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Weingarten (Baden): Auf den Spuren der Piemonteser Haselnuss

Pressemeldung vom 7. Oktober 2014, 14:48 Uhr

Pünktlich zum fünfzigsten Geburtstag der beliebten Nutellacreme führte der Obst- und Rebbauverein Weingarten am vergangenen verlängerten Wochenende eine Lehrfahrt an den Entstehungsort und in das benachbarte Anbaugebiet der Piemonteser Haselnuss als wichtigster Zutat des süßen Brotaufstrichs durch. Ein voll besetzter Reisebus brachte die Reisegruppe in die Stadt Alba, die nicht nur für ihren jährlichen Trüffelmarkt, sondern auch als Hauptsitz der Herstellerfirma Ferrero einen globalen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Nach einer Stadtbesichtigung und einem Rundgang über den dort seit über tausend Jahren stattfindenden Samstagsmarkt mit seinen regionalen kulinarischen Spezialitäten trafen sich die Fahrtteilnehmer in dem Dörflein Diano d’Alba mit dem Haselnussproduzenten Mario Proglio, der zusammen mit seiner Familie eine sechs Hektar umfassende Plantage bewirtschaftet und der der aufmerksamen Gruppe viel Interessantes über die Kultur der seit über zehntausend Jahren dort heimischen Pflanze zu berichten wusste. Nach der Anpflanzung einer Haselnusskultur ist erst einmal Geduld angesagt. Acht Jahre dauert es, bis die Sträucher ihren ersten nennenswerten Ertrag liefern, doch der Anbau lohnt sich. Er ist auch in den steilen und hügeligen Lagen der Ausläufer des Appenins möglich, und er erfordert einen relativ geringen Arbeits- und Maschineneinsatz, so dass eine mit den heutigen technischen Möglichkeiten ausgerüstete Person bis zu vierzig Hektar bewirtschaften kann. Drei Spritzungen mit Schwefel im Frühjahr genügen, um Krankheiten vorzubeugen und den Haselnussbohrer als wichtigstes Schadinsekt in Schach zu halten. Haben die Sträucher eine gewisse Wuchshöhe erreicht reduziert sich auch die Bodenbearbeitung auf ein Minimum, da der Schatten der imposanten Sträucher das Wachstum von Gras und Unkräutern unterdrückt. Vor der Mitte August beginnenden Ernte wird gemäht und die am Boden liegenden tauben Nüsse werden abgesaugt. Die danach sukzessive fallenden reifen Früchte werden in zwei Durchgängen mit einem Sauger geerntet, in allzu steilen Lagen helfen Laubgebläse als Rückentragegerät bei dieser Erntearbeit. In einer sich an die Besichtigung der Haselnusskultur anschließenden Verkostung durften sich die Fahrtteilnehmer von der geschmacklichen Qualität der Sorte „Tonda Gentile delle Langhe“ mehr als überzeugen. Ist die Frucht erst einmal geschält und knapp drei Stunden lang bei neunzig Grad in einem speziellen Umluftofen geröstet entfaltet sie einem kaum zu beschreibenden Wohlgeschmack. Proglio und seine Familie verstehen es, dieses besondere Aroma in ihren Produkten wie Nusscreme, Gebäck, Torrone oder sogar Nudelspezialitäten noch zu steigern, und sicher werden die in seinem kleinen Hofladen erworbenen gerösteten Haselnüsse schon bald Eingang in hierzulande hergestelltes Gebäck finden. Auch das weitere Rahmenprogramm der Lehrfahrt fand guten Anklang. Gutes Essen, Weinproben, sonniges Herbstwetter und die Unterbringung in einem am Lago di Viverone gelegenen komfortablen Hotel sorgten allseits für Wohlbefinden und Urlaubsatmosphäre, so dass die Ausflugsteilnehmer am Sonntagabend entspannt, mit Koffern voller kulinarischer Köstlichkeiten und einer Fülle an Eindrücken nach Weingarten zurückkehrten. Der Obst- und Rebbauverein plant, auch in Zukunft und in loser Folge Ausflugsfahrten zu organisieren, in deren Mittelpunkt die Landwirtschaft, der Gartenbau und die Freude der Menschen an der Pflege ihres regionalen Erbes stehen sollen.

Quelle: Bürgermeisteramt Weingarten (Baden)

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