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Freiburg: Am 16. Juli beginnt die große Sommer-Ausstellung im Augustinermuseum

Pressemeldung vom 14. Juli 2016, 14:35 Uhr

Segelboote unter endlos weiten Himmellandschaften, spiegelblanke Wasserflächen, pittoreske Windmühlen an ausgedehnten Uferstreifen: Mit den Werken der niederländischen Moderne erobert der Sommer in all seinen Facetten mit flirrenden Farben das Museum. Von Samstag, 16. Juli, bis Montag, 3. Oktober, zeigt das Augustinermuseum die Ausstellung „Niederländische Moderne. Die Sammlung Veendorp aus Groningen“. In der in Blautönen gestalteten Ausstellungshalle können Besucherinnen und Besucher in die Luftigkeit und Leichtigkeit einer holländischen Sommerfrische eintauchen.

Die repräsentative Auswahl von 99 Gemälden, Skulpturen und Grafiken stammt aus dem Kunstmuseum in Groningen, das die Sammlung des Industriellen Reurt Jan Veendorp (1905-1983) aufbewahrt. Veendorp hat seine bedeutende Sammlung über ein halbes Jahrhundert aufgebaut und 1969 dem Groninger Museum gestiftet. Erstmals wird nun ein Teil dieser Sammlung mit Werken von damals bekannten Künstler-Stars wie Isaac Israels, Johan Barthold Jongkind und Willem Bastiaan Tholen in Freiburg präsentiert. Die Kunstwerke sind in den Jahren zwischen 1858 bis 1948 entstanden und spannen damit einen Bogen zwischen Realismus, Impressionismus und Symbolismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit.

Besonders prägend für die Niederländer war der Einfluss französischer Meister wie Camille Corot und Paul Gauguin, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind. Die Niederländer griffen die Idee der Schule von Barbizon auf, die Akademien und Ateliers zu verlassen und sich mit Malkiste und Skizzenblock in die freie Natur zu begeben. Den Haager Künstler entdeckten seit den 1870er Jahren die holländische Landschaft mit ihren weitläufigen Polderflächen und menschenleeren Seestücken als Bildmotiv. Nie zuvor waren diese Motive vor den Toren der Stadt als bildwürdig erachtet worden. Den Künstlern ging es darum, einen Natureindruck so getreu wie möglich wiederzugeben. Sie fingen die feinen Schattierungen von Licht, Atmosphäre und Stimmung ein. In den 1890er Jahren wurde die eigene Gefühlswelt immer relevanter für die künstlerische Darstellung.

Während sich einige Künstler auf die Landschaft konzentrierten, wandte sich die Generation von Willem Bastiaan Tholen dem Thema der Verstädterung zu. Auf unprätentiöse Weise beleuchteten sie das einfache Leben der Fischer, Bauern und Dienstmägde. Jungen Malern wie Isaac Israels war auch Den Haag zu klein geworden, sie tauchten ein in die großstädtische Anonymität von Amsterdam: Wie bei den französischen Impressionisten scheinen diese Stadt-Ansichten durch den geschickten Umgang mit Licht förmlich zu vibrieren.

Die niederländische Tradition des Goldenen Zeitalters des 17. Jahrhunderts wird wiederum in mehreren Stillleben wachgerufen: prächtige Blumenbouquets in allen Farben des Sommers und sämtlichen Blühstadien. Neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken sind Skulpturen und Keramik Teil der Ausstellung. Die Werke stammen von Joseph Mendes da Costa, George Minne und Lambertus Zijl, einige der bekanntesten Bildhauer dieser Zeit.

Die Präsentation der Reurt Jan Veendorp-Sammlung entstand dank der Kooperation mit dem Groninger Museum, indem sich die Sammlung des Industriellen Reurt Jan Veendorp als Dauerleihgabe der Stiftung J. B. Scholtenfonds befindet. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck, dem Kulturspeicher Würzburg und dem Suermondt-Ludwig-Museum der Stadt Aachen.

Zur Sonderausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, darunter auch ein spannendes Suchspiel für die ganze Familie. Einen Überblick über alle Führungen, Kunstkurse und Familienangebote bietet www.freiburg.de/museen. Der Buchungsservice (Tel. 0761/201-2501, museumspaedagogik@stadt.freiburg.de) informiert über interaktive Programme für Schulen. Im Verlag Michael Imhof ist der Katalog „Niederländische Moderne“ erschienen. Er ist im Museum zum Vorzugspreis von 19,80 Euro erhältlich, im Buchhandel kostet er 29,95 Euro.

Das Augustinermuseum am Augustinerplatz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Ticket für die Sonder- und Dauerausstellung gilt als Tageskarte für alle Häuser der Städtischen Museen Freiburg und kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Unter 18 Jahren, für Mitglieder des Fördervereins Museum für Neue Kunst und mit Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei.

Quelle: Stadt Freiburg

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