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Freiburg: 100 Dolmetschende, über 40 Sprachen, alle Anliegen

Pressemeldung vom 16. April 2015, 14:20 Uhr

Stadt und DRK stellen den neuen zentralen Dolmetscherpool für Freiburg vor

Istasyon? Rautatieasema? Stesheni? Wer nur "Bahnhof" versteht, liegt hier genau richtig. Da man aber nicht davon ausgehen kann, dass jede des Türkischen, Finnischen oder Kisuahili mächtig ist, sind Dolmetscher und Dolmetscherinnen als Mittler unverzichtbar. Mit ihrer Hilfe werden kulturelle Barrieren überwunden, sprachliche Missverständnisse vermieden und Beratungstermine effizient gestaltet.

In Freiburg hatten bisher mehrere Institutionen ihre eigenen "Dolmetscherpools". Dieses Nebeneinander führte zu Reibungsverlusten. Daher hat das städtische Büro für Migration und Integration die Initiative ergriffen und acht bestehende in einen zentralen Dolmetscherpool zusammengeführt. Sechs der bisherigen Pools waren bei örtlichen Vereinen und Verbänden angesiedelt (Aids-Hilfe, Caritas-Fachdienst Migration, DRK-Kreisverband, Pro Familia, Psychoanalytisches Seminar, Südwind) und zwei bei der Stadt Freiburg (Amt für Kinder, Jugend und Familie, Amt für Schule und Bildung).

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach hat den zentralen Dolmetscherpool, der von heute an zur Verfügung steht, auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei betonte von Kirchbach: "Die Bündelung der Dolmetscherressourcen erleichtert allen Beteiligten den Zugang zu einer Dienstleistung, die im Integrationsgeschehen immer wichtiger wird. Der neue Pool senkt den Verwaltungsaufwand für alle Träger deutlich. Zudem sichert er eine einheitliche Mindestqualifikation der Dolmetschenden und erleichtert anderen Institutionen den Zugriff."

Der zentrale Pool umfasst aktuell rund 100 Dolmetschende. Über 40 Sprachen sind darin vertreten, von Albanisch bis Vietnamesisch, von Igbo und Hausa (Nigeria und Umgebung) bis Dari (Afghanistan). Dem Pool gehören Menschen mit verschiedensten Erfahrungen an, von Studierenden bis zu Rentnern, die sich hier für ihre Mitbürger engagieren. Weitere Dolmetschende sind jederzeit willkommen.

Neu ist, dass der Dolmetscherpool auf einer Onlineplattform zur Verfügung steht. Die Seite www.freiburg.de/dolmetscherpool wurde heute freigeschaltet. Soziale Einrichtungen erhalten einen Zugriff und nehmen dann selbst Kontakt mit den Dolmetschenden auf. Die Vermittlung wird dadurch wesentlich einfacher. Auf der Plattform sind folgende Angaben zu den Dolmetschenden hinterlegt: berufliche Qualifikation, vorhandene Erfahrungen, gewünschte Bereiche, Vereidigung, Teilnahme an einer Schulung/Qualifizierung. Die Bezahlung wird von der jeweiligen Einrichtung übernommen, in der Regel liegt die Aufwandspauschale bei 15-30 Euro pro Stunde.

Für die Qualifizierung der Dolmetschenden bietet das Büro für Migration und Integration in den kommenden drei Jahren eintägige Grundschulungen an. Sie finden in enger Abstimmung mit dem Deutschen Roten Kreuz statt und werden vom Landesministerium für Integration und der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert.

Die erste Grundschulung am 18. April ist mit 12 Teilnehmenden bereits voll belegt. Dabei geht es unter anderem um Arbeit im Kontext von Migration, Merkmale professionellen Handelns und die besonderen Herausforderungen in der Dolmetscherrolle.

Für das Übersetzen in Therapiegesprächen, etwa mit traumatisierten Flüchtlingen, sind besondere Qualifizierungen nötig. Dafür plant das Psychoanalytische Seminar mit dem Deutschen Roten Kreuz mittelfristig Aufbauschulungen für Dolmetschende.

Quelle: Stadt Freiburg

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