Energiewechsel

Freiburg: Europawahl 2014

Pressemeldung vom 18. Februar 2015, 14:51 Uhr

Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung stellt 84-seitigen Berichtsband mit Ergebnissen und Analysen vor

Kaum eine Europawahl wurde bislang so aufmerksam verfolgt wie die Wahl der Abgeordneten zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014. In vielen Ländern traten erstmals Parteien an, die der EU kritisch gegenüberstehen. In Deutschland hatten kleine Parteien bessere Chancen auf einen Sitz im EU-Parlament, da das Bundesverfassungsgericht die bisher bestehende Drei-Prozent- Hürde gekippt hatte. Wie bei früheren Europawahlen galten die Ergebnisse der Parteien als innenpolitischer Stimmungstest. Zusätzlich wurde in manchen Kommunen, darunter Freiburg, an diesem Tag auch der Gemeinderat gewählt.

Lina Weimer, Thomas Willmann und Andreas Kern vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung haben die Europawahl 2014 unter die Lupe genommen und ihre Analysen samt Ergebnissen in einem 84 Seiten langen Band zusammengefasst. Dieser ist jetzt in der Reihe „Beiträge zur Statistik“ erschienen. Er zeichnet das Wahlgeschehen in Freiburg nach, auch im Vergleich zu Bundesgebiet und Bundesland; benennt Zahl, Alters- und Geschlechtsstruktur der Wahlberechtigten; setzt die aktuelle Wahlbeteiligung mit der von früheren Wahlen in Bezug, zeigt die Ergebnisse in den Stadtbezirken, analysiert Wählerbewegungen und -wanderungen und hängt einen 22-seitigen Tabellenteil ein. Hilfreich ist am Ende die Übersichtskarte des Stadtkreises Freiburg mit seinen Wahlbezirksgrenzen.

Umfangreich dokumentiert der Berichtsband alle Wahlergebnisse samt Gewinnen, Verlusten und Stimmenausschöpfung. Auf der Ebene der Stadtbezirke weisen die ABI-Autoren nach, wie sehr das

Wahlgeschehen in Freiburg auch bei dieser Europawahl von den Grünen (insgesamt 27,7 Prozent) dominiert wurde. In 22 von 39 Stadtbezirken und in 85 der 148 Wahlbezirke erhielten sie die meisten Stimmen. Zentrumsnahe Bezirke, die Wahlbezirke im Osten der Stadt sowie Rieselfeld und Vauban bleiben fest in grüner Hand. Im Westen der Stadt gelang es der SPD (24,6 Prozent), wie schon bei der Europawahl 2009 einige Wahlbezirke nicht nur von der CDU, sondern nun auch von den Grünen (zurück) zu erobern. Auffällig war dies in Mooswald-West, Betzenhausen-Bischofslinde und Alt- Betzenhausen, die vormals von der CDU dominiert wurden. Aber auch in den früheren grünen Wahlbezirken Haslach-Haid, Haslach- Gartenstadt und Haslach-Egerten war die SPD diesmal vorn. Die CDU (21,6 Prozent) konnte 27 Wahlbezirke für sich entscheiden, vor allem am Stadtrand von Freiburg. In den eher ländlich geprägten Ortsteilen am Tuniberg sowie in Lehen, Günterstal und Hochdorf erreichte die CDU das beste Ergebnis aller Parteien, schnitt aber in fast allen Bezirken schlechter ab als bei der Europawahl 2009. Die Linke hingegen verbesserte sich in beinahe allen Stadtbezirken. Die besten Ergebnisse erzielt sie mit 14,9 Prozent im Vauban und mit 13,2 Prozent in Weingarten. Die AfD trat zum ersten Mal bei einer Europawahl an und erzielte auf Anhieb 5,7 Prozent. Bestwert waren dabei 9,6 Prozent in Landwasser, während die AfD im Vauban nur auf 2,8 Prozent kam.

Insgesamt waren 4241 Personen ins Wählerverzeichnis eingetragen, die aus anderen EU-Ländern stammen. 3390 davon verfügten über die deutsche Staatsangehörigkeit, die übrigen 851 fanden Aufnahme ins Wählerverzeichnis, weil sie einen entsprechenden Antrag gestellt hatten. Die größten Wählergruppen aus anderen EU-Ländern stammten aus Rumänien (1088), Polen (877), Frankreich (646), Italien (514), Großbritannien (136) und Griechenland (98 Personen).

Der Berichtsband „Die Europawahl 2014 in Freiburg – Ergebnisse und Analyse“ ist für 15 Euro (ohne Versandkosten) beim Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung, Fahnenbergplatz 4, 79098 Freiburg, erhältlich. Interessierte können ihn per Fax (0761/201-5598), per E-Mail (statistik@stadt.freiburg.de) oder online (www.freiburg.de/statistik, unter „Veröffentlichungen“) bestellen. Dort ist er auch kostenlos herunterzuladen.

Quelle: Stadt Freiburg

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis