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Freiburg: Lesen, erzählen, zuhören, austauschen

Pressemeldung vom 6. Oktober 2016, 15:35 Uhr

Schulbibliotheken spielen in Freiburg eine wichtige Rolle: 26 Grundschulen, fünf Förderschulen, drei Gymnasien, eine Realschule und eine Berufliche Schule haben entsprechende Räume, Ecken oder Bücherkisten eingerichtet. Und das nicht ohne Grund: Die Bibliotheken dienen nicht nur der Medienausleihe, sondern bieten auch einen zentralen Ort für die Sprachförderung und den sozialen Austausch. Das Amt für Schule und Bildung (ASB) und die Stadtbibliothek setzen sich daher seit Jahren für den Ausbau der Schulbibliotheken und ihrer Angebote ein. Den Rahmen dafür steckt das Konzept „Lebendige Schulbibliotheken“. Dessen Inhalte haben Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik, ASB-Leiter Hermann Maier und Lisa Wiedenhöfer von der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbibliothek heute in der Anne-Frank-Grundschule vorgestellt.

Die Aktivitäten in den Schulbibliotheken sind das Ergebnis des seit acht Jahren erprobten Konzeptes „Lebendige Schulbibliothek“. Begonnen als „Bibliotheken der Kulturen“ sollte es die Angebote zur Sprachbildung erweitern. 2008 hatten das ASB und die Stadtbibliothek dafür ein auf die Grund- und Förderschulen zugeschnittenes Konzept vorgestellt. Seit 2009 stellt das ASB jährlich 200.000 Euro bereit, um alle öffentlichen Grund- und Förderschulen in Freiburg mit einer eigenen Schulbibliothek auszustatten. Dieses Ziel ist beinahe erreicht: Von insgesamt 30 städtischen Grundschulen verfügen 26 über Bibliotheken, bei den Förderschulen sind es fünf von sieben.

Zu den Medien, die sich in den Bibliotheksräumen befinden, zählt auch ein Anfangsbestand von 1.800 fremdsprachigen Büchern. Derzeit ist dieser Bestand auf fünf Grundschulbibliotheken verteilt. Auch die anderen Schulbibliotheken haben mittlerweile fremdsprachige Bestände aufgebaut. Lehrkräfte, Schüler, 2 Erzieherinnen und Leselernpatinnen und -paten können die Medien für Unterricht, Projekte und andere Leseaktionen frei nutzen.

Die schulbibliothekarische Arbeitsstelle in der Stadtbibliothek dient als Bindeglied zwischen dem ASB und den Schulbibliotheken. Sie bietet den Schulen ein breites Spektrum an Dienstleistungen an: Bei der Einrichtung neuer Schulbibliotheken kümmert sie sich um den Aufbau des Grundbestands und die kontinuierliche Erweiterung, wobei die Wünsche der Schulen berücksichtigt werden. Daneben bearbeitet die Arbeitsstelle die Medien ausleihfertig und erfasst die Titel im Online-Katalog des Freiburger Schulbibliotheksnetzes. Außerdem schult sie die Verantwortlichen in den Schulen im Umgang mit der Bibliothekssoftware für Recherche und Ausleihe und regt Aktionen zur Leseförderung an. Darüber hinaus veranstaltet die Stadtbibliothek jährlich den Runden Tisch „Grundschule + Bibliothek“. Dort informiert sie die Mitarbeiter der Schulbibliotheken über neue Medienangebote, präsentiert Ideen zur Medienvermittlung und lädt zum Erfahrungsaustausch ein.

Eine lebendige Schulbibliothek wird selbst aktiv, etwa indem sie regelmäßig Veranstaltungen und Vorlesenachmittage anbietet, wie Bürgermeisterin Gerda Stuchlik unterstreicht: „Unser Kerngedanke ist, dass eine lebendige Schulbibliothek auch das Umfeld der Schule einbezieht, beispielweise durch Feste oder regelmäßige Lesenachmittage. Diese können fremdsprachig sein und Eltern, Großeltern oder benachbarte Schulen einbeziehen.“

Zum Konzept zählen aber auch viele ergänzende Projekte und Programme. Wie viel hier schon geleistet wird, verdeutlichten beim heutigen Termin Christian Schulz, Leiter der SchulprojektWerkstatt, Edgar Bohn, Rektor der Anne-Frank-Schule, und Sylvia Bohn, Lehrerin an der Adolf-Reichwein-Schule. Die SchulprojektWerkstatt hilft beispielweise mit ihrem Projekt „Erzählen, Zuhören, Weitererzählen“, diese Themen langfristig an Grundschulen und Förderschulen zu verankern: Erzählen wird fester Bestandteil im Stundenplan. Ebenso verbessert das Projekt „Leselernpaten“ die Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz von Kindern, stärkt ihre soziale Kompetenz – und nebenbei auch den Kontakt zwischen den Generationen. Derzeit sind an 33 Schulen (meist Grund-, aber auch Förder-, Haupt- und Realschulen) rund 280 Senioren, Studierende und andere Bürger im Einsatz. Als Leselernpaten betreuen sie rund 700 Kinder; mehr als jedes Zweite davon hat einen Migrationshintergrund.

Laut einer Umfrage des ASB haben die Schulbibliotheken schon heute viel zu bieten: – regelmäßige Öffnungszeiten – offene Ausleihzeiten durch Ehrenamtliche/LeselernpatInnen – ein breit gefächertes Zeitschriften- und Bücherangebot – Eltern als Kooperationspartner – schulische Lesezeiten mit freier Literaturauswahl 3 – selbstständiges Lesen und Lesen mit Begleitung

Mehr Sprachkompetenz, mehr Lust auf Lesen – darauf zielt auch die Stadtbibliothek mit ihren elf ehrenamtlichen Vorlesepatinnen und – paten ab. In den Stadtteilbibliotheken, in der Hauptstelle, im Bücherbus und in den Kindergärten wird regelmäßig vorgelesen. Zielgruppe sind vor allem die Drei- bis Zwölfjährigen. Gelesen wird auf Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch und Französisch. Zudem bietet die Stadtbibliothek Bilderbuchkinos, Medien-Rallyes, Vorlesestunden, Bibliothekseinführungen, Einführungen in die Katalogrecherche, Autoren-Lesungen und andere Veranstaltungen.

Um die Ziele der „Lebendigen Schulbibliotheken“ noch genauer zu definieren und neue Möglichkeiten auszuloten, fand im Juli in der Weiherhofschule ein Workshop statt. Mit dabei: die Anne-Frank- Schule, die Albert-Schweitzer-Schule, die Adolf-Reichwein-Schule, die Hofackerschule, die Schneeburgschule, die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbibliothek, das Literaturbüro, das Regierungspräsidium, die SchulprojektWerkstatt und das Amt für Schule und Bildung. Die Schulen erhielten wichtige Impulse, wie sie ihre Bibliotheken stärker im Schulalltag verankern und die Nutzung fördern können. Bei einem Anschluss-Workshop im Frühjahr sollen die Erfahrungen ausgewertet und in einem Reader für alle Schulen zusammengefasst werden.

Quelle: Stadt Freiburg

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