Energiewechsel

Biberach: Hochwasser im Landkreis Biberach

Pressemeldung vom 31. Mai 2016, 14:39 Uhr

Mehr als 600 Einsatzkräfte am Wochenende nach heftigen Unwettern im Einsatz

Über 50 Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, verschiedene Einsatzeinheiten aus Nachbarlandkreisen sowie das Deutsche Rote Kreuz waren mit insgesamt 600 Einsatzkräften nach heftigen Unwettern ab Sonntagnachmittag im Einsatz. In einer Pressekonferenz am heutigen Montag informierte die Landkreisverwaltung über die aktuelle Lage.

Starkregen mit Niederschlagsmengen bis zu 75 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwei Stunden überschwemmte am Sonntagnachmittag ganze Straßenzüge und ließ Keller, Gebäude, Betriebe und Stallungen mit Wasser volllaufen. Die Pegel von Umlach, Dürnach, Rottum und Riss stiegen wegen des Regens, aber auch wegen des von den Wiesen ablaufenden Wassers, stark an. Zwischen 16 und 19 Uhr gingen etwa 400 Notrufe bei der Rettungsleitstelle ein.

Einsatzschwerpunkte waren laut Kreisbrandmeister Florian Peters Ummendorf, Biberach, Ochsenhausen, Maselheim, Mietingen und Laupheim. Der Ortsteil Laupertshausen war zeitweise für die Rettungskräfte nicht erreichbar. In Baltringen überflutete die Dürnach ein Wohngebiet bis zu 1,7 Meter hoch. Hier waren zeitweise Taucher zur Evakuierung im Einsatz. Hilfskräfte sicherten das Stadtgebiet Laupheim mit Sandsäcken vor den Wassermassen. Laut Kreisbrandmeister Peters hat sich das neue Konzept des Landkreises mit den erst kürzlich beschafften Abrollbehältern, bestückt mit etwa 6.000 Sandsäcken, sehr gut bewährt. Damit konnte die Zeit bis zum Eintreffen weiterer Sandsäcke überbrückt werden. Insgesamt wurden zirka 20.000 Sandsäcke an die Einsatzstellen gebracht. Die Sandsäcke kamen von Nachbarlandkreisen und Kommunen.

Die Lage sei unter Kontrolle, berichtete Landrat Dr. Heiko Schmid. Das Schadensvolumen könne derzeit noch nicht beziffert werden. Momentan laufen noch Arbeiten an rund 50 Einsatzorten. Vor allem in Baltringen, vereinzelt aber auch in Ummendorf, stehen noch Keller unter Wasser. Die Feuerwehren sind seit dem Vormittag mit dem Auspumpen beschäftigt.

Noch in der Nacht machte sich die Verwaltungsspitze des Landkreises in Begleitung von Regierungspräsident Dr. Jörg Schmid und Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider ein Bild von der Lage vor Ort.

Jürgen Nagler, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, berichtete, das Hochwasser in Laupheim habe die Qualität eines 200-jährigen Hochwassers. Das im letzten Jahr fertig gestellte Rückhaltebecken in Laupheim für das Einzugsgebiet des Grundgrabens sei zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt gewesen. Hätte es dieses Rückhaltebecken nicht gegeben, wäre die Innenstadt Laupheim überflutet worden.

Erster Landesbeamter Walter Holderried informierte ergänzend über die Machbarkeitsstudie für ein Hochwasserschutzkonzept für das Einzugsgebiet der Riß und Umlach, die der Landkreis derzeit zusammen mit den Gemeinden erstellte Sie bilde die Grundlage für integrierte, gemeindeübergreifende Hochwasserschutzmaßnahmen.

Landrat Dr. Heiko Schmid lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nur so sei es möglich gewesen, die Lage so rasch in den Griff zu bekommen.

Quelle: Landratsamt Biberach

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