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Biberach: „Ein ganzheitlicher Leitfaden“

Pressemeldung vom 13. Oktober 2014, 15:04 Uhr

Zum ersten Mal erstellte der Landkreis Biberach einen umfassenden Bildungsbericht. Er wurde den Mitgliedern des Kultur- und Schulausschusses in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstagnachmittag vorgestellt. Das Werk über die frühkindliche Bildung, die Bildung im Schulalter, berufliche Bildung sowie die Beratungs- und Unterstützungsangebote umfasst 200 Seiten. Er wurde ämterübergreifend und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hans Döbert vom Deutschen Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation aus Berlin erstellt.

„Die Ergebnisse des ersten Bildungsberichtes für den Landkreis können sich mehr als sehen lassen. Im Vergleich zum Land Baden-Württemberg schneiden wir bei den einzeln ausgewerteten Indikatoren häufig besser ab. So hat sich beispielsweise die Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss im Schuljahr 2005/2006 von 5,5 Prozent auf 3,7 Prozent im Schuljahr 2011/2012 verringert. Interessant sind auch die Zahlen für die beruflichen Schulen. Die Zahl der Jugendlichen, die ein berufliches Gymnasium besuchen, ist zwischen dem Schuljahr 2005/2006 und dem Schuljahr 2012/2013 von 738 auf 1.036 gestiegen. Ein Anstieg um knapp 30 Prozent“, sagte Landrat Dr. Schmid.

Der Bildungsbericht, so Prof. Döbert in der Sitzung, sei eine systematische und vernetzte Darstellung von Informationen und Daten über die Bildung im Landkreis Biberach. Er enthalte Vergleichsdaten und Vergleichszeitreihen. „Deshalb wäre es gut, den Bericht in vier bis fünf Jahren fortzuschreiben, um Entwicklungen erkennen zu können“, so Prof. Döbert.

Vier Handlungsempfehlungen

Aus den Daten und Indikatoren lassen sich insbesondere vier Handlungsempfehlungen für den Landkreis ableiten. Demnach soll es zu einer Weiterentwicklung des qualifizierten Ausbaus der frühkindlichen Bildung kommen. Außerdem schlagen die Experten den Aufbau einer integrierten Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung vor. Da sei vieles in der Vergangenheit in Gang gekommen und dies müsse weiterverfolgt werden, so Prof. Döbert. Ferner wäre es sinnvoll, Kinder und Jugendliche mit ausländischer Herkunft stärker zu unterstützen, damit sie einen höheren Bildungsabschluss erreichen. Es gehe hier um den Abbau sozialer Disparitäten. Und zuletzt sehen die Handlungsempfehlungen vor, die Berufsorientierung und -beratung zu verstärken, um Ausbildungsabbrüche zu reduzieren.

Eine besondere Herausforderung für die Weiterentwicklung der Bildung im Kreis stellt die Situation der männlichen Kinder und Jugendlichen dar. Es wurde festgestellt, dass sie häufig später eingeschult werden, bei der Einschulung mehr Sprachprobleme haben, sie öfter in Haupt- und Werkrealschulen zu finden sind und weniger häufiger die Hochschulreife erreichen, sagen die Experten. Männlichen Kindern und Jugendlichen müsse man verstärkt Aufmerksamkeit schenken und für sie entsprechende Förderstrategien entwickeln.

Die Mitglieder des Kultur- und Schulausschusses verständigten sich darauf, die aus dem Bildungsbericht abgeleiteten Handlungsempfehlungen im Rahmen der Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung weiter zu berücksichtigen. Sie lobten den Bericht, denn er zeige Entwicklungen im Bereich der Bildung auf.

Quelle: Landratsamt Biberach

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