Energiewechsel

Biberach: Antrittsbesuch der Kunststaatssekretärin Petra Olschowski

Pressemeldung vom 11. Mai 2017, 14:40 Uhr

Hoher Besuch in Gutach: Einen Antrittsbesuch stattete die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Petra Olschowski, am Montag im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ab. Die vor einem Jahr ins Amt berufene Kunststaatsekretärin besuchte das älteste Freilichtmuseum des Landes auf Einladung des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der ländlich regionalen Freilichtmuseen, der „7 im Süden“, Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises. An dem Termin nahmen die Verantwortlichen aller baden-württembergischen Freilichtmuseen, darunter der Landrat des Landkreises Biberach, Dr. Heiko Schmid, sowie der Landrat des Landkreises Ravensburg, Harald Sievers, teil.

Staatssekretärin Olschowski informierte sich in Gutach über die erfolgreiche Arbeit der seit 1978 bestehenden Arbeitsgemeinschaft sowie die diesjährige Gemeinschaftsausstellung der Freilichtmuseen mit dem Titel „Anders. Anders? Ausgrenzung und Integration auf dem Land“. Dabei würdigte sie die Arbeit der Freilichtmuseen: „Die ‚7 im Süden‘ spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Geschichte wie auch bei der Sensibilisierung für Themen der Gegenwart. Wissenschaftlich fundiert und zugleich unterhaltsam sprechen sie Familien mit Kindern genauso an wie Menschen, die sich vertieft mit historischen Zusammenhängen befassen möchten. Damit erfüllen die Freilichtmuseen ihren Bildungsauftrag auf vorbildliche Weise und festigen ihr Profil als wichtige außerschulische Lernorte.“ Die aktuelle Gemeinschaftsausstellung leistet aus Sicht der Staatssekretärin einen wertvollen Beitrag zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit Formen der Ausgrenzung wie auch der Integration von Minderheiten. Petra Olschowski: „Das Ausstellungsprojekt liefert spannende Impulse und Einblicke für die aktuelle Diskussion über Zuwanderung und Migration in unserer Gesellschaft“.

In einer offenen Gesprächsrunde hatten die Museumsträger die Gelegenheit, sich intensiv mit der Staatssekretärin über die aktuelle Situation in den Einrichtungen auszutauschen. Landrat und Vorsitzender Scherer betonte dabei die Besonderheit der Freilichtmuseen als regionale Kulturzentren im Land: „Die Freilichtmuseen stellen eine feste Größe in der Kultur- und Tourismuslandschaft Baden-Württembergs dar. Mit jährlich rund 650.000 Besuchern und damit über vier Prozent aller Museumsbesucher des Landes zählen sie zu den beliebtesten und besucherstärksten Kultur- und Freizeiteinrichtungen landesweit.“ Dank ihrer vielfältigen Angebote würden sie breite Zielgruppen erreichen und vor allem auch „museumsferne“ Besucher ansprechen, führte Scherer aus. Dabei würden die Freilichtmuseen sehr effizient und mit einem geringen Personal- und Betriebsmittelbedarf arbeiten. Thema des Gespräches war auch die finanzielle Unterstützung der „7 im Süden“ seitens des Landes. Derzeit erhalten die regionalen Freilichtmuseen zusammen eine Förderung in Höhe von rund 750.000 Euro jährlich für Gebäudeversetzungen, Instandhaltungsmaßnahmen, Kulturprogramme sowie für die gemeinsame Marketingarbeit. Da aber die Zahl der historischen Gebäude mit langen Standzeiten in allen Freilichtmuseen weiter anwächst, werden die Mittelbedarfe insbesondere für Sanierungen in den nächsten Jahren konstant zunehmen, warnten die Museumsverantwortlichen. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass eine Anpassung der Förderpraxis und die Möglichkeit einer dauerhaften Erhöhung der Landesmittel geprüft werden. Die Staatssekretärin wies in diesem Zusammenhang auf die aktuellen Einsparauflagen hin, die alle Ministerien zur Einhaltung der Schuldenbremse zu erbringen haben. Die Arbeitsgemeinschaft der „7 im Süden“ hat das Ziel, sich sowohl fachlich auszutauschen als auch gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Zu den zentralen Marketingmaßnahmen zählen gemeinsame Messeauftritte, die Veröffentlichung einer gemeinsamen Veranstaltungsbroschüre sowie ein gemeinsamer Internetauftritt. Das aktuelle Gemeinschaftsprojekt „Anders. Anders? Ausgrenzung und Integration auf dem Land“ beleuchtet in den Jahren 2017 und 2018 in sieben Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten verschiedene Aspekte der Geschichte und der Lebensverhältnisse von Minderheiten im ländlichen Raum. Im Gutacher Beitrag „Keine Heimat mehr? Geschichten von Flucht und Heimkehr“, der bis November 2017 in acht begehbaren Containern auf dem neuen Museumsareal gezeigt wird, stehen die historischen Aus- und Einwanderungsbewegungen im Schwarzwald im Blickpunkt. Das Projekt wird von der Baden-Württemberg-Stiftung mit einer Summe von 150.000 € unterstützt.

Mehr Informationen unter www.landmuseen.de.

Quelle: Landratsamt Biberach

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis