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Freiburg: Alles nur Fassade – Die Gertrud-Luckner-Gewerbeschule in der Kirchstraße erstrahlt in neuem Antlitz

Pressemeldung vom 29. April 2015, 13:59 Uhr

Sanierung nach drei Jahren beendet / 1,2 Millionen Euro günstiger als ursprünglich berechnet

Drei Jahre lang wurde die Fassade der Gertrud-Luckner- Gewerbeschule in der Kirchstraße saniert. Jetzt strahlt sie hinter der Johanneskirche in neuem Glanz – und der Kämmerer strahlt mit: Entgegen der ursprünglichen Berechnung hat die Sanierung nur 3,4 Millionen Euro gekostet. Bei der Schadenserfassung 2011 war das Gebäudemanagement (GMF) noch von 4,6 Mio. Euro ausgegangen.

Bei einem Vor-Ort-Termin hat Baubürgermeister Martin Haag heute das sanierte „Antlitz“ der Schule vorgestellt. Haag betonte: „Ich bin erfreut, dass die Schule nach der erfolgreichen Sanierung nun innen wie außen ein Schmuckstück ist, und möchte mich für die gute Kooperation mit der Denkmalpflege bedanken.“

Die Sanierung wurde günstiger, weil das GMF ursprünglich annahm, dass alle fünf Giebel großflächig ab- und wieder aufzubauen sein. Nach eingehender Untersuchung war dies aber nur bei einem Giebel nötig; an den vier übrigen wurde der Stein vor Ort saniert. Zudem hat das GMF unerwartet günstige Wettbewerbsergebnisse ohne Qualitätsabstriche erzielt. Die Sanierung wird zu drei Vierteln aus der Stadtkasse bezahlt. Insgesamt kamen 860.000 Euro an Fördermitteln zusammen, davon 507.000 Euro vom Landesamt für Denkmalpflege, 113.000 Euro von der Stiftung Denkmalschutz und 240.000 Euro aus dem Denkmalsonderprogramm des Bundes.

Damit ist ein umfassendes Facelifting an einem der imposantesten Gebäude des Historismus in Freiburg beendet. Zu seinen baulichen Highlights zählt das Glas-Mosaik, das unter anderem das Stadtwappen abbildet und lange in Fragmenten im Schulkeller lag, nun restauriert und wieder ins Zentrum des Hauptgiebels eingesetzt

wurde. Aufsehen erregt auch die über drei Meter große Kupferstatue, die einen Blechschmied darstellt und ebenfalls im Keller der Schule eingelagert war. Nunmehr restauriert, ist sie heute endlich auf ihren Stammplatz auf dem Hauptgiebel zurückgekehrt – sozusagen als krönender Abschluss der Fassadensanierung.

Die gesamte Fassade der Gewerbeschule stellt Handwerksberufe vor. Viele davon interpretieren ihre Zunft in der jeweiligen Technik: die Kupferstatue zeigt den erwähnten Blechschmied, die Glaser sind in Bleiglasfenstern zu sehen und der Steinmetz als steinerne Figur.

Für die Gertrud-Luckner-Gewerbeschule hatte das GMF mit der Denkmalpflege ein konservierendes Sanierungskonzept verabredet. Das heißt: Patina statt „Aus Alt mach neu“. Vom alten Glanze zeugt die imposante Natursteinfassade aus der Gründerzeit ohnehin. Analog wurde bereits bei den Nachbargebäuden Johanneskirche und Lessingschule verfahren. Dunkle Ablagerungen vergangener Dekaden wurden nur dort reduziert, wo dies aus technischer Sicht nötig war, damit der Stein wieder „atmen“ kann. Zur Sicherung der Substanz haben die Steinmetze einige Steine teilerneuert oder ausgetauscht. Eine Anastylose (Rück- und Wiederaufbau) aller Ziergiebel war aber nicht nötig, da weniger rostende Eisenteile verbaut waren als zunächst befürchtet. Zierteile und Giebelaufsätze, die das GMF bei früheren Sicherheitsbefahrungen abgenommen und gelagert hatte, prangen nun wieder an ihrer ursprünglichen Stelle. Überdies hat das GMF den Fenstern der Gertrud-Luckner-Schule, einige davon aus der Bauzeit 1902-05, einen neuen Anstrich verpasst und schadhafte Bauteilanschlüsse repariert.

An der Sanierung beteiligt waren das Architekturbüro Strebewerk, das Statikbüro Mohnke Höss und das Referat für Denkmalpflege im Regierungspräsidium. Sie begann im Juni 2012, ihre Vorgeschichte reicht aber ins vergangene Jahrhundert zurück. Bereits im November 1995 hatte der Gemeinderat für die Generalsanierung der Gertrud- Luckner-Schule 42,7 Millionen Mark bewilligt. Ein Fünftel davon (8,6 Mio. Mark = 4,4 Mio. Euro) war der Naturstein- und Putzfassade zugedacht, samt der Giebelaufbauten, bemalten Wappenfelder, des Giebelmosaikes und der Sgrafitti- und al-fresco-Darstellungen.

Bis 2003 wurde die Generalsanierung samt der Westfassade für 11,9 Millionen Euro abgeschlossen, das lag deutlich unter dem genehmigten Kostenrahmen. Die übrigen Fassaden sollten wegen der seinerzeitigen Haushaltslage später in Angriff genommen werden. Dieses „Später“ ist mit dem heutigen Tage abgehakt.

Quelle: Stadt Freiburg

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