Energiewechsel

Freiburg: Stadt Freiburg legt ab 2013 einen Fonds „Bildung für nachhaltige Entwicklung auf“

Pressemeldung vom 11. Oktober 2012, 12:11 Uhr

Fördersumme von 40.000 Euro pro Jahr / Initiative LEIF nimmt
Anträge entgegen

Der hohe Stellenwert von Nachhaltigkeitsfragen und insbesondere
von Bildung für nachhaltige Entwicklung spiegelt sich in Freiburg aufs
bunteste wider. Die Vielzahl an Bildungsanbieter/innen und –
angeboten in diesem Bereich ist ebenso beachtlich wie ihre Vielfalt.
Nun will die Stadt Freiburg deren Kompetenzen für gemeinsame
Angebote nutzen und richtet daher zum 1. Januar 2013 einen Fonds
„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ein, den Bürgermeisterin Gerda
Stuchlik heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt hat.

„Mit diesem BNE-Fonds wollen wir außerschulische Lernangebote im
Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung finanziell unterstützen
und auch ideell fördern“, sagte Stuchlik. „Lokale Akteure und
Anbieter werden dafür gemeinsam ein Lernangebot entwickeln, das
Kernfragen aus den Bereichen Konsum, regenerative Energien,
Klimaschutz, Mobilität, gesunde Ernährung und Naturschutz
beleuchtet.“ Neu daran ist, dass dieses Beleuchten aus den vier
Perspektiven der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales,
Kultur) geschieht – „also ganzheitlich“, wie Stuchlik hervorhob.

Der „BNE-Fonds“ wird mit einer Gesamtfördersumme von jährlich
40.000 Euro ausgestattet. Antragsberechtigt sind alle Institutionen,
Vereine, Organisationen, Projektträger und Einzelpersonen, die sich
vernetzen und gemeinsam Bildungsangebote aus mehreren
Dimensionen der Nachhaltigkeit zu konkreten Themen anbieten.
Förderanträge können ab dem 25. Oktober bei der Initiative LEIF
(leif@stadt.freiburg.de) angefordert und müssen bis zum 31. Januar
2013 bei LEIF eingereicht werden. Koordiniert wird der Fonds von
der Ökostation, die die Service-Plattform www.sciencenet.de pflegt.

Im Jahre 2009, als Freiburg sich um Aufnahme ins Bundesprogramm
Lernen vor Ort bewarb, entstand hier die Idee für das „Kleeblatt
Nachhaltigkeit lernen“. „Kleeblatt“ deshalb, weil ökologische,
wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fragestellungen zu einzelnen
Themen gemeinsam bearbeitet werden und so Zusammenhänge und
Wechselwirkungen erkannt und verstanden werden können.

Das Projekt LEIF (Lernen erleben in Freiburg) hat diese Idee
weiterentwickelt und umgesetzt. Verschiedene Kleeblatt-Modelle
wurden schon erfolgreich ausprobiert, etwa im Kindergarten zum
Thema Mobilität. Dafür hatten der VCD, die Verkehrspolizei, die
Jugendkunstschule und die mobile Solarwerkstatt Famos ein
Lernangebot aufeinander abgestimmt, mit dem sie den Kindergarten
St. Bernhard besuchten. So konnten Kinder und Erwachsene einiges
über Mobilität erfahren, erleben und gemeinsam diskutieren, wie sie
ihr Verhalten hin zu einer nachhaltigen Mobilität ändern können.
Doch auch sieben Grundschulen kamen schon in den Genuss des
Kleeblatts; für dieses Publikum hatten die Freiburger Verkehrs AG,
der Verein Kind und Umwelt, das Archäologische Museum und die
Solarkontaktstelle Fesa ein gemeinsames Angebot entwickelt.

Wie es gelingen kann, eine nachhaltige Wirtschafts- und
Lebensweise zu entwickeln, von der lokalen bis zur internationalen
Ebene, ist eine Schlüsselfrage unserer Gesellschaft. Nachhaltigkeit
hängt dabei nicht nur von zukunftsfähiger Technik und Infrastruktur
ab, sondern in hohem Maße auch von individuellen Entscheidungen
jeder/s Einzelnen. Hier setzt Bildung für nachhaltige Entwicklung an,
indem sie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges
Denken und Handeln vermittelt und ihnen die Probleme nicht-
nachhaltiger Entwicklung vor Augen führt. Dazu betonte
Bürgermeisterin Stuchlik: „Nur wenn wir das Wissen um
Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Ökonomie,
Ökologie, Sozialem und Kultur im Prozess des lebenslangen Lernens
bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verankern, kann jede
und jeder ihren oder seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.“

In Sachen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ treffen sich zweimal
im Jahr bis zu 40 Akteure aus Ökologie, Wirtschaft, Sozialem und
Kultur zum Netzwerk-Austausch. Dabei entstehen auch Ideen für
künftige Kooperationen. Nächstes Treffen ist am Donnerstag, 25.
Oktober, um 18 Uhr im Waldhaus. Alle Interessierten sind dazu
herzlich eingeladen, sollten sich aber anmelden unter
leif@stadt.freiburg.de.

Quelle: Stadt Freiburg

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