Energiewechsel

Freiburg: Schwerer Störfall im AKW Fessenheim im April 2014

Pressemeldung vom 7. März 2016, 14:57 Uhr

OB Salomon fordert Regierungspräsidium auf, sofort eine grenzüberschreitende Sitzung einzuberufen

Oberbürgermeister Dieter Salomon fordert das Regierungspräsidium auf, sofort eine grenzüberschreitende CLIS-Sitzung einzuberufen. Anlass ist die Berichterstattung in verschiedenen Medien zu einem schweren Störfall des französischen Atomkraftwerks (AKW) Fessenheim vom 9. April 2014.

OB Salomon: “ Es ist unzumutbar, was hier von der französischen Atomaufsicht verschwiegen werden sollte. Wir wollen endlich Klarheit, was vor knapp zwei Jahren genau in Fessenheim passiert ist. Es kann nicht sein, dass wir als betroffene Nachbarn aus den Medien erfahren müssen, was jenseits des Rheins geschieht. Die Menschen in der Region haben ein Recht auf eine umfassende Aufklärung und Information über die Ursachen und den Verlauf des Störfalls.“ Schon seit vielen Jahren fordert OB Salomon die Stilllegung des pannenanfälligen AKWs in Fessenheim.

Auch Umwelbürgermeisterin Gerda Stuchlik sieht die Lage kritisch: „Wir haben keinerlei Vertrauen mehr in den Betreiber EDF und die französische Regierung. Der jetzt bekannt gewordene Zwischenfall gibt Anlass zu großer Sorge und bestätigt einmal mehr, dass das AKW Fessenheim ein immenses Gefahrenpotenzial birgt.“

Der Zwischenfall im AKW Fessenheim nahe der deutschen Grenze war demnach gravierender als bislang bekannt. Die französische Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) habe den Vorfall im April 2014 gegenüber der Internationalen

Atomenergiebehörde heruntergespielt. Ein Wassereinbruch hatte damals die Elektrik beschädigt und zur Abschaltung eines Reaktors geführt. Eine Überschwemmung war die Folge, das Wasser auch in Schaltschränke gelaufen und damit offenbar eines der beiden Sicherheitssysteme außer Gefecht gesetzt worden sei. Die Atomaufsicht hatte damals erklärt, dass der Wassereinbruch keinen Einfluss auf das Funktionieren der Sicherheitssysteme gehabt habe.

Das 1978 in Betrieb genommene AKW Fessenheim ist inzwischen der älteste französische Reaktor. Nach heutigem technischen Stand gibt es viele Fragen zur Sicherheit der Anlage hinsichtlich Schutz vor möglichen Erdbeben, Überschwemmungen, Flugzeugabstürzen oder terroristischen Angriffen.

CLIS ist die Abkürzung von „Commission Locale d’Information et de Surveillance“ einem regionalen Ausschuss zur Beobachtung und Überwachung öffentlichkeits- und sicherheitsrelevanter Projekte und Anlagen. In der CLIS des elsässischen AKWS Fessenheim haben auch Vertreter aus Deutschland und der Schweiz einen Sitz.

Zudem ist die Stadt Freiburg bereits seit vielen Jahren Mitglied im TRAS, der Trinationale Atomschutzverband am Oberrhein. Der 2005 in Basel gegründete Zusammenschluss von Gemeinden, Kantonen und Verbänden will die Region vor den Gefahren des AKW Fessenheim schützen. Vor allem mit juristischen Mitteln soll die Stilllegung des Reaktors erreicht sowie der Bau eines Nachfolgekraftwerks verhindert werden.

Quelle: Stadt Freiburg

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis