Energiewechsel

Marbach am Neckar: „Kläpperlesmühle“ in der Marbacher Ölmühle Jäger zu sehen

Pressemeldung vom 28. August 2012, 14:49 Uhr

Am Tag des offenen Denkmals wird das seltene Exemplar einer Mohnentkörnungsmaschine demonstriert

Am Sonntag, 9. September 2012, steht das Technische Kulturdenkmal Ölmühle Jäger in Marbach am Neckar im Zeichen des Mohns. Zum Tag des offenen Denkmals wird zwischen 11 und 18 Uhr eine sogenannte „Kläpperlesmühle“ von 1948 gezeigt, mit der Mohnkapseln entkörnt werden können. Neben einem Kinderprogramm werden Mohnspezialitäten und Mohnprodukte angeboten. Auch die funktionstüchtige Ölmühle von 1906 ist zu besichtigen, die die Stadt Marbach als Museumsanlage betreibt.

Fritz Jäger, als Nachkomme heutiger Eigentümer der Ölmühle Jäger, war es ein Anliegen, das technische Denkmal in der Holdergasse beim zeitgleich stattfindenden Holdergassenfest mit einer Attraktion zu beleben. Die zu sehende „Kläpperlesmühle“ wurde 1948 von dem Bauern Gottlob Gühring und dem Wagner Willi Münsch in Stammheim zum Zerkleinern von Mohnkapseln gebaut. So gewonnener Mohn wurde früher auch in der Ölmühle verarbeitet.

Eine Literaturrecherche des Stadtarchivs Marbach zum landwirtschaftlichen Maschinenwesen ergab, dass es sich bei der „Kläpperlesmühle“ um ein seltenes Konstrukt handelt. Lediglich in „Populäres Handbuch der Landwirtschaft, Ravensburg, 1874“ heißt es, „Die betreffende Maschine kostet bei Blessing in Hemmingen 56 Gulden und ist selbst von Hand zu treiben“. Auch im Technoseum in Mannheim ist keine Maschine bekannt, die „annähernd vergleichbar“ wäre. Umso beachtlicher ist, dass die Stammheimer „Kläpperlesmühle“ sogar mit Elektromotor betrieben wurde.

Museumsführer Manfred Widler hat sich mit der Technik der „Kläpperlesmühle“ beschäftigt und wird sie am 9. September demonstrieren. „Mohnkapseln haben wir reichlich gesammelt“, freut sich Fritz Jäger und erklärt, dass der gedroschene Mohn anschließend gequetscht wird. „Außerdem haben wir Mohnöl und Graumohn aus dem österreichischen Waldviertel bestellt, die zum Probierpreis verkauft werden“.

Monika Schreiber von der Galerie Wendelinskapelle konnte er für das Kinderprogramm gewinnen. In der Nachbarschaft sorgt Doris Strauß mit Mohnstrudel, Mohnzelten, Mohnzuzeln und Mohnnudeln für das passende kulinarische Angebot.

Auch die Dauerausstellung der Ölmühle Jäger ist am Tag des offenen Denkmals zugänglich. Die vollständig erhaltene und betriebsfähige Anlage von 1906 war der erste Betrieb in Marbach, der mit elektrischem Strom betrieben wurde. Nach ihrer Restaurierung Anfang der 1990er Jahre stellt sie in ihrem heutigen Zustand eine Rarität dar.

Der Eintritt ist am Tag des offenen Denkmals frei.

Quelle: Stadtverwaltung Marbach am Neckar

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis