Energiewechsel

Freiburg: Mehr Ausleihen als je zuvor, attraktiveres Outfit, optimierte Serviceangebote, angenehmerer Aufenthalt

Pressemeldung vom 10. Juli 2012, 12:46 Uhr

Die Stadtbibliothek legt ihre Jahresbilanz 2011 vor

Auf ein Jahr 2011, das aus unterschiedlichsten Gründen erfolgreich
war, blickt die Stadtbibliothek zurück. Zu diesem Fazit kamen
Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach und Bibliotheksleiterin
Elisabeth Willnat, die heute auf einer Pressekonferenz die
Jahresbilanz vorgestellt haben. Dabei betonte von Kirchbach, in
dessen Zuständigkeit die Bibliothek seit Januar 2011 liegt: „Der
Aufwärtstrend der Stadtbibliothek hält an, auch weil hier engagiert
und zielstrebig gearbeitet wird. Das Angebot ist gut und vielseitig, die
Aufenthaltsqualität gestiegen und der Service erweitert.“

Schon von außen macht die Stadtbibliothek auf dem Münsterplatz
seit 2011 (noch) mehr her: Im vergangenen Sommer wurden die
Südfassade saniert und die Fenster erneuert. Die Neuigkeiten setzen
sich drinnen fort: Es gibt eine neue Aufenthaltszone auf der Empore,
die Fläche im Untergeschoß wurde erweitert, der Eingangbereich ist
nun komplett modernisiert. In Vorbereitung ist die Umsetzung eines
neuen Leitsystems, das die Hochschule für Graphik und Design
entwickelt hat. Attraktive Bestände führten die Bibliothek nun zu
einem erneuten Ausleihrekord.

Medienangebot und seine Nutzung
Im Jahr 2011 übertraf die Stadtbibliothek mit 1.600.356 Ausleihen
ihr bisher bestes Ergebnis (2010: 1.537.054) um gut vier Prozent. Die
Steigerungen sind im gesamten Bibliothekssystem (Hauptstelle,
Zweigstellen, Bücherbus) zu beobachten. In der Hauptstelle schlugen
1.208.848 Ausleihen zu Buche, der Anteil der Zweigstellen an der
Nutzung bleibt bei 23 Prozent. Wieder wurde ein Drittel der Ausleihen
in der Hauptstelle von der Kinder- und Jugendbibliothek erzielt, die
damit ihren Rekord vom Vorjahr verbesserte (2010: 369.783, 2011:
388.300). Dass die Zahl der Besuchenden um 7 Prozent sank
(2010: 720.654, 2011: 672.177), hängt mit der aufwendigen

Fassadensanierung zusammen. In der Bauphase wurde verstärkt
von zu Hause verlängert, vorgemerkt und digital ausgeliehen.

Konstant blieb indes die Zahl der Ausweisbesitzer/innen (2010:
26.805, 2011: 26.617). Seit sich Kunden selbst registrieren können,
steigt die Zahl der Neuanmeldungen. 63 Prozent der Benutzerschaft
ist weiblich. Die Zielgruppen „Kinder bis 13 Jahre“ (32,3%) und „13-
bis 18-Jährige“ (12,6%) blieben annähernd gleich groß. Zugleich
stieg die Zahl der über 60-Jährigen, die einen Benutzerausweis
besitzen, auf 1.882 Personen (Anteil 2010: 6,8%, 2011: 7,1%).

Die Zusammensetzung der Medien hat sich geringfügig zugunsten
des Non-book-Bereichs (audiovisuelle Medien, Tonträger, Karten,
Spiele, Zeitschriften, Noten) verändert. Dieser Bestand beträgt 28,7%
(2010: 27,6%), sein Anteil an der Ausleihe stieg auf 42,7% (2010:
41,6%). Elektronische Medien machten 16,1% (2010: 15,4%) des
Bestandes und 38,2% (2010: 37,2%) der Ausleihen aus.

Ausgebaut wurde der Bestand der Onleihe; das sind digitale Medien,
die als Datei per Internet von zu Hause aus herunter geladen werden
können. Er belief sich zum Jahresende auf 2.977 Medien. Damit
wurden 17.876 (1,1 Prozent) aller Ausleihen erzielt. Zudem wurden
E-Book-Reader angeschafft, zur Fortbildung des Personals und um
das Publikum in die Nutzung dieses neuen Angebots einzuführen.

Die neue Satzung über die Benutzung der Stadtbibliothek, 2011 vom
Gemeinderat beschlossen, sieht wesentliche Verbesserungen für alle
Kunden vor. So können sie sich nun online registrieren, um die
digitalen Angebote rund um die Uhr nutzen zu können.

Das Bibliothekssystem: Projekte und Öffentlichkeitsarbeit
Die Stadtbibliothek hat das Freiburger Schulbibliotheksnetz, die
„Bibliothek der Kulturen“ fortentwickelt und dazu eine Servicestelle
eingerichtet. Die 20 Schulbibliotheken dieses Netzes befinden sich
vorwiegend in Grundschulen; integriert sind aber auch die Gertrud-
Luckner-Gewerbeschule mit ihrem Spezialbestand (ein Teil der
Nachlassbibliothek Gertrud Luckners), eine Realschule und zwei
Gymnasien. In der Servicestelle ist eine Fachkraft mit dem Aufbau
neuer und der Erweiterung bestehender Schulbibliotheken
beschäftigt. Hinzu kommt die Bibliotheksarbeit im Schulalltag, die
Beratung, Schulung und Gewährleistung des EDV-Services.

Die Zahl der Veranstaltungen und Führungen stieg um 10 Prozent
(2010: 655, 2011: 720). Knapp die Hälfte davon (348) richteten sich
an Kinder und Jugendliche, die wichtigste Zielgruppe der Bibliothek.
Ein Viertel (165) waren Einführungen in die Bibliotheksbenutzung,
vorwiegend für Schulklassen. Zu den Veranstaltungen in der
Hauptstelle zählte der Neujahrsauftakt in der Musikbibliothek zum
Thema „Willkommen und Abschied“; eine Lesung von Annette Pehnt
aus ihrem Buch „Mobbing“ (Präsentation der Partnerstadt Innsbruck
zur Literaturinitiative „Innsbuck liest“); die Lesereihe „Nachmittags um

Drei“ zum 35-jährigen Jubiläum des Stadtseniorenrates; eine Lesung
mit Bernadette Conrad aus „Die vielen Leben der Paula Fox“ zur
Frauenkonferenz; ein Vortrag von Frank-Rutger Hausmann über die
Bedeutung der „Divina Commedia“ für die italienische und deutsche
Kultur; das Programm „Jazz & Literatur“ von Hanns-Christof Spatz
und Feri Tabrisi zum Unesco-Gedenktag für den persischen Dichter
Hafis; Lesung und Film „Unsere Geschichte(n) – Eure Geschichten?
Stadtteilmütter auf den Spuren des Nationalsozialismus“ der Aktion
Sühnezeichen Friedensdienste; und eine Lesung von Ragni Maria
Gschwend zum Kleistjahr in der Reihe „Freiburger Andruck“.

Ausstellungen widmeten sich u.a. dem Internationalen Jahr der
Wälder; den Tschechischen Kulturtagen („60 Jahre Kriegsende und
Vertreibung“); dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki;
und dem Thema „Von allen guten Geistern verlassen – Schuld und
Sühne in der Literatur“. Buchvorstellungen und
Medienpräsentationen rundeten das Veranstaltungsangebot ab.

Die Kinder- und Jugendbibliothek war auch 2011 federführend bei
mehreren Projekten zur Leseförderung. Mit den Stadtteilbibliotheken
organisierte sie das Sommerprojekt „Abenteuer Lesen. Zuhause auf
Entdeckerreise“; die Aktion „Ein Leseausweis in jede Schultüte“; die
Teilnahme am Lirum-Larum-Lesefest; und am Vorlesetag. Dazu
lasen Freiburger Sport-Asse an vier Stätten Grundschülern vor.

Die Informationsabteilung erzielte mit 27.894 Ausleihen (2010:
25.896) ihr bislang bestes Ergebnis im Zeitschriftenbereich. Hier
macht sich die gestiegene Anzahl an im Bibliothekskatalog erfassten
Zeitschriftenaufsätzen bemerkbar. Gerade für schulische Zwecke
sind Artikel aus populärwissenschaftlichen Magazinen eine aktuelle
Ergänzung zum Sachbuchbestand. In Recherche-Einführungen für
Klassen hat die Suche nach Zeitschriftenliteratur längst ihren festen
Platz. Die Sprechstunde InfoScout für Schüler, die Informationen für
Referate oder Prüfungen suchen, erfreut sich einer hohen Nachfrage.

Stadtteilbibliotheken, Fahrbibliothek, Info Point Europa
In der Stadtteilbibliothek Haslach fanden 216 Veranstaltungen
statt, darunter 23 Einführungen in die Bibliotheksbenutzung und 142
Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Regelmäßig vorgelesen
wurde im Vorlesesessel, auch in französisch, spanisch, englisch oder
türkisch. Zum Fest „Haslach liest“ fanden an verschiedenen Orten,
vom Restaurant Alt-Haslach über Melanchthonkirche oder Haslacher
Bad bis zum Englerplatz Lesungen und Aktionen statt, die das
Angebot der Bibliothek repräsentierten. Die Bibliothek leistet mit der
Haslacher Wundertüte darüber hinaus aktive Kulturarbeit im Stadtteil.

Die Stadtteilbibliothek Mooswald ist während der Sanierung der
Wentzinger-Schulen im Übergangsquartier Ganztagsschultrakt zu
finden. Im Juli lud sie im Rahmen des Kleist-Jahres zum „theater
sepTeMBer: Kohlhaas“ ein.

Die Kinder- und Jugendmediothek im Rieselfeld hat sich in punkto
Ausleihe konsolidiert (technische Leitungsprobleme sind behoben)
und nahm am dortigen Stadtteilfest teil. Intensiviert wurde das
zweisprachige Vorleseprogramm für Kinder.

Ungebremster Beliebtheit erfreut sich die Fahrbibliothek. 2011 hat
der Gemeinderat Geld für den Ersatz des Bücherbusses bewilligt.
Die Kooperation mit der Öffentlichen Bibliothek in Mulhouse wurde
fortgesetzt, der Bücherbus nahm dort am Festival Trans(e) teil.

Der Info-Point Europa blickt auf 26 Veranstaltungen und sieben
Unterrichtseinheiten zum Projekt „Europa erleben“ in Grundschulen
im Jahr 2011 zurück. Zum Europafest am 14. Mai gab es auf dem
Kartoffelmarkt ein vielfältiges Programm mit Aktionen, Infoständen
und 13 Kooperationspartnern. Lars P. Feld, Leiter des Walter-
Eucken-Instituts, hielt einen viel beachteten Vortrag über die Zukunft
des Europäischen Währungssystems. An drei Nachmittagen boten
die Infobest-Büros Vogelgrun/Breisach und Palmrain Beratung für
Grenzgänger an. In einem Seminar wurden die Themen
Freiwilligentätigkeit und Förderprogramme in der EU erläutert. Auch
2011 organisierte der Info-Point zwei Besuche im Europäischen
Parlament in Straßburg, samt Vorbereitungsseminar in der VHS.

Ausblick
Im laufenden Jahr 2012 haben bereits zwei wesentliche Ereignisse
stattgefunden: „Das Lesende Rathaus“ am 12. Mai und die Eröffnung
des „Wegweiser Bildung“ am 28. Juni. Durch letzteren wird die
Kooperation mit der Initiative LEIF – Lernen erleben in Freiburg und
mit der Volkshochschule intensiviert. Weil der Wegweiser nun im
linken Raum im Eingangsbereich der Stadtbibliothek untergebracht
ist, wurde das Regiocafé auf die Empore verlegt und das
Untergeschoss erweitert. Damit ist der Einstieg in ein
aufenthaltsorientiertes Konzept der Bibliothek gelungen. Als ihre
besondere Verantwortung betrachtet sie es, weiterhin den
Entwicklungen der sich im rasanten Wandel befindlichen
Medienlandschaft, aber auch den Ansprüchen der Benutzer/innen an
eine moderne Bibliothek Rechnung zu tragen.

Im Herbst beginnen die Planungen für 2013: Dann wird die
Hauptstelle mit ihren Nachbarn ihr fünfzigjähriges Jubiläum nach
dem Wiederaufbau des Gebäudes am Münsterplatz feiern. Das
Gebäude selbst hat durch allerlei Umbaumaßnahmen beständig an
Attraktivität gewonnen. Wichtigste, jetzt anstehende Maßnahme ist
die behindertengerechte Erschließung aller Etagen durch einen
Publikumsaufzug an.

Quelle: Stadt Freiburg

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