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Freiburg: Das Waldhaus zeigt farbige Holzschnitte von Brian Curling

Pressemeldung vom 23. September 2016, 13:01 Uhr

„Werden und vergehen“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die von Sonntag, 25. September, bis zum 26. März 2017 im Waldhaus in der Wonnhalde gezeigt wird. Zu sehen sind 24 filigrane, meist zart getönte, teils sehr großformatige Holzschnitte des Amerikaners Brian Curling. Sie tragen poetische wie programmatische Titel wie „Tree of Hours“, „Distance and Nostalgia“, „Myriad Things“ oder eben „Werden und Vergehen“ und zeigen Äste, Zweige, Samenstände, ganze Bäume, manche auch Vögel.

Faszinierend ist das Neben- und Übereinander unterschiedlicher perspektivischer Distanzen, zum Teil innerhalb desselben Bildes. Räumliche Ferne lässt einen ganzen Baum mit Krone sehen, daneben erinnern mikroskopische Nahsichten an pflanzliche Feinstrukturen. Brian Curling verstärkt solche Effekte, die auch mit Schärfen und Unschärfen spielen, noch durch die sich fein im Papier abzeichnenden Holzstrukturen der Druckstöcke und sich überlagernde Papierschichten.

So liefert der Wald als „schönstes Kapital der Welt“, wie sich Brian Curling ausdrückt, ihm nicht nur das Ausgangsmaterial für seine Druckstöcke. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den ewigen Prozessen der Natur und der Darstellung von Bäumen „als unvorstellbar komplexen Lebewesen mit ihren Bausteinen, ihren Mustern, ihren Schichtungen und Verzweigungen, ihrer Geometrie“ ist für ihn zu einem Lebensthema geworden.

Das ist kein Wunder. Geboren 1976 auf einer Farm in Kentucky, in einer sehr wald- und wasserreichen Gegend, lernte Curling schon als Kind die große Bedeutung des Wetters kennen und übernahm früh Verantwortung für das Wachsen und Gedeihen von Tieren und Pflanzen auf der Farm. Insbesondere sein Vater, laut Curling „aus 2 demselben Holz geschnitzt“ wie er, vermittelte ihm als Jäger, Farmer und Naturfreund einen respektvollen Umgang mit Tieren und Pflanzen, vor allem aber eine sensible Wahrnehmung der Natur und ihrer sich ständig verändernden Erscheinungen.

Zunächst wollte Curling Landschaftsarchitektur studieren. Über einen vorbereitenden Zeichenkurs lernte er jedoch die für ihn völlig neue „Sprache der Kunst“ kennen. Er änderte seine Pläne, studierte Druck- und Buchkunst an der Universität Kentucky und erwarb später den Master of Fine Arts an der Universität Nebraska. Anschließend lehrte er als Professor am Cleveland Institute of Art in Ohio.

Bis 2006 unterrichtete Brian Curling an verschiedenen Universitäten und Kunstschulen. Dann ging er mit seiner Frau Friederike Curling- Aust, die ebenfalls als freischaffende Künstlerin tätig ist, nach Kairo und übernahm an der dortigen Amerikanischen Universität eine Professur für Kunst. Zudem leitete er als Direktor die Falaki-Galerie dieser Universität. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder ging das Ehepaar nach Deutschland. Seit 2010 lebt und arbeitet Brian Curling als freischaffender Künstler mit Frau und Familie in Radebeul bei Dresden auf dem Weingut, das sein Schwager dort betreibt.

Ihnen allen sei, wie Brian Curling sagt, wichtig, dass „man für etwas lebt“. Für ihn bedeutet das, mit einer gewissen Mühsal selbst etwas Sinnvolles zu schaffen. Vergänglichkeit zwar wahrzunehmen, ihr aber mit dem künstlerischen Schaffen etwas entgegenzusetzen. Das heißt für den Künstler nicht zuletzt „stoisch wie ein Baum“ den Unbilden des Wetters und des Lebens zu trotzen, sich in einer lauten beschleunigten Welt immer wieder auf die Natur zu besinnen und gleichzeitig all die unendlichen Einzelvorgänge in ihrer Einmaligkeit wahrzunehmen.

In der Ausstellung werden neben den Bildern auch Druckstöcke, Werkzeuge und Papiere gezeigt. Anschaulich kann der künstlerische und handwerkliche Schaffensprozess Brian Curlings nachvollzogen werden. Denn der Künstler geht nicht nur meisterlich mit dem Werkstoff Holz um. Auch Auswahl und Einsatz besonderer Papiere zeugen von seinem handwerklichen Können.

Am 11. und 12. März bietet das Waldhaus die Gelegenheit, bei einem Workshop mit dem Künstler die handwerkliche und künstlerische Technik des Holzschnittes kennenzulernen (nur mit Anmeldung).

Quelle: Stadt Freiburg

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