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Stutensee: Fortbildungsveranstaltung des Kreisjugendrings in der Mensa des Schulzentrums am 17. Oktober

Pressemeldung vom 24. Oktober 2013, 08:42 Uhr

Stutensee. Der Kreisjugendring des Landkreises Karlsruhe hat vergangenen Donnerstag gemeinsam mit der Stadt Stutensee zu einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Sexualisierte Gewalt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ in die Mensa des Schulzentrums eingeladen. Der Einladung folgten rund 60 Menschen mit unterschiedlichen Interessen. Engagierte aus der traditionellen Vereinsarbeit fanden genauso den Weg in die Mensa wie Schulsozialarbeiterinnen, Tagesmütter und Mitarbeiter von Kindergärten. Bevor Wolfgang Kahler, Vorstandsmitglied des Kreisjugendrings, in die Thematik einführte, begrüßte Oberbürgermeister Klaus Demal die Anwesenden und sprach seinen Dank an die Verantwortlichen in den Vereinen aus, die immer wieder engagiert mitarbeiten. Er freute sich auch, dass so viele die Chance dieser Fortbildungsveranstaltung nutzen und sich diesem wichtigen Thema stellen und damit auseinandersetzen. Den Beginn des dreiteiligen Abends machte Dipl.-Psychologin Iris Tischler unter dem Titel „Das Dunkelfeld sexueller Gewalt“. Sie berichtete aus Ihrer Arbeit bei der Beratungsstelle Wildwasser & Frauennotruf über Mythen von sexualisierter Gewalt, welche Formen dieser Gewalt es gibt und welche Strategien ein Täter verfolgt. Auswirkungen auf die Opfer, die Gefühle der Kinder, ihre Sicht auf das Geschehene waren ebenfalls Thema ihrer Ausführungen. Außerdem gab Frau Tischler einen Überblick über mögliche Handlungsstrategien. Wie gehe ich mit Hinweisen um? Wie komme ich mit einem Opfer ins Gespräch? Und an wen kann ich mich als Opfer aber auch als Vertrauensperson eines Opfers wenden?
Den zweiten Teil der Veranstaltung bestritt Stephanie Vogt (Fachanwältin für Strafrecht), die einen interessanten Überblick über das Sexualstrafrecht, Zeugenpflicht und Folgen einer Strafanzeige verschaffte. Ein wichtiger Teil Ihres Vortrags war das Opferrecht, aber vor allem wichtig für die Zuhörer waren die empfohlenen Handlungskonzepte: Wie und wann sollte man die Eltern informieren? Wann informiere ich die Polizei? Wann sollte das Jugendamt eingeschaltet werden? Wo kann man Hilfe und Beratung holen?
Dipl.-Psychologe Dr. Tim Gelhaar stellte seinen Vortrag unter den Aspekt wie man die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sicher gestalten kann. Ausgehend von der Vereinsjugendarbeit zeigte er auf, unter welchen Umständen sexuelle Gewalt auch dort oder gerade dort, wo ein vertrauensvolles Umfeld geschaffen werden kann, möglich ist. Wichtig sei die Sensibilisierung der Engagierten und der Kinder und Jugendlichen für das Thema. Prävention sollte schon früh und auch regelmäßig Thema in der Vereinsjugendarbeit sein.

Aus allen Vorträgen war zu erkennen, dass es vor allem wichtig ist, immer das Kind im Blick zu behalten. Was möchte das Kind? Kann es sich mir anvertrauen? Und für die Vereinsarbeit wichtig sind sicherlich die präventiven Maßnahmen mit Schulungen, Selbstverpflichtungen, Krisenleitplänen usw. Anregend und interessant waren für die Teilnehmer auch die Diskussionen und der Austausch untereinander. Es war toll, dass viele die Gelegenheit genutzt haben und das Thema so in die Vereinsarbeit weitergeben können.

Quelle: Stadtverwaltung Stutensee

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