauern Behandlungen in der Regel zwölf bis
16 Wochen. Wer sich hingegen für eine ambulante wohnortnahe und damit berufsbegleitende Therapie
entscheidet, muss mit einer längerer Therapiezeit rechnen. „Viele Betroffene schämen sich für ihre Sucht und
wollen nicht, dass ein Therapieaufenthalt in der Arbeit bekannt wird. Auch wenn wir entsprechende Diagnosen
nicht weitergeben, kommen oft Gerüchte auf. Deswegen ist unser berufsbegleitendes ambulantes Angebot in
dem Fall interessant“, ist sich Seiter sicher. Dabei sind die Behandlungseinrichtungen auf berufsbezogene
Erfordernisse eingestellt und können Patienten beim Erhalt oder der Wiedererlangung des Arbeitsplatzes
unterstützen. Ob ambulant oder stationär: Ziel ist in jedem Fall eine Abstinenz der Betroffenen von
Suchtmitteln.
Der WIdO-Bericht stellt aber auch die Rentenversicherung vor neue Herausforderungen: So erarbeitet die
DRV Baden-Württemberg gerade gezielte Angebote für die „neuen Süchte“ wie Spiel-, Medien- und
Computersucht. Dafür sucht sie Projektpartner bei anderen Sozialleistungsträgern. „Durch eine Kombination
aus Akutbehandlung und Suchttherapie kann man Betroffenen gezielt helfen“, lautet dafür der Ansatz von
Hubert Seiter. Sobald die Abhängigkeit zum Beispiel bei einem Krankenhausaufenthalt festgestellt wurde,
muss unmittelbar ein stationäres oder ambulantes Therapieangebot folgen.
Potentiale der Zusammenarbeit sieht die DRV Baden-Württemberg auch bei der Behandlung von
entwicklungsgestörten suchtmittelabhängigen Jugendlichen. Diese sollen während der Therapie sogar eine
Schul- oder Berufsausbildung absolvieren können. „Egal ob im Jugend- oder Erwachsenenalter, Fehltage
verursachen immer einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden. Dagegen müssen wir etwas
unternehmen“, fordert Hubert Seiter deshalb.
Informationen zur Suchtreha enthält auch die Broschüre der Deutschen Rentenversicherung
„Entwöhnungsbehandlung – ein Weg aus der Sucht“. Diese kann telefonisch unter der Nummer 0721
825-23888 oder per e-Mail (presse@drv-bw.de) angefordert werden. Im Internet unter56/120
www.deutsche-rentenversicherung-bw.de kann die Broschüre ebenso wie die Anträge für die
Reha-Maßnahme heruntergeladen werden.
Mehr Informationen rund um das Thema Rente, Rehabilitation und Altersvorsorge gibt es bei der Deutschen
Rentenversicherung Baden-Württemberg, persönlich im Regionalzentrum Karlsruhe, über das kostenlose
Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg unter 0800 100048024 und im Internet
unter www.deutsche-rentenversicherung-bw.de..

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis