Energiewechsel

Freiburg: Dreisam – Grönland und zurück

Pressemeldung vom 9. Juni 2016, 15:09 Uhr

Stadt lädt zur Lachsbesatzaktion am 10. Juni an die Dreisam // In der Kinzig wurden die ersten Rückkehrer beobachtet

Langdistanz-Wanderfische haben es schwer. Und es wird immer schwerer. Dieser Fischgruppe, zu der beispielsweise der Lachs zählt, wird weltweit durch immer neue Wasserkraftwehre und andere Querbauwerke das Wandern unmöglich gemacht. Um auf die zunehmende Beeinträchtigung ihrer Lebensräume hinzuweisen, findet alle zwei Jahre der „Weltwanderfischtag“ statt.

Aus diesem Anlass setzt der Freiburger Verein Regio-Wasser am Freitag, 10. Juni, zusammen mit zwei Grundschulklassen der Emil- Gött-Schule mehrere Tausend Junglachse in die Dreisam ein. „Die Junglachse werden dann 30 Kilometer die Dreisam hinabwandern, 600 Kilometer den Rhein bis Rotterdam hinunter schwimmen, um anschließend die 4000 Kilometer bis vor die Küste Grönlands hinter sich zu legen“, berichtet der Binnengewässerkundler Nikolaus Geiler vom Verein Regio-Wasser.

Wenn sich die Lachse dann im Atlantik mit kleinen Krebsen dick und rund gefressen haben, müssen sie nach ein bis drei Jahren die ganze Strecke wieder retour bewältigen. Auf der weiten Reise drohen den Lachsen vielerlei Gefahren: Illegale Fischerei, Raubfische und Vögel trachten ihnen nach dem Leben, bauliche Hindernisse erschweren eine Rückkehr in die Heimat.

„Wie die Lachse mit untrüglichem Instinkt genau die Stelle wieder finden, an der sie ausgesetzt wurden, ist noch wenig erforscht. Ihr Orientierungssinn ist noch geheimnisvoller als das Navigationssystem der Zugvögel“, sagt der Fischereibiologe Klaus Blasel, der seit Jahren erfolgreich den Besatz mit Junglachsen in den Schwarzwaldflüssen organisiert. In der benachbarten Kinzig war sein Einsatz schon erfolgreich: Die ersten ausgewachsenen Lachse sind zurückgekehrt und haben in der Kinzig gelaicht.

Alexander Milles vom NABU-Vorstand, Mitarbeiter des Agenda21- Büros Freiburg, fügt hinzu, dass den aufstiegswilligen Lachsen auch am Oberrhein durch die französischen Wasserkraftwerke der Weg nach oben noch teilweise versperrt ist. „Deshalb sind wir froh, dass dieser Tage eine neue Fischtreppe an der Staustufe Straßburg eingeweiht wurde.“ Damit die Lachse in die Dreisam zurückkehren können, muss allerdings noch eine weitere Fischtreppe an der Rheinstaustufe Gerstheim gebaut werden.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, am Freitag, 10. Juni, von 11 bis 12 Uhr an der Lachsbesatzaktion zwischen Kronen- und Kaiserbrücke teilzunehmen. Bürgermeister Ulrich von Kirchbach wird ein kurzes Grußwort sprechen und bei der Besatzaktion mithelfen.

Informationen zu Lachsbesatzaktionen stehen auch auf regiowasser.ak-wasser.de und auf www.agenda21-freiburg.de.

Quelle: Stadt Freiburg

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