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Weingarten (Baden): Ausstellung im Rathaus – Jens Stickel

Pressemeldung vom 15. Dezember 2015, 15:25 Uhr

An Jens Stickel kommt man nicht vorbei. Wer dieser Tage ins Weingartner Rathaus kommt, begegnet seinen Kunstwerken schon im Treppenhaus. Als großformatiges gelbes Farbfeld leuchtet dem Besucher „10/21“ entgegen. Auf dem Treppenabsatz liegen Steine, dunkel glänzend bemalt und angeordnet. „Keine Kunst hat bisher im Rathaus solches Aufsehen erregt und noch kein Besucher kam herein, ohne einen Satz über Kunst zu verlieren“, berichtete Bürgermeister Eric Bänziger anlässlich der Vernissage im Turmzimmer. „Diese Installation gibt Anlass, nachzudenken und das Rathaus neu zu entdecken. Moderne, provokante Kunst im historischen Rathaus erzeugt ein Spannungsfeld, das finde ich toll.“ Jens Stickels Kunst ist provokant. Durch ihre ihrer Einfachheit innewohnende Genialität. Vier Bilder in Reihe, jedes zwei mal drei Meter groß, queren den Raum. Ein gelbes Farbfeld neben einem schwarzen. Ganz links ein geometrisches Muster, ganz rechts ein willkürlich erscheinendes Gebilde aus hellgrün/dunkelgrün. An allen vieren fällt auf, sie sind nicht perfekt. Der Untergrund ist faltig, in mehrfachen Schichten übermalt, er enthält Knitter, Risse, Störungen. Jens Stickel arbeitet Grashalme mit ein, Fußspuren bleiben sichtbar, jedes Bild enthält und lebt durch Spuren des Arbeitsprozesses. Maltechnische Fehler führe der Künstler mit Absicht herbei, erklärt seine Laudatorin Simone Wackershauser. Durch Zusammenfalten, Zerknittern, oder indem er seine Kunst der Witterung aussetze. Die Bezeichnung „10/21“ des gelben Farbfelds sei die Nummer der Lackfarbe. Durch den Gebrauch des Lacks entstünden mitunter Tropfen und Schlieren. So wandele sich das Bild vom Objekt zum Raum. Zum ersten Mal im öffentlichen Raum sichtbar wurde „10/21“ an einer Hausfassade in Paris. Auch mit seinen Objekten spielt Stickel Möglichkeiten durch. Steine. Senkrecht aufgestellt – wie eine Mauer? Oder waagerecht assoziieren sie – die Via Appia? Jens Stickels Kunst muss nicht zwanghaft interpretiert werden. Sie darf einfach so gesehen werden wie sie ist. Mit den Gebrauchsspuren des Lebens.

Quelle: Gemeinde Weingarten (Baden)

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