Energiewechsel

Freiburg: Spatenstich an der Tullastraße – Neues Feuerwehrhaus für die Abteilungen Herdern und Zähringen soll 2015 fertig sein

Pressemeldung vom 23. September 2013, 09:44 Uhr

Badenova plant und baut, Stadt übernimmt das Gebäude nach Fertigstellung / Investitionsvolumen von 2,05 Millionen Euro

Aus zwei Häusern mach eins, und zwar an neuem Ort: Heute haben die Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus für die Abteilungen Herdern und Zähringen der Freiwilligen Feuerwehr (FF) begonnen. Den ersten Spatenstich nahmen Badenova-Vorstand Mathias Nikolay, Erster Bürgermeister Otto Neideck, Feuerwehrkommandant Ralf-Jörg Hohloch und Stadtbrandmeister Reiner Ullmann gemeinsam vor. Das Gebäude soll Anfang 2015 bezugsfertig sein und umfasst eine Investitionssumme von 2,05 Millionen Euro.

Errichtet wird das Feuerwehrhaus auf dem Badenova-Gelände an der Tullastraße (die beiden bisherigen FF-Standorte werden aufgegeben). Diese ungewöhnliche Lösung war möglich geworden, weil der dort ansässige Energie- und Umweltdienstleister bereit war, einen Teil seines Geländes abzutreten und sich in Bauvorbereitung und Logistik aktiv zu engagieren. So wird das Feuerwehrhaus synchron zur Erweiterung der Badenova-Hauptverwaltung auf dem gleichen Gelände gebaut. Dadurch können Bauabläufe aufeinander abgestimmt und gegebenenfalls die gleichen Baufirmen und Zulieferer für beide Projekte beauftragt werden. Formal haben sich Stadt und Badenova deshalb darauf geeinigt, dass Badenova als Bauträger auftritt und erst nach Fertigstellung das Feuerwehrhaus offiziell an die Stadt und die Freiwillige Feuerwehr übergibt.

Beim heutigen Festakt verwies Badenova-Vorstand Mathias Nikolay darauf, dass diese flexible Vorgehensweise ganz in der Tradition einer langen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Feuerwehr stehe: „Wir bieten seit Jahren im ganzen Marktgebiet zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald durch unsere Erdgas-, Strom- und Wasserexperten Schulungen für Kommandanten und Truppführer der Freiwilligen Feuerwehren an. Der ständige Austausch mit allen Feuerwehren der Region genießt bei uns höchste Priorität.“

EBM Neideck erklärte: „Wir haben hier gemeinsam ein Modell der Planung und Finanzierung gefunden, das beiden Seiten hohe Reize bietet. Ganz wesentlich aus einsatztaktischer Sicht ist aber, dass die Brandsicherheit im nördlichen Stadtgebiet verbessert wird. Und jedes neue Feuerwehrhaus entfaltet auch eine erfreuliche Nebenwirkung: Wie die Erfahrungen in Oberstadt/Wiehre zeigen, bedeutet es für die Jugendarbeit in den Abteilungen einen deutlichen Motivationsschub.“

Das Einsatzgebiet der Abteilungen Herdern und Zähringen umfasst die Stadtteile Herdern-Nord und Herdern-Süd, Zähringen, Brühl- Güterbahnhof und Brühl-Industriegebiet. Hier wohnen heute rund 27.000 Menschen. Nach der „Kleinräumigen Bevölkerungsprognose“ des Amtes für Bürgerservice und Informationsverarbeitung wird allein der Stadtteil Zähringen bis 2030 um rund 1000 Personen wachsen, durch Neubaumaßnahmen entlang der Zähringerstraße werden innerhalb der nächsten Jahre zahlreiche Wohneinheiten entstehen.

Beide Abteilungen sind bislang in angemieteten Gebäuden untergebracht: die Abteilung Zähringen mit 30 Aktiven an der Reichenbachstraße, die Abteilung Herdern mit 25 Aktiven auf dem Güterbahnareal. Letzterer Mietvertrag läuft Ende 2013 aus, und weil das Güterbahnareal umgebaut wird, kann die FF Herdern dort nicht länger bleiben.

