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Freiburg: Quartiersarbeit in Freiburg unter der Lupe: Stadtverwaltung schlägt neue Struktur vor

Pressemeldung vom 15. September 2016, 11:53 Uhr

Die Quartiersarbeit in Freiburg braucht neue Strukturen: Zu diesem Ergebnis kommt ein externes Gutachten, das die Verwaltung im Auftrag des Gemeinderats erstellen ließ.

In Freiburg gibt es in zwölf Stadtvierteln eine formelle Quartiersarbeit, die sich für die Belange der jeweiligen Bewohnerschaft einsetzt. Dabei geht es vor allem darum, sozial benachteiligte Gruppen zu erreichen und zu unterstützen. Eingeführt wurde diese Form der Gemeinwesenarbeit, weil Quartiere häufig kleiner sind als Stadtteile. Sie haben ihre eigene Größe, Infrastruktur, Umgebung und Bewohnerschaft, so dass die Arbeit punktueller ansetzen kann. Die Stadt Freiburg bezuschusst den Einsatz aktuell mit rund 1,3 Millionen Euro. Die Mittel flossen vorrangig in Personalkosten, ein kleinerer Anteil auch in Sachkosten.

Damit die Quartiersarbeit ihren vollen Nutzen entfalten kann, muss klar sein, wo sie notwendig ist und welche Aufgaben und Themen in den einzelnen Vierteln anstehen. Deshalb hatten die Gemeinderatsfraktionen von Grünen, CDU, UL, FL/FF und FW die Verwaltung im Juli 2015 beauftragt, die Quartiersarbeit in Freiburg grundlegend zu prüfen. Die Bestandsaufnahme und Bewertung sollte klären, wo und wie effektiv die bestehenden Angebote ihre Ziele erreichen. Im Dezember folgte der Beschluss, einen externen Gutachter mit der objektiven Prüfung zu beauftragen.

Die Firma con_sens aus Hamburg startete wenige Tage später die Untersuchung in enger Abstimmung mit den Büros von Finanzbürgermeister Otto Neideck und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Bei der Befragung aller Träger der 2 Quartiersarbeit zeigten sich enorme Unterschiede hinsichtlich der Konzepte, Ziele und Aufgaben. Auch die Ausgangssituation stellte sich je nach Quartier ganz anders dar. Häufig wurde ein Mangel an Beschäftigten, Räumen und Ausstattung bekundet, was die professionelle Arbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern erschwere. Ebenso berichtete die städtische Koordinationsstelle, dass die Gesamtsteuerung wegen der Vielzahl an Trägern sehr komplex sei.

Um die Quartiersarbeit in Freiburg effektiver zu steuern, schlägt das Gutachten nun vor, einheitliche Standards zu definieren und die Ressourcen nach festen Kriterien gerecht zu verteilen. Außerdem wird empfohlen, die Aufgabe ab 2018 unter dem Dach der Stadt auszubauen, zu steuern und besser mit den städtischen Hilfesystemen zu verzahnen. Der Zuschuss an die Träger soll dann entfallen. Gleichzeitig sollen die Quartiersarbeitenden weitgehend unabhängig arbeiten können. Denn als Sprachrohr von sozial benachteiligten Gruppen müssen sie weiterhin deren Belange gegenüber der Stadtverwaltung vertreten.

Oberbürgermeister Dieter Salomon unterstützt das Gutachten: „Die Ergebnisse sind eindeutig: Wir brauchen eine neue Struktur und eine verbesserte Steuerung, damit unsere Leistungen in jenen Quartieren und bei jenen Menschen ankommen, die Quartiersarbeit dringend benötigen.“

Der Gemeinderat diskutiert den Vorschlag im Sozialausschuss am 28. September und im Hauptausschuss am 10. Oktober. Ob die Räte dem Vorschlag einer Neuausrichtung folgen, entscheidet sich in der Gemeinderatssitzung am 18. Oktober.

Quelle: Stadt Freiburg

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