Energiewechsel

Tuttlingen: Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

Pressemeldung vom 21. Oktober 2014, 09:59 Uhr

OB Michael Beck appelliert an Vermieter

Tuttlingen. Die Zahl der Flüchtlinge in Stadt und Landkreis steigt weiter. Damit die Menschen ausreichend Platz in menschenwürdigen Unterkünften bekommen, appelliert OB Michael Beck an Hausbesitzer, eventuell freistehende Wohnungen zur Vermietung zur Verfügung zu stellen.

Rund 50 Menschen sind in den beiden städtischen Häusern in der Stockacher untergebracht – und hinter jedem Namen steht ein persönliches Schicksal. Zum Bespiel das einer jungen Frau aus Syrien: Auf der Flucht gerieten sie und ihr Mann auseinander, jetzt lebt sie mit dem gemeinsamen Baby in Tuttlingen. Das Kind kam bereits auf der Flucht zur Welt. Und von ihrem Mann weiß sie nur, dass er wohl in Griechenland ankam – vermutlich.

Geschichten wie diese lösten auch bei OB Michael Beck Betroffenheit aus, als er am Montag das Flüchtlingsheim in der Stockacher Straße besuchte und den rund 21 dort lebenden Kindern ein paar kleine Geschenke brachte. Im Gespräch mit den Flüchtlingen erfuhr er auch, wo es aktuelle Probleme gibt – zum Beispiel, dass ein Fußweg zum Haus bei Regen regelmäßig verschlammt. Hier wird der Bauhof nun Abhilfe schaffen.

Noch wichtiger aber ist es für Beck, dass noch mehr Unterkünfte für Flüchtlinge gefunden werden. Nachdem die Stadt die beiden Gebäude in der Stockacher Straße zur Verfügung gestellt hat und demnächst ein ehemaliges Mannschaftsgebäude im Gewerbepark „take-off“ zur Unterkunft hergerichtet wird, appelliert Beck nun an private Hausbesitzer: „Ich bitte alle, die derzeit noch eine leerstehende Wohnung haben: Stellen Sie sie für Flüchtlingen zur Verfügung.“ Die Wohnungen werden dann vom Landkreis angemietet, der die Unterbringung der Flüchtlinge organisiert.

„In unserer reichen Stadt muss es doch möglich sein, noch mehr Menschen unterzubringen, denen es an allem fehlt“, sagt OB Michael Beck. Vor allem sei es wichtig, die Menschen auch dezentral unterzubringen. Nur so könne vermieden werden, dass die Sammelunterkünfte zu voll werden, was die soziale Lage dort verschärfe. „In Zeiten, in denen überall auf der Welt Menschen fliehen müssen, sollten wir helfen, wo es geht.“

INFO:
Wer eine Wohnung oder ein Haus zu vermieten hat, kann sich an das Vorzimmer des Oberbürgermeisters wenden. Ansprechpartner sind Nicole Dollinger, nicole.dollinger@tuttlingen.de, Telefon 07461/ 99-216 und Elke Honold, elke.honold@tuttlingen.de, Telefon 99-362.

„Wir brauchen menschenwürdige Unterkünfte“
Der Appell von OB Beck im Wortlaut

Auf der ganzen Welt sind Menschen auf der Flucht. Und auch bei uns kommen immer mehr Flüchtlinge an, die wegen Krieg, Gewalt, politischer oder religiöser Verfolgung ihre Heimat verlassen mussten. Für diese Menschen brauchen wir menschenwürdige Unterkünfte. Vor allem müssen wir vermeiden, dass Sammelunterkünfte zu voll werden, was neue Probleme und Konflikte hervorruft.

Ich appelliere daher an alle Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die derzeit freistehende Wohnungen haben: Stellen Sie diese zur Vermietung zur Verfügung, damit dort Flüchtlinge untergebracht werden.

Angemietet werden die Wohnungen vom Landkreis, der für die Flüchtlingsunterbringung zuständig ist. Wer eine Wohnung oder Haus zu vermieten hat, kann sich an das Vorzimmer des Oberbürgermeisters wenden. Ansprechpartner sind Nicole Dollinger, nicole.dollinger@tuttlingen.de, Telefon 07461/ 99-216 und Elke Honold, elke.honold@tuttlingen.de, Telefon 99-362.

Quelle: Stadt Tuttlingen

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis