Energiewechsel

Freiburg: 1. Freiburger Nachhaltigkeitsbericht liegt vor

Pressemeldung vom 17. Dezember 2014, 14:37 Uhr

Bericht führt Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammen

Nachhaltiges Handeln verbindet ökologische, soziale und ökonomische Ziele. Diese Ziele auf der Grundlage einer generationengerechten Finanzpolitik voranzutreiben, ist eine gesamtstädtische Aufgabe. Mit der Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement hat die Stadt Freiburg Strukturen geschaffen und Instrumente für ein Nachhaltigkeitsmonitoring entwickelt, um das städtische Handeln konsequent am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten.

Nun legt die Stadt den 1. Freiburger Nachhaltigkeitsbericht vor. Der Bericht wird mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2015/16 eingebracht und nimmt Bezug zum Haushalt. Künftig kann somit dargestellt werden, welche städtische Aktivitäten zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beitragen, wie viele finanzielle Ressourcen eingesetzt werden und welche Handlungsoptionen bestehen, um eine nachhaltige Stadtentwicklung voranzubringen.

Oberbürgermeister Dieter Salomon: „Die Zusammenführung einer Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung hat Vorbildcharakter für das kommunale Handeln und ist bundesweit einmalig. Nachhaltigkeit ist weder nur Ökologie, oder Ökonomie, oder Soziales, sondern das Zusammenspiel von ökologischer Verantwortung, ökonomischem Wachstum und Lebensqualität in den Städten. Das wird mit dem Nachhaltigkeitsbericht jetzt auch abgebildet.“

Im Jahr 2009 hatte der Gemeinderat auf Empfehlung des Nachhaltigkeitsrates insgesamt 12 Politikfelder mit je fünf Zielen definiert, die für die nachhaltige Stadtentwicklung besonders wichtig sind. Aus diesen Themenfeldern wurden im Januar 2012 fünf Schwerpunktbereiche beschlossen, um exemplarisch in einem ersten Schritt die Themenfelder zu bearbeiten. Die fünf Bereiche sind: Bildung, Soziale Gerechtigkeit, Mobilität, Stadtplanung / Stadtentwicklung, Klima und Energie.

Um die Nachhaltigkeitsziele an das Neue Kommunale Haushaltsrecht zu knüpfen, wurden anschließend Schlüsselprodukte vorgegeben, die im Doppelhaushalt abgebildet sind, und zugleich die beteiligten Ämter benannt. Die sechs Ämter sind: Amt für Kinder, Jugend und Familie; Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen; Amt für Soziales und Senioren; Forstamt; Garten und Tiefbauamt, Haupt- und Personalamt.

Die rund 100seitige Nachhaltigkeitsbericht ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil werden die Organisation Stadt Freiburg und ihr Ansatz einer integrierten Nachhaltigkeitssteuerung vorgestellt. Der zweite Teil des Berichtes stellt den konkreten Stand dar, wie die Nachhaltigkeitsziele umgesetzt wurden, und beschreibt den Handlungsspielraum der beteiligten Ämter. Hier fasst die Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement die Aktivitäten ausgewählten Ämter zusammen und betrachtet sie mit Blick auf die 2009 formulierten Nachhaltigkeitsziele.

Im dritten Teil rücken in das Zentrum die Wechselwirkungen zwischen den jeweiligen Aktivitäten der Ämter im Verhältnis zu den Nachhaltigkeitszielen. Aus der Analyse der gesamten Aktivitäten können sich Handlungsoptionen ergeben, die Ämtern und Gemeinderat als ergänzende Informationen bei Entscheidungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung dienen können. Beispiel: Um Chancengleichheit und freien Zugang zu Bildung und bei der Nutzung von Einrichtungen“ zu gewährleisten (Ziel 9.4 im Bericht), wird das bedarfsgerechte Angebot zur Förderung von Kindern über und unter 3 Jahren in Kitas und in Kindertagespflege durch die Kennzahl Versorgungsquote beschrieben, dem Gemeinderat Handlungsoptionen zum Ausbau der Kitaplätze vorgeschlagen und im entsprechenden Schlüsselprodukt im Haushalt die dazu aufzuwendenden finanziellen Ressourcen vorgelegt.

Bisher existieren bundesweit und darüber hinaus keine einheitlichen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Kommunen. In der Wirtschaft weit verbreitet sind die Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI), die 1997 in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet wurde. Die neueste Version des GRI bietet einen globalen Rahmen für eine standardisierte Vorgehensweise der Nachhaltigkeitsberichterstattung. An dem orientiert sich auch der erste Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Freiburg.

Die Verknüpfung einer Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes „Nachhaltige Kommunalverwaltungen in Deutschland“ mit der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt und seit 2011 in enger Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „Finanzwesen Freiburg 2015“ der Stadtkämmerei erstellt.

Quelle: Stadt Freiburg

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