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Freiburg: 28 Grundstücke, 218 Bewerbungen – Erste Vergaberunde für das Baugebiet Gutleutmatten steht kurz vor dem Abschluss

Pressemeldung vom 19. März 2014, 13:15 Uhr

Gemeinderat entscheidet am 25. März über Vergabe

Viele Menschen wollen auf den Gutleutmatten bauen – dies ist das (erwartbare) Resultat der ersten Ausschreibungsrunde, das Erster Bürgermeister Otto Neideck heute auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben hat. 28 Grundstücke waren im neuen Baugebiet an der unteren Eschholzstraße zu vergeben, 218 Bewerbungen sind dafür eingegangen, davon 146 für den West- und 72 für den Ost-Teil der Gutleutmatten. Am 25. März wird das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen (ALW) dem Gemeinderat einen Vergabevorschlag zur Entscheidung vorlegen, der auf den vom Gemeinderat beschlossenen, transparenten Vergabekriterien basiert.

„218 Bewerbungen sind ein Beleg für die Attraktivität des Baugebietes“, betonte Neideck. „Mit dem wohnungspolitischen und sozialen Ansatz habwir eine Punktlandung gesetzt: Das Verfahren war sehr transparent, wir haben in hohem Maße Baugemeinschaften berücksichtigt und werden hier langfristig gebundenen oder geförderten Mietwohnungsbau zu begrenzten Miethöhen bekommen.“

Neideck verwies darauf, dass der vieldiskutierte Vergabe-Ansatz der richtige gewesen sei. Die Verwaltung hat in Abstimmung mit einer gemeinderätlichen Arbeitsgruppe ein komplexes Vermarktungskonzept erarbeitet, das in seiner Wirkung, zumal punkto soziale Belange und innovative Wohnformen, einen neuen Weg markiert.

Konzentriert hat sich das Interesse der überwiegend für Baugemeinschaften reservierten Grundstücke auf die Mehrfamilienhäuser zum Haslacher Freibad und zur Bachaue hin in Gutleutmatten West. Hier haben sich bis zu 28 Baugemeinschaften für dasselbe Grundstück beworben. Mit den nicht zum Zuge gekommenen Bewerbern versucht die Verwaltung, für drei Grundstücke, für die keine gültige Bewerbung eingegangen ist, neue Baugemeinschaften zu initiieren.

Rückblende – 23. Juli 2013: Der Gemeinderat beschließt das Vermarktungskonzept für die Gutleutmatten (Drucksache G-13/139). Demnach gehen vier große Grundstücke an die Freiburger Stadtbau; auf zwei davon werden jeweils zu 100 Prozent geförderte Mietwohnungen errichtet. Den Löwenanteil von 28 Baugrundstücken, inklusive 10 Reihenhaus-Grundstücken, schreibt das ALW in einer ersten Phase im Oktober 2013 aus. 4 weitere folgen einen Monat später im Rahmen einer Konzeptvergabe. Die Bewerbungsfrist endet am 11. Januar bzw. 7. März.

(Eine Sonderstellung nimmt hierbei das nordöstliche Grundstück in Gutleutmatten-West ein, das an die Eschholzstraße und den Dorfbach grenzt und neungeschossig bebaut werden darf. Dieses Grundstück soll nach einem formlosen Investorenwettbewerb vergeben werden. Dabei können sich Investoren, Bauträger, Privatpersonen, Genossenschaften oder Baugemeinschaften bewerben, im Team mit Architekten und/oder Fachplanern. Die Ausschreibung hierfür erfolgt voraussichtlich Ende April.)

Für die Vergabe der 28 Baugrundstücke, den erwähnten „Löwenanteil“, hat der Gemeinderat im Juli 2013 ein Punktesystem mit fünf Kriterien festgelegt. Jeweils 1 Punkt gab es pro barrierefreie Wohnung, pro rollstuhlgerechte Wohnung und pro gebundene oder alternativ geförderte Mietwohnung. Je 0,1 Punkte gab es bei einer Verlängerung der Mietbindung für eine geförderte/gebundene Mietwohnung pro Jahr und Wohnung. Wiederum je 0,1 Punkte gab es bei einer freiwilligen Bindung der Mietdauer für eine freifinanzierte Mietwohnung pro fünf Jahre und Wohnung.

Alle Baugrundstücke werden gemäß dem Gemeinderatsbeschluss zu Festpreisen vergeben. Diese basieren auf der Geschossfläche, die für das einzelne Baugrundstück zulässig ist. Ausgenommen davon sind die Reihenhausgrundstücke, die 475 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche kosten, zzgl. dem halben Kaufpreis für die anteilig zu erwerbende Weg- und Zufahrtsfläche. Daneben bezahlen Erwerber die privaten Ver- und Entsorgungsleitungen im Rahmen des Bauvorhabens. Die Vermessungskosten trägt die Stadt.

Insgesamt sind für die 28 erwähnten Baugrundstücke 218 Bewerbungen eingegangen, davon 146 für den West- und 72 für den Ost-Teil der Gutleutmatten. Beworben haben sich dabei 132 Baugemeinschaften (124 in West, 8 in Ost), 34 Bauträger (11/23), 24 Reihenhaus-Einzelbewerber (0/24), 17 private Investoren (7/10), 4 Baugenossenschaften (3/1) und 7 Vereine oder sonstige Bewerber (1/6). Davon mussten 32 ausgeschieden werden, weil sie mindestens eine Voraussetzung nicht erfüllt bzw. eingehalten haben, die das Vermarktungskonzept festlegt. Für die 10 Reihenhaus- Grundstücke haben sich eine komplette Baugemeinschaft (5 Familien) und 7 einzelne Familien beworben.

Für 5 Baugrundstücke in der Basiskategorie (ohne zusätzliche Vergabekriterien) wurden zwischen 3 und 28 zulässige Bewerbungen abgegeben. Hier musste, wie im Vermarktungskonzept festgelegt, das Los über den vorzuschlagenden Erwerber und die Reihenfolge der Ersatzbewerber entscheiden.

Für die 10 Baugrundstücke mit zusätzlichen Vergabekriterien wurden zwischen 2 und 12 zulässige Bewerbungen abgegeben. Hier wurde die Reihenfolge der Erwerber bzw. Ersatzbewerber anhand der erreichten Punktzahl ermittelt. In vier Fällen erreichten allerdings mehrere Erwerber bis auf die Dezimalstelle dieselbe Punktzahl – wiederum kam es hier dann zum Losentscheid, im Beisein von Vertretern aus Rechtsamt und ALW nach einem zuvor festgelegten und dokumentierten Verfahren.

Aufgrund des großen Interesses unterbreitet die Verwaltung dem Gemeinderat nun einen Vergabevorschlag, der pro Grundstück den erstplatzierten Bewerber und zwei Ersatzbewerber nennt. Sollten diese von der Bewerbung zurücktreten, wird (in der gezogenen Reihenfolge) bei weiteren Ersatzbewerbern das Interesse abgefragt und die Vergabe beschlossen. Nachdem so viele Bewerbungen eingegangen sind, soll jedem Bewerber nur ein Baugrundstück angeboten werden.

Nach der Entscheidung des Gemeinderates über den Vergabevorschlag werden alle Bewerber über das Ergebnis unterrichtet. Denjenigen, die den Zuschlag für ein Baugrundstück erhalten, wird mit dem Angebotsschreiben das weitere Vorgehen mitgeteilt.

Quelle: Stadt Freiburg

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