Die einsatztaktische Lage ist an beiden Standorten unbefriedigend. In Zähringen müssen Feuerwehrangehörige ihre Privatfahrzeuge rund ums Feuerwehrhaus parken, was Einsätze und Übungen erschwert. In Herdern ist das Feuerwehrhaus in einem schlechten Zustand (keine Abgasabsauganlage, keine Trennung zwischen Fahrzeughalle und Aufenthaltsbereich, usw.) Zudem entsprechen beide Gebäude nicht mehr heutigen baulichen und technischen Standards: Es gibt keine Jugendräume, die Sanitärbereiche sind nicht getrennt, die Verkehrswege zu eng bemessen, wesentliche Vorschriften zur Unfallverhütung kaum einzuhalten. Investitionen in die angemieteten Räume wären unwirtschaftlich, zumal ein Privatinvestor das Anwesen in Herdern anderweitig nutzen will.

So wurde 2012 verstärkt nach anderen Standorten im Bereich Herdern und Zähringen gesucht. Dabei geriet eine rund 2900 Quadratmeter große Teilfläche auf dem Betriebsgelände der Badenova ins Visier der Feuerwehrplaner – als einsatztaktisch vorteilhaft, baurechtlich möglich und insgesamt zukunftsweisend. Die Feuerwehr käme hier den Betrieben im Industriegebiet Nord näher, die Stadtteile Herdern und Zähringen blieben aber schnell erreichbar.

Gespräche mit der Badenova ergaben, dass sich der schlüsselfertige Bau eines Feuerwehrhauses sinnvoll in die Entwicklung ihres Standortes integrieren ließe. So kamen Stadt und Badenova überein, dass der Energiedienstleister aus rechtlichen Gründen das FW-Haus quasi als Bauträger errichtet und dann der Stadt überträgt. Daraus ergibt sich eine win-win-Situation mit geringeren Kosten. Der Bau des Feuerwehrhauses kostet demnach 1,378 Millionen Euro, hinzu kommen 119.000 Euro für Verkehrsregelung, 238.000 Euro für Ausstattung und 320.000 Euro für Baunebenkosten (Honorare, Gebühren). Von diesen Gesamtkosten von 2,055 Millionen Euro abzuziehen ist der Landeszuschuss von 230.000 Euro.

Beim Spatenstich erinnerte Neideck daran, dass die Errichtung des Feuerwehrhauses für die Abteilungen Herdern und Zähringen „der letzte noch offene Baustein zur Zusammenlegung von eigenständigen Abteilungen im Organisationsgutachten ‚Kostenoptimierung im Brandschutz'“ sei. Bereits im Jahre 2000 hatte der Gemeinderat die Verwaltung mit dieser Kostenoptimierung beauftragt, zum Beispiel durch die Zusammenlegung von jeweils zwei getrennten Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr. Die Idee dahinter: Durch den höheren Personalpool einzelner Einheiten sollte auch die Effizienz im Einsatzfall steigen. Erstmals umgesetzt wurde diese Empfehlung im Januar 2007, als die bisherigen FF-Abteilungen Haslach und Katastrophenschutz zur Abteilung Rieselfeld zusammengelegt wurden. Unter einem Dach, dem früheren VAG- Betriebshof Süd an der Urachstraße, vereint sind seit Dezember 2008 auch die Abteilungen Oberstadt und Wiehre. Seit dem Juni 2011 teilen sich die Abteilungen Unterstadt und Stühlinger ein Feuerwehrhaus in der umgebauten Hauptfeuerwache an der Eschholzstraße.

Vorstand Nikolay betonte, dass Badenova regelmäßig Schulungen zu Gas- und Stromthemen für Feuerwehrneulinge anbiete: „Besonders intensiv sind die Berührungspunkte bei allen Fragen der Wasserversorgung und Wassernutzung.“ Darüber hinaus fänden regelmäßig Feuerwehrübungen auf dem Gelände und an den Einrichtungen der Badenova statt. Nach Aufgabe der eigenen Atemschutzträger-Gruppe habe Badenova fast ihre komplette Atemschutzausrüstung der Feuerwehr gespendet. „Nicht zuletzt zeigt sich unsere Verbundenheit zur Feuerwehr auch darin, dass mehr als 30 Badenova-Mitarbeiter an ihrem jeweiligen Wohnort auch Mitglied der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr sind“, sagte Nikolay.

Diese Nähe hat in Freiburg eine besondere Tradition. Als es vor dem Zweiten Weltkrieg noch keine Berufsfeuerwehr gab, waren die Fahrer von Feuerwehr- und Krankenfahrzeugen stets beim städtischen Gaswerk beschäftigt und hatten ihre Einsatzfahrzeuge dort geparkt. So konnten sie bei Alarm direkt vom Arbeitsplatz weg ausrücken.

Quelle: Stadt Freiburg

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